Banner.tif (159542 Byte)
Seminare

 

DAS BLAUE VOM HIMMEL I
Gentechnik - ein wissenschaftlicher und politischer Mythos?

Wahrnehmungsreduktion und  Wahrnehmungssteuerung in der Debatte um Gentechnik

HelSchlHell.jpg (29879 Byte)

 

Mehr und mehr zeigt sich, daß die verheißene Segnungen der Gentechnik ausbleiben, weil die Vorstellung vom Genom als "Buch des Lebens", vom Gen als Code für die Eigenschaften von Lebewesen, eine vereinfachende Reduktion von Komplexität war, die von schmerzhaften Erfahrungen mit Abhängigkeit entlastete, Wahrnehmung einschränkte, und Hoffnung auf Entlastung von Verantwortung für kulturelle Fehlentwicklungen stiftete. Die Reduktion von Komplexität, die wahrnehmungsreduzierende Entlastung von schmerzhaften Erfahrungen und belastenden kulturellen Entwicklungen sind wesentliche Merkmale eines Mythos.

Zugleich versuchen die Gentechnik-Konzerne mit Methoden der Wahrnehmungssteuerung, wie sie als "psychologische Operationen" für Kriege entwickelt und seit dem ersten Golfkrieg raffiniert verfeinert wurden, einen politischen Mythos zu erzeugen, der die stabil hohe Ablehnung von GenFood und Agrargentechnik durch die europäischen Verbraucher und Landwirte brechen soll, damit sie endlich schlucken, was die GenKüchen der GenTechKonzerne ihnen heimlich und gegen ihren Willen an Halbgarem auftischen wollen.  Dieser politische Mythos setzt bei kollektiven Gefühlen an, die schon den antiken Mythos prägen.

Durch einen unterhaltsamen, lockerndem und herausfordernden Auftakt öffnet das Seminar den Zugang zur Welt kollektiver Gefühle und ihren Wurzeln in "Old Europe". Dann führt es anhand von Beispielen aus der Agrargentechnik durch die Anwendung und verborgenen Ziele psychologischer Manipulationen  in der Bild- und Text-Information über Gentechnik, in Begriffen, Firmenauftritten und Internetseiten. In diesen Komponenten des politischen Mythos werden die kollektiven psychischen Verwerfungen sichtbar, von denen schon die Gentechnik selbst wie ein Mythos entlastet. Wechsel zwischen Vorträgen, Gesprächen, Übungen der Selbstwahrnehmung, ergründenden und kreativen Aktivitäten soll das Zusammenspiel zwischen "psychologischen Operationen" und kollektiven Gefühlen erlebbar machen. 

Ziel des Seminars ist, Kriterein zu vermitteln, an denen die Anwendung der Wahrnehmungssteuerung und ihre Ziele erkannt werden können, und das  Unterscheidungs- und Urteilsvermögen, differenziertes Denken und eigenständige Wahrnehmung, die diese Methode angreift, zu festigen. Damit soll eigenständigem Denken und Urteilen ein fester Weg aus der Ohnmacht in der täglichen Flut von Medieninformationen über die Gentechnik gebahnt werden, in der Wahrheit und Täuschung nicht mehr voneinander unterscheidbar sein sollen, um Ohnmacht zu verbreiten.  Abschließend sollen Wege erkundet werden, die gewonnenen Einsichten wirksam weiterzugeben.

Programm    Info zum Drucken   Termine     Ort- & Termin-Vorschlag   Teilnahmebedingungen   Anmeldung

 

DAS BLAUE VOM HIMMEL II
Gentechnik, Globalisierung, Terror, Krieg

Der politische Mythos für das globale Spiel mit sozialer Verantwortung

Die am intensivsten globalisierten Unternehmen sind in der BRD die Gentechnik betreibenden Chemie- und Pharma-Konzerne. Weltweit fällt vor allem diese Branche mit der Anwendung "psychologischer Operationen" zur  Wahrnehmungs- und Gefühlssteuerung in groß angelegten PR-Strategien auf. Diese Methoden sollen Politikern und uns die Wahrnehmung von Widersprüchen zwischen Anspruch und Realität der Gentechnik, der neoliberalistischen Globalisierung und des Bush-Krieges gegen die "Achse des Bösen" entziehen. Mit ihrer Hilfe wird ein "politischer Mythos" aufgebaut, der die Politik und uns glauben machen soll, Gentechnik, das globale Spiel und der Bush-Krieg seien sozial und ökologisch verantwortliches Handeln. Dieser politische Mythos präsentiert globale Konzerne, allen voran die Gentechnikkonzerne, und die USA als lichtbringende Versorger und unsere Zukunft.

