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Babylon

Turmbau (Gen 11), Nebukadnezar (Dan 2.36), Apokalypse, das Tier (Dan 7, Offb 17.3), das Babylon trägt (Offb 17.5), die große Stadt in Gestalt einer Frau (Offb. 18.10). Für all das steht Babylon. Ein großes Geheimnis, wie es in der Offenbarung heißt.

Es bleibt abzuwarten, welche Rolle Babylon noch in den politischen Mythen um den 2. Golfkrieg als George W. Bush's "Kampf gegen die Achse des Bösen" und die Zeit der "Neuordnung" danach spielen wird.  Schon ein anderer amerikanischer   (Western-)Held oder Gottessohn, der ebenfalls Präsident für die Republikaner wurde, Ronald Reagan, hegte Träume von Harmagedon und meinte, daß er es noch erleben würde.

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Babymorde

Die amerikanische PR Agentur Hill & Knowlton erfand zu Beginn des 1. Golfkrieges, daß irakische Soldaten Babys aus Wiegen und Brutkästen geholt und ermordet hätten. Zur medienwirksamen Verbreitung der Geschichte wurde eine minderjährige Diplomatentochter (15Jahre alt) völlig verantwortungslos öffentlich psychisch mißbraucht: man brachte sie dazu, vor dem US-Kongreß unter Tränen zu behaupten, sie habe das selbst gesehen. Und das, obwohl die offenkundige Aggression Saddam Husseins gegen Kuwait keine zusätzliche Rechtfertigung erfordert hätte. Die TV-Bilder ihres Auftritts gingen um die Welt. |mehr (mit ausführlichen Quellenangaben)| (vgl. http://www.corporatewatch.org/profiles/hk/hk4.htm#gulfwar; http://www.miprox.de/Sonstiges/Public-Relation.html   )

Die Geschichte aktiviert ein mythisches und ein psychisches Muster. Im mythischen Muster spielt sie auf die Babymorde von Herodes an und läßt Saddam Hussein wie Herodes und die Amerikaner wie die Hüter von Maria, Josef und Christus erscheinen. Im psychischen Muster identifizieren wir uns mit den Babys und erleiden deren Ohnmacht vor einem übermächtigen Aggressor, aus der wir uns zu einem Übermächtigen idealisierten Beschützer flüchten.

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corporate social responsibility

"Soziale Verantwortung des Unternehmens", in USA auch "corporate citizenship" (Bürgerschaft des Unternehmens) genannt (s. Novartis-Broschüre). Antwort  der globalen Konzerne und ihrer PR-Agenturen (z.B. Burson-Marsteller, Edelman, Fleishman-Hillard, Hill & Knowlton, Ketchum and Weber Shandwick) auf die wachsende Kritik an Deregulierung, Neoliberalismus und Globalisierung. Das PR-Konzept, das seit 2001 mainstream der PR-Branche und deren Wachstumsmarkt zu werden scheint (PR Week),  soll u.a. mit Statistiken z.B. über Sicherheitsinvestitionen, Wertschöpfungsverteilung u.a. die Aktivitäten globaler Spieler in den Augen der Öffentlichkeit als "sozial verantwortlich" "beweisen" und verhindern, daß es selbst als "leerer PR-Blitz" wahrgenommen wird (David Drobis, Vorstandsvorsitzender Ketchum).

PR Firmen wollen, daß  Unternehmensverantwortung  als eine freiwillige Leistung der Unternehmen gesehen wird, die  ihnen gerade ihr Gewinnintresse abverlangt,   weil sie sich sonst durch ein negatives Ansehen der Gewinnmöglichkeiten berauben (PRwatch). Gerade aber in den Bemühungen um eine deregulierenden Gestaltung  z.B. des Gentechnikrechts und in den mächtigen Anstrengungen, die Lasten der Gentechnikanwendung (Kontaminationsschäden, Kosten der Warentrennung und Kontrolle) auf unbeteiligte Dritte abzuwälzen (s. Faire Nachbarschaft > Problemfelder), statt im Aufbau eines strikten Verursacherprinzipes zu kooperieren, das die soziale Verantwortung der Gentechnik-Unternehmen einlösen würde, zeigt sich das Gegenteil. (s. http://www.prwatch.org/prwissues/2002Q3/csr.html, http://www.prwatch.org/prwissues/2002Q3/ )

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Deregulierung

http://www.subventionsberater.de/marktlex/antiusai.html

 

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General Agreement on Trade in Services (GATS)

"Dienstleistungen umfassen fast alle ökonomischen Aktivitäten außer der Herstellung von Gütern, Rohstoffen und Agrarprodukten. Da viele Dienstleistungen, wie die Pflege von Patienten oder Unterricht, auf direktem menschlichen Kontakt beruhen, wurde lange angenommen, daß sie örtlich gebunden seien. Heutzutage ist dies bei weltweit agierenden Banken, Versicherungen und weltweiter Datenverwaltung nicht mehr gültig. (Nach Daten des US-Handelsministeriums haben sich seit 1987 die Exporte von Dienstleistungen der USA mehr als verdoppelt und beliefen sich im letzten Jahr auf $ 239 Mrd.)

