Das Apfelmännchen (die
Mandelbrod-Menge)
als Symbol der Selbstähnlichkeit in selbstorganisierten
Systemen :
Inversion, Umkehrung in einer Art "schwarzem Loch"
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Das sogenannte "Apfelmännchen", die
Mandelbrotmenge, ist eine grafische Darstellung der Ergebnisse einer endlos wiederholten
Berechnung, deren Ergebnis immer als neuer Ausgangswert in die nächste Wiederholung
eingeht.
Dies ist eine mathematische Anlaogie zur
Generationenfolge, die Kultur sowohl tradiert als auch verändert: das
"Ergebnis" der Kulturarbeit einer Generation prägt die kollektive Psyche, die
kollektiven Gefühls-, Denk- und Verhaltensmuster der nächsten Generation, die wieder das
Ergebnis ihrer Kulturarbeit prägen, das wieder die kollektive Psyche, die kollektiven
Gefühls-, Denk- und Verhaltensmuster der nächsten Generation prägt ... u.s.w ... bis in
alle Ewigkeit - solange die Kulturarbeit der Menschen nicht zu ihrem Aussterben führt ...
Kultur läßt sich mit der Chaostheorie als ein
dynamisches System aus Gefühls-, Denk-, Verhaltens- und Entscheidungsmustern verstehen,
das wie ein Pendel aus Bewegungszuständen in immer denselben Ruhe- bzw.
Gleichgewichtszustand zurückkehrt - zum sogenannten Attraktor.
Auch Wirbel in einem Bach oder Strom sind solche
dynamischen Systeme, deren Gestalt sich auch bei veränderte Strömungsgeschwindigkeit
zunächst relativ stabil bleibt, bei weiterer Steigerung der Veränderung aber jäh in
eine andere Gestalt, ein anderes Wirbelsystem mit einem anderen Attraktor umschlägt.
Dies ist wiederum eine Analogie zu kulturellen
Veränderungen, die die Belastbarkeit von Menschen überfordern, so daß ihre Kulturarbeit
jäh einen Systemwechsel, eine Revolution hervorruft. |
Anzeichen, daß sich jahrtausende alte Gefühls-, Denk-, Verhaltens-
und Entscheidungsmuster wieder einmal, wie schon an den Wurzeln der christlichen Kultur,
zu einem Kult der Gewalt verfestigen, sind
unübersehbar. Dies deutet darauf hin das Gewalt zum Attraktor der christlichen Kultur
gehören könnte. Aus einem ähnlichen Verdacht verabschiedet Peter Sloterdijk in seinen
"Regeln für den
Menschenpark" schon das humanistische Erziehungsideal.
Wissenschaftlich- technischer Fortschritt, zur Zeit besonders die
Reproduktions- und Gentechnik, Utilitarismus
und Neoliberalismus, forciert durch die Ziele globaler Spieler in der WTO (World Trade
Organisation), besonders über GATS (General Agreement on Trade in Services),
beschleunigen gegenwärtig die Verstärkung dieser Gefühls-, Denk-, Verhaltens- und
Entscheidungsmuster, die die Bewegung des Systems in die Nähe einer destruktiven Grenze
treibt (globaler Terrorismus,
11.9.01).
Das Bild symbolisiert einen Systemzustand vor einem
Attraktorwechsel, in dem die Selbstähnlichkeiten eines selbstgesteuerten Systemes, der
Gesamtheit von Gefühls-, Denk-, Verhaltens- und Entscheidungsmustern sich umstülpen, ins
Gegenteil verkehren, im Wechsel zu einem noch nicht erkennbaren neuen Attraktor
verschwinden.
Auf diesen Seiten steht stets die Frage im Hintergrund,
ob die Nutzung wissenschaftlich-technischer Möglichkeiten und die Art und Weise ihrer Durchsetzung Kultur
zum Kult der Gewalt verfestigt oder zu einer Kultur der Verantwortung, der VorSicht, der
Zukunftsfähigkeit und des Freidens, möglicherweise sogar zur Überwindung des
Gewalt-Attraktors beitragen.
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