Dieser politische Mythos hat bereits weitgehend die Überzeugung durchgesetzt, daß sozial und ökologisch verantwortliches Handeln nicht durch staatliche Regulierungen sichergestellt werden müsse, weil es die "unsichtbare Hand des Marktes" schon sicherstelle. Denn sozial und ökologisch unverantwortlich handelnde Unternehmen würde die "unsichtbare Hand des Marktes " aus dem Wettbewerb entfernen, da sie Vertrauen, Ansehen und Käufer verspielen. Aber gerade die Gentechnikkonzerne versuchen, die in Europa seit Jahren berechtigt stabil hohe Ablehnung der Gentechnik in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion mit einem politischen Mythos zur Gentechnik zu überwinden.

Globale Konzerne drängen mit Unterstützung der USA über die Welthandelsorganisation (WTO) auf den Abbau sämtlicher staatlicher Regulierungen und Wettbewerbsverzerrungen durch staatliche Finanzierungen und Subventionen, weil dies Handelshemmnisse seien - auch im Dienstleistungsbereich (General Agreement on Trade in Services, GATS). Deshalb sollen auch staatliche Versorgungsbetriebe privatisiert werden. Nach Post und Bahn sind in der BRD nun die Wasserwerke und der Nahverkehr an der Reihe. Inzwischen drängen globale Konzerne und die USA gemeinsam auf die Einbeziehung des Gesundheits- und Bildungswesens in den Rahmen von GATS.

Daß diese "Liberalisierung" des globalen Marktes nicht sozial und ökologisch verantwortliches Handeln  bewirkt, sondern im Gegenteil: unverantwortliches Handeln entgrenzt, zeigt die Praxis der letzten Jahre: Denn unter dem Druck angedrohter Verlagerung von Geschäftssitzen, Forschung und Entwicklung sowie Produktionsstätten (Standortdebatte) deregulierten die Regierungen Steuer-, Wirtschafts-, Wissenschafts-, Technik-, Arbeits- und Sozialrecht  - mit der Folge leerer Staatskassen, enormer Abgabenbelastung der Löhne und Gehälter, steigender Arbeitslosigkeit,  schwindender Unabhängigkeit der Wissenschaft, steigender Risiken von Innovationen, zunehmender Oligopolisierung nahezu aller Branchen usw.

Insbesondere bei Innovationen wie z.B. Gentechnik und Mobilfunk mißbrauchen globale Konzerne  für eine schnelle Vermarktung unausgereifter Produkte mit ungeklärten Risiken gewachsenes Recht, das den tiefen Eingriffen der Innovationen in soziale und ökologische Zusammenhänge nicht mehr gerecht werden kann; und die Gestaltung neuer Gesetze beeinflussen sie mit höchstem Lobbyaufwand und der Drohung von Standortverlagerungen so, daß sie Verantwortungslosigkeit legalisieren. Fortan pochen sie darauf, daß ihr Handeln unbedenklich und verantwortlich sei, weil es den Segen des (immer abhängigeren) Staates habe und Recht und Gesetz einhalte.

Daß die faktische Praxis der globalen Konzerne ihrer neoliberalistischen Ideologie von der selbstregulierenden "unsichtbaren Hand des Marktes" widerspricht, soll durch den politischen Mythos verschleiert werden. Mit ihm versuchen globale Konzerne in den Augen der Menschen als die besseren Staaten zu erscheinen. Dazu setzen  "psychologische Operationen" ein, die das Wahrnehmungs- und Denkvermögen der Menschen stören und ihre Wahrnehmung  und kollektive Gefühle steuern (perception managment).