Das "Allgemeine Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen" (General Agreement on Trade in Services, GATS) ist eines von 15 Abkommen der Uruguay-Runde, das in der WTO umgesetzt wurde. Obwohl schon große Liberalisierungsabkommen im Bereich Telekommunikation und Finanzdienstleistungen in den letzten vier Jahren abgeschlossen wurden, stehen noch weitere Gespräche auf der Tagesordnung. Die Industrie und neuerdings auch die Sonderbeauftragte des US-Präsidenten für den Handel, Charlene Barshefsky, setzen sich für die Behandlung der Themen Gesundheit und Bildung ein. Die direkte Behandlung der Wasserversorgung, inklusive des städtischen Trinkwassers, nach GATT-Bedingungen wird eventuell auch auf die GATS-Tagesordnung gesetzt.

GATS-Regeln beinhalten die Verpflichtung jedes Landes, alle seine Dienstleistungssektoren zu liberalisieren. Weitere Liberalisierungen der Finanzdienstleistungen sind eine der "Hintertüren", durch die Komponenten des MAI in die WTO eingebracht werden sollen. " (Quelle: http://massenmensch.de/wto/wto13.html)

Die Liberalisierung des Dienstleistungssketors bedeutet wohl eher nicht, daß nun Frieseure, Krankenschwestern und Lehrer  für ihren Job aus den USA anreisen und das Wasser aus den Wasserhleitungen nun aus den USA kommt,  sondern eher, daß Wasserwerke, Krankenhäuser und Bildungseinrichtungen wie Schulen und Universitäten privatisiert und von ausländischen Investoren übernommen werden können. Daß die Privatisierung dieser Grundversorgungen nach der weltweiten Oligopolisierung der Lebensmittelversorgung die Demokratie stabilisieren wird, darf bezweifelt werden: die Abhängigkeit von globalen Spielern und ihre Möglichkeiten, Gesundheit, Erbanlagen und  Bewußtsein zu manipulieren würden total. Brave new world?

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Globalisierung

In den letzten 20 Jahren sind die Unternehmen durch Fusionen und Verdrängungswettbewerb immer größer geworden. Dadurch wuchsen ihrer Möglichkeiten, Staaten durch ihre Ansiedlungspolitik gegeneinander auszuspielen.   Mit Angeboten, ihren Geschäftssitz, Forschung und Entwicklung  und Produktionsstätten anzusiedeln - oder mit der Drohung, sie in andere Staaten zu verlagern - erreichten sie weltweit eine für sie günstige Gestaltung des Steuer-, Wissenschafts-, Technik-, Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialrechts (Deregulierung). "Globalisierung" nennt sich heute diese Entwicklung. Leere Staatskassen, höhere Belastungen der Lohneinkommen, Arbeitslosigkeit, sinkende Löhne, aber auch immer abhängigere Forschung und wachsende Risiken von Innovationen mit unabsehbaren Folgekosten waren die Folgen, die in den Industrieländern mit ungünstigen demographischen Entwicklungen und dem strukturell bedingten Abbau von Arbeitsplätzen als Folge der Informationstechnologie konvergierten. Die Regierungen wurden immer abhängiger von globalen Spielern. Die Macht ging mehr und mehr nicht mehr vom Volke und seinen gewählten Vertretern aus, sondern von globalen Spielern. Die Globalisierung ist aber nicht nur abzulehnen: den anders als durch internationale Vereinbarungen global gültiger Rgeln kann nicht gestoppt werden, daß globale Spieler Staaten weiter gegeneinander ausspielen, sich immer mehr Macht aneignen und damit Demokratien untergraben. Erst wenn das gestoppt ist, könnte die Globalisierung das bewirken, was die globalen Spieler zur Verschleierung ihres Machtstrebens schon heute als Wirkung ihres globalen Spiels verheißen: eine gerechtere Verteilung der Wertschöpfung in der Welt. Ob das gelingt, hängt aber davon ab, ob sich Regierungen und Nicht-Regierungs-Organisationen bei internationalen Vereinbarungen dem Druck und Einfluß der globalen Spieler noch entziehen können oder sich ihm beugen.

