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ApfelmUMKEHR.jpg (107691 Byte)Das Apfelmännchen (die Mandelbrod-Menge)
als Symbol der Selbstähnlichkeit  in selbstorganisierten Systemen :
Inversion, Umkehrung in einer Art "schwarzem Loch"

Das sogenannte "Apfelmännchen", die Mandelbrotmenge, ist eine grafische Darstellung der Ergebnisse einer endlos wiederholten Berechnung, deren Ergebnis immer als neuer Ausgangswert in die nächste Wiederholung   eingeht.

Dies ist eine mathematische Anlaogie zur Generationenfolge, die Kultur sowohl tradiert als auch verändert: das "Ergebnis" der Kulturarbeit einer Generation prägt die kollektive Psyche, die kollektiven Gefühls-, Denk- und Verhaltensmuster der nächsten Generation, die wieder das Ergebnis ihrer Kulturarbeit prägen, das wieder die kollektive Psyche, die kollektiven Gefühls-, Denk- und Verhaltensmuster der nächsten Generation prägt ... u.s.w ... bis in alle Ewigkeit - solange die Kulturarbeit der Menschen nicht zu ihrem Aussterben führt ...

Kultur läßt sich mit der Chaostheorie als ein dynamisches System aus Gefühls-, Denk-, Verhaltens- und Entscheidungsmustern verstehen, das wie ein Pendel aus Bewegungszuständen in immer denselben Ruhe- bzw. Gleichgewichtszustand zurückkehrt - zum sogenannten Attraktor.

Auch Wirbel in einem Bach oder Strom sind solche dynamischen Systeme, deren Gestalt sich auch bei veränderte Strömungsgeschwindigkeit zunächst relativ stabil bleibt, bei weiterer Steigerung der Veränderung aber jäh in eine andere Gestalt, ein anderes Wirbelsystem mit einem anderen Attraktor umschlägt.

Dies ist wiederum eine Analogie zu kulturellen Veränderungen, die die Belastbarkeit von Menschen überfordern, so daß ihre Kulturarbeit jäh einen Systemwechsel, eine Revolution hervorruft.

Anzeichen, daß sich jahrtausende alte Gefühls-, Denk-, Verhaltens- und Entscheidungsmuster wieder einmal, wie schon an den Wurzeln der christlichen Kultur, zu einem Kult der Gewalt verfestigen, sind unübersehbar. Dies deutet darauf hin das Gewalt zum Attraktor der christlichen Kultur gehören könnte. Aus einem ähnlichen Verdacht verabschiedet Peter Sloterdijk in seinen "Regeln für den Menschenpark" schon das humanistische Erziehungsideal.

Wissenschaftlich- technischer Fortschritt, zur Zeit besonders die Reproduktions- und Gentechnik, Utilitarismus und Neoliberalismus, forciert durch die Ziele globaler Spieler in der WTO (World Trade Organisation), besonders über GATS (General Agreement on Trade in Services), beschleunigen gegenwärtig die Verstärkung dieser Gefühls-, Denk-, Verhaltens- und Entscheidungsmuster, die die Bewegung des Systems in die Nähe einer destruktiven Grenze treibt  (globaler Terrorismus, 11.9.01).

Das Bild symbolisiert einen Systemzustand vor einem Attraktorwechsel, in dem die Selbstähnlichkeiten eines selbstgesteuerten Systemes, der Gesamtheit von Gefühls-, Denk-, Verhaltens- und Entscheidungsmustern sich umstülpen, ins Gegenteil verkehren, im Wechsel zu einem noch nicht erkennbaren neuen Attraktor verschwinden.

Auf diesen Seiten steht stets die Frage im Hintergrund, ob die Nutzung wissenschaftlich-technischer Möglichkeiten und die Art und Weise ihrer Durchsetzung Kultur zum Kult der Gewalt verfestigt oder zu einer Kultur der Verantwortung, der VorSicht, der Zukunftsfähigkeit und des Freidens, möglicherweise sogar zur Überwindung des Gewalt-Attraktors beitragen.