Durch einen unterhaltsamen Auftakt öffnet das Seminar den Zugang zur Welt kollektiver Gefühle und ihren Wurzeln in den Mythen von"Old Europe". Das Seminar führt anhand von Beispielen aus der Gentechnik und der "Versorgungs"-Branche (Bilder, Texte, Begriffe, Firmenauftritte, Internetseiten) durch  Anwendungen und verborgene Ziele dieser Methoden in der Öffentlichkeitsarbeit, die dem „Westen auf Erden“ und der Ablösung von Staaten durch Konzerne den Boden bereiten. Es zeigt die Synergien zwischen verschiedenen Psychologischen Operationen in weit voneinander entfernten Feldern auf (Gentechnik, Versorgungsbranche, Bush's Kriege gegen das Böse und den Irak).  Wechsel zwischen Vorträgen, Gesprächen, Übungen der Selbstwahrnehmung, ergründenden und kreativen Aktivitäten soll das Zusammenspiel zwischen "psychologischen Operationen" und kollektiven Gefühlen erlebbar machen.  Die Teilnehmer werden angeleitet, die Wirkung dieser Methoden in sich zu beobachten und deren Anwendung und Ziele hinsichtlich ökologischer, psychologischer und sozialer Verantwortung der Konzerne ("corporate social responsibility") resistent zu bewerten.

Ziel des Seminars ist, Kriterein zu vermitteln, an denen die Anwendung der Wahrnehmungssteuerung und ihre Ziele erkannt werden können, und das  Unterscheidungs- und Urteilsvermögen, differenziertes Denken und eigenständige Wahrnehmung, die diese Methode angreift, zu festigen. Damit soll eigenständigem Denken und Urteilen ein fester Weg aus der Ohnmacht in der täglichen Flut von Medieninformationen über die Gentechnik gebahnt werden, in der Wahrheit und Täuschung nicht mehr voneinander unterscheidbar sein sollen, um Ohnmacht zu verbreiten.  Abschließend sollen Wege erkundet werden, die gewonnenen Einsichten wirksam weiterzugeben.

Programm Info zum Drucken   Termine     Ort- & Termin-Vorschlag   Teilnahmebedingungen   Anmeldung 

 

 

GrossKleinHell.jpg (9976 Byte)

Nächster Termin:

Raum
Hamburg/Bremen
16.-18.5.03

 

Programm

Freitag ab 18.00 Anreise
19.00 - 19.30 Begrüßung, Vorstellungsrunde
19.30 - 20.15 Einstimmung ins Mythische: antike Geschichten
20.15 - 21.15 Über Mythos und die Aktualität antiker Mythen (Gespräch)
21.15 - 21.30 Was ist Mythos? (zusammenfassendes Referat)
Samstag   9.00 -  9.30 Mythische Traumbilder (Morgenrunde)
  9.30 - 11.00 Psychologische Operationen durch Symbole und Ereignisse (Referat und Gespräch)
11.00 - 11.15 Pause
11.15 - 12.30 Symbol-Verwandlungen (Einzel- oder Gruppenarbeit)
12.30 - 14.30 Mittagspause
14.30 - 15.00 Rückblick auf den Vormittag
15.00 - 15.30 Psychologische Operationen durch Texte (Einführungsreferat)
15.30 - 16.30 Erkennen psychologischer Operationen in Texten (Gruppenarbeit)
16.30 - 17.00 Berichte der Arbeitsgruppen
17.00 - 17.30 Pause
17.30 - 18.30 Konzerne als Staat: Der politische Mythos zur Gentechnik und zu  "sozialer Verantwortung"
18.30 - 19.30 Diskussion
       ab 19.30 Abendessen, offener Austausch bei geselligem Beisammensein am Kamin oder Lagerfeuer (nach Wetterlage)
Sonntag   9.00 - 9.30 Morgenrunde
9.30 - 10.00 Mythos und Aufklärung (Referat)
10.00 - 11.00 Verwandlungen des politischen Mythos (Gruppenarbeit)
11.00 - 11.15 Pause
11.15 - 11.45 Berichte aus den Gruppen
11.45 - 12.30 Umsetzung aufklärender Verwandlungen (Brainstorming   und Gespräch)
12.30 - 13.00 Abschlußrunde
ab 13.00 Ausklang bei gemeinsamem Mittagessen