Einige Regierungen haben sich den Neoliberalismus der globalen Spieler bereits zu eigen gemacht. Dazu gehören vor allem die USA (seit Reagan) und Großbritannien (seit Thatcher), aber auch die BRD (seit Kohl). Die Schröder-Blair-Allianz bedetete keineswegs eine Umkehr. Wenn sich nach Ende des 2. Golfkrieges das unipolare Hegemoniestreben der USA verdeutlichen und verstärken sollte, das auf dem Weg zum Krieg, in den Äußerungen Bush's, in der Ablehnung des Internationalen Gerichtshofes, des Klimaschutzes und in der WTO sichtbar wurde, hat die Welt aufgrund der militärischen Überlegenheit der USA ein ernsthaftes Problem, das keine positive Entwicklung der Globalisierung erwarten läßt (vgl. GATS: Gesundheit und Bildung).

Glossar zur Globalisierung Organisations-Glossar Mythen der Globalisierung (Atikel)

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Gottessöhne

In der Bibel gibt es nicht nur den einen namens Christus. Das alte Testament sieht die "Gottessöhne" mit den Menschentöchtern (!) Helden und berühmte Männer zeugen, mit denen sich allerdings Gewalt und Bosheit in der Welt verbreitet ... die "der Herr" nur noch per Sintflut zu stoppen vermag! (Gen 6).

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Harmagedon

(Offb 16,16)

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issue manangement

Issue-Management, zu deutsch auch als Themenmanagement bezeichnet, ist ein "strategisch geleiteter Prozess zur Steuerung der Meinungsbildung. Dabei geht es darum, frühzeitig Einfluss auf die öffentliche Diskussion zu nehmen, um Krisen vorzubeugen und positive Stimmung für ein Unternehmen zu verbreiten. Im Rahmen des Issue-Management werden zunächst diejenigen Themen identifiziert, die für ein Unternehmen relevant sind, da sie mit ihrem Handeln diese Themen berühren oder mit ihnen in Verbindung gebracht werden.(Quelle: http://www.a-b-issue-management.de/)

"Unternehmen kommen leicht ins Gerede: Etwa wenn die A-Klasse von Mercedes-Benz umkippt, Bayer ein Medikament zurückrufen muss oder Adidas Kinderarbeit vorgeworfen wird. Soll das Image des betroffenen Konzerns keinen dauerhaften Schaden nehmen, müssen sich die Führungskräfte mit diesen (Streit-)Fragen, neudeutsch Issues, auseinander setzen. Da die Öffentlichkeit Unternehmen zunehmend kritisch beobachtet, betreiben Firmen immer häufiger ein so genanntes Issue-Management.

Idealerweise gehören dazu eine systematische Quellenanalyse und im zweiten Schritt das Beeinflussen von Trends und Meinungen. So suchen Bertelsmann-Mitarbeiter jeden Tag in rund 30.000 Zeitungs- und Magazinartikeln nach Themen, die den Konzern betreffen könnten. Die Issue-Manager von DaimlerChrysler beobachten sogar Internet-Newsgroups von Umweltverbänden. Der Konzern stellte bei seinen Recherchen vor einiger Zeit fest, dass sein Hightech-Image in Gefahr geriet. Die Stuttgarter reagierten darauf mit einem verstärkten Angebot von Werksbesuchen, Hintergrundgesprächen und Pressekonferenzen.

Issue-Management ist aber nicht allein eine Aufgabe der Kommunikationsabteilung, sondern auch aller anderen Bereiche. Gefordert ist jeder Mitarbeiter, der Kontakt zu einem bestimmten Ausschnitt der Öffentlichkeit hat und damit das Bild des Unternehmens beeinflussen kann."

(Quelle: http://www.manager-magazin.de/harvard/0,2828,222511,00.html - Lothar Kuhn)

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Mythos

In erst mündlicher Überlieferung, dann durch Schrift und bildendende und darstellende Kunst gewachsenes Netzes aus mehrdeutigen, einst auch religiösen Bildern, Symbolen, Begriffen, Geschichten, Ereignissen, Festen, das die Wahrnehmung des kulturellen status quo und seiner Zukunft konstruiert und dekonstruiert, deren Komplexität reduzieren, für einfache Menschen handhabbar, Ambivalenzen, Undeutlichkeiten, Widersprüche, psychische und soziale Konflikte, Brüche, Verwerfungen, Risiken wahrnehmbar machen oder entlastend verschleiern und die gegenwärtigen Herrschaftsverhältnisse legitimieren oder delegitimieren. Mythos, der gewachsen ist, ist in der Regel mehrdeutig und deutungsoffen und dadurch ein dialektisches Orientierungsmedium, das auch herausfordert, den kulturellen status quo zu hinterfragen und ihn auf Möglichkeiten zur Lösungen kultureller, gesellschaftlicher und kollektiver oder individueller psychischer Probleme zu befragen.

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Mythos-Marketing

Deutsche Bezeichnung eines relativ neuen PR-Konzeptes, das Erkenntnisse der Mythos-Forschung mißbraucht, um eine für die Interessen von Unternehmen (Gewinnmaximierung) günstige psychische, soziale und kulturelle Wirklichkeit zu konstruieren. Mythos-Marketing umfaßt und vernetzt alle bisherigen Marketing- und PR-Instrumente u.a. zur Konstruktion von Zusatznutzen der Produkte, von Firmen-Image und -Identität (corporate identity - CI), in einem Geflecht von Symbolen und Geschichten, die mit Hilfe von "perception management",   "psychologischen Operationen" und "mood management" nicht bloß das Ansehen (Image) und Identität (CI) des Unternehmens in den Augen von potentiellen Kunden und Mitarbeitern konstruieren und darüber eine Bindung herstellen, sondern darüber hinaus einen Unternehmens-Mythos bis hin zu einer teilweise fiktiven sozialen  und kulturellen "Wirklichkeit", die die gesamte Öffentlichkeit auf der Basis unbewußter kollektiver Gefühlsmuster für "wahr" halten kann, ohne sie zu hinterfragen. Mit dem gleichen Konzept läßt sich ein politischer Mythos konstruieren.

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Neoliberalismus

Neoliberalismus setzt am utilitaristischen Glauben des Liberalismus aus Zeiten des Vokswirtschaftklassikers Adam Smith (1723-1790) an, der Markt reguliere sich selbst. Der Kern der heutigen neoliberalen Position ist die These, bei völliger Freiheit des Wirtschaftens ohne jegliche staatlichen Eingriffe und  Regulierungen würden Unternehmen gerade wegen ihrer Gewinnabsichten sozial und ökologisch verantwortlich handeln und das Leben der Menschen verbessern, weil sie anderenfalls von der "unsichtbaren Hand des Marktes" aus dem Wettberwerb ausgeschieden würden, da sie Ansehen und deshalb Käufer verlieren.

Diese Position hat theoretisch eine gewisse Logik. Die Praxis ist aber von massiven Anstrengungen gerade der großen Transnationalen Unternehmen (TNCs - transnational corporates) geprägt, Gewinne zu privatisieren und Kosten zu sozialisieren (z.B. durch Reduktion von Löhnen, Sozialbeiträgen, Steuern, der Ausgaben für Sicherheit und Sicherheitsforschung etc. oder durch Regulierungen, die Lasten auf Dritte abwälzen) und die daraus wachsenden Widersprüche zu obiger These, durch ausgeklügelte PR-Strategien (z.B. "corporate social responsibility")der Wahrnehmung der Menschen zu entziehen. Diese PR-Strategien bauen die Kernthese des Neoliberalismus zu einem politischen Mythos auf, den die Menschen glauben und nicht mehr hinterfragen (sollen).

Andere Definitionen und Beschreibungen:

Ideologie der aktuellen politisch-ökonomische Phase des Kapitalismus, in der von Seiten der Politik, aber auch in der öffentlichen Meinung, der freie Markt und das freie UnternehmerInnentum als Schlüssel zum Fortschritt und zu einer anstrebenswerten Zukunft betrachtet wird. Markt und Produktion werden "befreit" von den Mitbestimmungsrechten der Menschen und von den Regulierungen der Politik.

Quelle: http://opentheory.org/gegenbilder_5-2/text.phtml

Keynesianismus (alte Sozialdemokratie)

Zentrale ökonomische Rolle des Staates in einer staatlichen und privatorganisierten Volkswirtschaft. Der Staat steuert Ökonomie vor allem durch Stimulierung privater und öffentlicher Nachfrage. Instrumente: Deficit-Spending (staatliche Verschuldung während Rezessionen) und öffentliche Ausgabenprogramme, Zins- und Steuerpolitik. Wenig interessiert an Unternehmensproduktivität. Der Staat muss irrationale Tendenzen des Kapitalismus auffangen; zentrale Rolle des Wohlfahrtsstaats.

Neoliberalismus (Reaganomics und Thatcherismus)

Minimalistischer Staat. Vertrauen auf die «unsichtbare Hand des Marktes», der keiner oder nur äusserst geringer staatlicher Regulierung bedarf. Wichtigste Prinzipien: Privatisierung, Abbau von hemmenden Vorschriften und Auflagen für Unternehmen, Steuersenkungen, Wettbewerb und ungehemmter Fluss von Kapitalströmen in der weltumspannenden Ökonomie. Wohlfahrtsstaat auf Funktion eines Sicherheitsnetzes reduziert.

Dritter Weg (modernisierte Sozialdemokratie)

Akzeptiert Globalisierung und Überlegenheit des Marktprinzips über staatliche Lenkung und Planung. Der «aktive Staat» setzt den Rahmen durch intelligente Regulierung der Wirtschaft. Er achtet auf Chancengleichheit durch das Angebot an die Bürger zu «lebenslangem Lernen» und Förderung schulischer wie beruflicher Qualifikation. Das Ziel der zivilen Gesellschaft verlangt gesellschaftspolitischen Interventionismus. Viele Sozialleistungen gibt es nur gegen Leistung.

Quelle: http://www.sonntagszeitung.ch/1998/sz40/s21-336.HTM

 

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Öffentlichkeitsarbeit  > Public Relations

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perception managment

Definition des US-Verteidigungsministeriums (Department of Defense - DoD):

Maßnahmen, um die Gefühle, Motive und das Denkvermögen einer ausländische Öffentlichkeiten und die offiziellen Bewertungen von Geheimdiensten und Amtsinhabern aller Ebenen  durch Vermittlung und/oder Unterdrückung ausgewählter Informationen oder Fakten zu beeinflussen und Verhaltensweisen und offizielle Maßnahmen zu erzielen, die für die Ziele der Urheber günstig sind. Perception management kombiniert auf vielfältige Weisen Wahrheitsprojektion, Vortäuschung anderer als der wirklichen Motive (cover), Täuschung, Betrug, Operationssicherung und Psychologische Operationen.

"Actions to convey and/or deny selected information and indicators to foreign audiences to influence their emotions, motives, and objective reasoning as well as to intelligence systems and leaders at all levels to influence official estimates, ultimately resulting in foreign behaviors and official actions favorable to the originator's objectives. In various ways, perception management combines truth projection, operations security, cover and deception, and psychological operations. See also psychological operations." (Quelle: http://www.dtic.mil/doctrine/jel/doddict/data/p/03990.html )

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politischer Mythos

Inszenierung eines Netzes aus Bildern, Symbolen, Begriffen, Geschichten, Ereignissen, Festen zur Konstruktion einer Wahrnehmung des gesellschaftlichen status quo und/oder der Zukunft, die deren Komplexität reduziert, für einfache Menschen handhabbar macht, sie von der Wahrnehmung von Ambivalenzen, Undeutlichkeiten, Widersprüchen, psychischen und sozialen Konflikten, Brüchen, Verwerfungen, Risiken sowie von der Mitverantwortung für den status quo oder eine angestrebte Zukunft entlastet und beide legitimiert.

Im Unterschied zum gewachsenen Mythos einer Kultur fehlt dem Konstrukt eines politischen Mythos in der Regel vor allem Mehrdeutigkeit und Deutungsoffenheit, die den gewachsenen Mythos einer Kultur zu einem dialektischen Orientierungmedium machen, das auch herausfordert, den status quo zu hinterfragen.

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psychologische Operationen (PSYOP)

Definition des US-Verteidigungsministeriums (Department of Defense - DoD):

Planvolle Maßnahmen zur Vermittlung ausgewählter Informationen und Fakten an ausländische Öffentlichkeiten um Gefühle, Motive und ihr Denkvermögen und schließlich das Verhalten ausländischer Regierungen, Organisationen, Gruppen und Einzelpersonen zu beeinflussen.  Das Ziel psychologischer Operationen ist, Haltungen und Verhalten zu erzeugen oder zu verstärken, die für die Ziele des Urhebers günstig sind.

"Planned operations to convey selected information and indicators to foreign audiences to influence their emotions, motives, objective reasoning, and ultimately the behavior of foreign governments, organizations, groups, and individuals. The purpose of psychological operations is to induce or reinforce foreign attitudes and behavior favorable to the originator's objectives. Also called PSYOP. See also consolidation psychological operations; overt peacetime psychological operations programs; perception management." (Quelle: http://www.dtic.mil/doctrine/jel/doddict/data/p/04256.html ).

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Programme psychologischer Opertationen für Friedenszeiten

Definition des US-Verteidigungsministeriums (Department of Defense - DoD):

Diese Programme, die von der Truppenführung in Zusammenarbeit mit den Chefs der Diplomatischen Missionen der USA entwickelt wurden, planen, unterstützen und stellen der Führung Psychologischer Operationen während anderer als Kriegsoperationen, Unterstützung regionaler Politik, Interessen, Zielvorstellungen der USA und auf regionalen militärischen Schauplätzen bereit.

" overt peacetime psychological operations programs
Those programs developed by combatant commands, in coordination with the chiefs of US diplomatic missions, that plan, support, and provide for the conduct of psychological operations, during military operations other than war, in support of US regional objectives, policies, interests, and theater military missions. Also called OP3. See also consolidation psychological operations; psychological operations."

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psychologische Kriegsführung (psychological warfare)

Definition des US-Verteidigungsministeriums (Department of Defense - DoD):

Der planvolle Einsatz von Propaganda und anderen psychologischen Aktionen mit dem vorrangigen Ziel, Meinungen, Gefühle, Haltungen und Verhalten feindlicher ausländischer Gruppen so zu beeinflussen, daß sie das Erreichen nationaler Ziele unterstützen.

"The planned use of propaganda and other psychological actions having the primary purpose of influencing the opinions, emotions, attitudes, and behavior of hostile foreign groups in such a way as to support the achievement of national objectives. Also called PSYWAR."

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Public Relations (PR)

"Public Relations, oder zu deutsch schlicht "Öffentlichkeitsarbeit", ist auch hierzulande ein wachsender Dienstleistungsbereich. Immer mehr Unternehmen, Verbände, Kulturträger und staatliche Organisationen bedienen sich professioneller Public Relations Agenturen, um ihre Anliegen in die Öffentlichkeit zu transportieren. Public Relations ist dabei mehr als einfache Werbung für ein Unternehmen, ein Produkt oder eine Idee. PR beinhaltet vielmehr den Entwurf von umfassenden Kommunikationsstrategien. Ein beliebig herausgegriffenes Lehrbuch zur Einführung in Public Relations definiert den Begriff von daher wie folgt:  "PR ist Kommunikationsmanagement, das den Prozess der Meinungsbildung durch den strategisch geplanten, effizienten und gezielten Einsatz von Kommunikationsmitteln gestaltet."(1) Das hört sich einigermaßen harmlos an. Und in der Tat stellen sich die verschiedenen Protagonisten dieser Branche am liebsten als einfache Mittler dar, die nur zu einer demokratischen Informationsvielfalt beitragen und allein mit nüchternen Sachinformationen eine vernünftige öffentliche Debatte zu bereichern suchen. Nun, ja ... Auf Seite zwei des gleichen Lehrbuchs wird man jedenfalls schon etwas deutlicher und schreibt: "Funktionen von Public Relations sind Imagegestaltung, kontinuierlicher Vertrauenserwerb, Konfliktmanagement und das Herstellen von gesellschaftlichem Konsens"(2)
Zentrale Aufgabenfelder von Public Relations sind "Marketing Communications", in dem es um die Entwicklung von Produktmarken und deren Image geht (Branding), sowie "Corporate Communications", wo Strategien zur Positionierung und Imagebildung von ganzen Unternehmen entwickelt werden (corporate design). Zu letzterem gehören Teilbereiche, wie z.B. das "Reputation Management", ein Aufgabengebiet, das sich um die öffentliche Wahrnehmung von Unternehmen dreht und dem es wohl zu verdanken ist, dass sich heute auch noch das letzte Unternehmen in seiner Außenrepräsentation des Ökologiegedankens bedient. 
Zu einem weiteren zentralen Feld von PR, den "Public Affairs", zählt sowohl eine klassische Lobbyarbeit in Bezug auf politische Entscheidungsträger als auch ein generelles "Issue Management", also die Plazierung und Gestaltung von bestimmten Themen in den Medien und in der öffentlichen Diskussion, insbesondere im Vorfeld von regulatorischen bzw. gesetzgeberischen Eingriffen durch die Politik. 
Aufgabe einer PR-Agentur ist es in der Regel, ein für das jeweilige Ziel geeignetes Kommunikationskonzept zu entwickeln und für dessen Umsetzung zu sorgen. Ein solches Kommunikationskonzept basiert zumeist auf einer genauen Analyse der Ausgangslage: den Interessen der verschiedenen Akteure, den vorherrschenden gesellschaftlichen Einstellungen sowie der zu erwartenden wirtschaftlichen Entwicklung. Die Kommunikationsstrategie benennt die Marschrichtung der Öffentlichkeitsarbeit in Bezug auf die verschiedenen Akteure oder Teilöffentlichkeiten. Sie geht von dem generellen Identitätskonzept oder Image des Auftraggebers aus, legt die inhaltliche Ausrichtung, die Basisbotschaften, fest und sucht nach geeigneten Strukturen und Bündnispartnern, die eine erfolgreiche Umsetzung des Auftrags gewährleisten. Die taktische Umsetzung legt die Mittel fest mit denen auf die einzelnen Akteure eingewirkt werden soll (z.B. Presseerklärungen, Events wie Konferenzen- und Kulturveranstaltungen, u.v.m.). Der gesamte Prozess von der Planung bis zum Abschluss der Kampagne wird schließlich durch Untersuchungen (durch Meinungsumfragen, Medienanalyse u.ä.) begleitet, die eine Überprüfung des Erreichten gewährleisten sollen. Natürlich unterscheiden sich die jeweiligen Kommunikationskonzepte vehement voneinander, je nachdem ob beispielsweise eine neue Produktmarke auf dem Markt eingeführt oder ob z.B. Einfluss auf ein bestimmtes Gesetzesvorhaben genommen werden soll. 
Ein besonderes Angebot halten zahlreiche PR-Agenturen unter dem Stichwort "Krisenkommunikation" für ihre Kunden bereit. Ereignisse, wie Unfälle, Streiks oder Boykotterklärungen können relativ unvermittelt ein Unternehmen nachhaltig schädigen. Häufig ist dabei der eigentliche Anlass, z.B. der konkrete Störfall, für das Unternehmen weniger bedrohlich, als sich eine daran anschließende gesellschaftliche Diskussion.
" |mehr (lesenswert)|
(Quelle: http://www.miprox.de/Sonstiges/Public-Relation.html)

[PR ist]"Das bewußte, geplante und dauernde Bemühen, gegenseitiges Verständnis und Vertrauen in der Öffentlichkeit aufzubauen und zu pflegen. PR ist nicht auf die Erzielung eines direkten Kaufabschlusses und eher langfristig ausgerichtet.""Öffentlichkeitsarbeit (engl. Public Relations, Abk. PR),Bez. für Pflege der Beziehungen zw. einem Auftraggeber und einer für ihn wichtigen Öffentlichkeit. Ö. versucht, in der Öffentlichkeit ein Klima des Einverständnisses und Vertrauens zu schaffen, das dem Zweck von Unternehmen oder Organisationen förderl. ist, und wird außer von Unternehmen auch von Verbänden (Lobby), Behörden (Presse- und Ö.)und Parteien (Vertrauensarbeit) betrieben. Begriff und Methoden der Ö. sind nicht fest umrissen. Im Ggs. zur Werbung ist Ö. nicht unmittelbar am Verkauf von Gütern oder Dienstleistungen interessiert, setzt vielfach sogar außerhalb des ökonom. Bereichs an, z. B. durch Förderung kultureller, wiss. oder künstl. Interessen.Der Begriff Public Relations stammt aus den USA, wo seit Beginn des 20 Jh. die Unternehmen versuchten, öffentl. Kritik mit neuen Methoden abzuwehren und die Öffentlichkeit und ihre Medien gegen wirtsch.- und sozial-polit. Reformvorstellungen einzunehmen.""Public Relations (PR) bzw. Öffentlichkeitsarbeit ist ein Kommunikationswerkzeug, daß für Marketinzwecke eingesetzt werden kann. Das Unternehmen muß nämlich nicht nur zu den Verbrauchern, Lieferanten und Händlern ein positives Verhältnis aufbauen. Es muß auch sein Verhältnis zu vielen Gruppen der Öffentlichkeit konstruktiv beeinflussen. Wir definieren ein solche Gruppe der Öffentlichkeit wie folgt: Eine Gruppe der Öffentlichkeit ist für das Unternehmen jede Gruppe, die aktuell oder potentiell die Interessen des Unternehmens berührt und die Verfolgung der Unternehmensziele beeinflussen kann."
(Quelle:
http://www.student-online.net/Publikationen/20/ )

 

"Public Relations - PR - beschäftigt sich mit (...) unternehmensstrategischen Aufgaben und organisiert auf konzeptioneller Grundlage die Kommunikationsprozesse zwischen Unternehmen, Organisationen oder Personen und deren Teilöffentlichkeiten in Form einer bewussten, zielgerichteten und systematischen Gestaltung der Kommunikationsaktivitäten. Unternehmen, Organisationen und Institutionen betreiben gewaltige Anstrengungen, um einen hohen Bekanntheitsgrad und ein positives Image für sich und ihre Produkte und Dienstleistungen zu erreichen. Sie werben um Vertrauen bei ihren Kunden, bei ihren Investoren oder den Bürgern in ihrer Nachbarschaft. Besonders in Krisenzeiten sind sie darum bemüht, durch Dialoge mit Kritikern und Befürwortern Interessen auszutauschen und Akzeptanz für ihr Verhalten zu schaffen. Die wichtigsten Tätigkeiten praktischer PR sind die Herstellung und Pflege von Kontakten zu Multiplikatoren, wie beispielsweise zu den Medien, über die Zielgruppen angesprochen und informiert werden sollen. Dazu gehört auch die Redaktion von Pressemitteilungen, Hintergrundinformationen und interner sowie externer Publikationen. PR für Unternehmen und Organisationen ist entweder inhouse in einer eigenen Abteilung angesiedelt oder wird als eingekaufte Dienstleistung beispielsweise von PR-Agenturen ausgeführt. " (Quelle: http://www.a-b-public-opinion.de/ )

 

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social marketing

Synonym für Akzeptanzbeschaffung:
Die Urheber des Begriffs, Philip Kotler und Gerald Zaltman, definierten 1971 "social marketing" als "Planung, Umsetzung und Kontrolle von Programmen zur Steigerung der Akzeptanz sozialer Ideen und Verhaltensweisen".

"social marketing" kombiniert traditionelle Ansätze, kollektive Haltungen und Verhaltensweisen zu verändern, mit  kommerziellen Werbe- und Marketingtechniken.

Die Novartis-Stiftung beschreibt "social Marketing" wie folgt:

"social marketing benutzt die Methoden des kommerziellen Marketing: Formulierung meßbarer Ziele,   Marktforschung, Entwicklung bedarfsgerechter Produkte und Dienstleistungen, Erzeugung von Nachfrage durch Werbung und Vermarktung über ein Netz von Verkaufsstellen zu Preisen, die es möglich machen, die Verkaufsziele zu erreichen.
'social marketing' unterscheidet sich von kommerziellem Marketing (= Techniken und Strategien der Werbung für und Vermarktung von Produkten) nicht durch die Methoden, sondern durch die Inhalte und Ziele.
'social marketing'  ist ein etwas komplexeres Konzept, aber manchmal auch weniger erfolgreich, da es beabsichtigt, Ideen und Verhalten der Menschen zu beeinflussen (z.B. sie zu bewegen, das Rauchen aufzugeben). Zudem ist der Verkauf materieller sozialer Produkte komplexer, weil Nachfrage sowohl für eine Idee oder ein Konzept wie Familienplanung als auch für ein geeignetes Produkt, z.B. Kondome, erzeugt werden muß.
Dagegen versucht kommerzielles Marketing nur, existierende Denk- und Verhaltensmuster zu steuern, um Konsumenten zu von der Überlegenheit  einer bestimmten Zahnpastamarke zu überzeugen, statt von der Wichtigkeit regelmäßigen Zähneputzens.
Anstelle der Produkte stehen bei "social marketing" Ideen und Verhaltensweisen.
"social marketing" ist gekennzeichnet durch die Betonung immaterieller Ideen und Verhaltensweisen, während kommerzielles Marketing materielle Produkte und Dienstleistungen betont.
Ein integraler Bestandteil von Ideen sind Überzeugungen in bestimmten Fragen und die Form ihrer Vermittlung. Diese Überzeugungen reichen von generellen Weltanschauungen (z.B. von Religionen) zu kulturspezifischen Vorstellungen (z.B. Mitgift-Bräuchen) oder  von Identifikationen mit Gruppen ("wir als Angestellte der Novartis-Stiftung") zu persönlichen Selbstbildern ("Ich als engagierter Umweltschützer"). Ideen enthalten ebenso Haltungen gegenüber Menschen, Dingen, Vorstellungen und Ereignissen. Unsere Zustimmung oder Ablehnung beruht auf individuellen Wertprämissen.
Individuelles und gesellschaftliches Verhalten, wie es sich in Handeln (wie im Versäumnis zu handeln) zeigt, ist weitgehend davon bestimmt, ob wir pragmatisch sind oder auf der Basis von Werten, Traditionen oder Gefühlen handeln. Pragmatisches Verhalten bedenkt Ziele, Möglichkeiten und Konsequenzen der Vorgehensweisen, während wertorientiertes Verhalten in ethischen, ästhetischen, religiösen oder anderen Erwägungen hinsichtlich der Werte verharrt, die einer Bestimmten Verhaltensweise innewohnen, ohne die Konsequenzen zu betrachten.

Der Traditionalist handelt in Übereinstimmung mit institutionalisierten Normen und Verhaltensmustern, solange emotinales Verhalten weitgehend von Stimmungen bestimmt wird. Deshalb kann sozialer Wandel am besten dadurch erzeugt werden, daß neue Ideen und Überzeugungen und dadurch auch Verhaltensweisen überbracht werden"

Quelle: Novartis-Stiftung, "The Social Marketing Concept" = http://foundation.novartis.com/leprosy/social_marketing.htm

Herausgelöst aus ihrer Legitimations-Maskerade, einer Lepra-Kampagne, enthüllt die Beschreibung, wozu "social marketing" auch noch dienen kann, wenn es nicht nur zur Überwindung gesundheitsgefährdender Verhaltensweisen eingesetzt wird: zur tiefgreifenden Veränderung von gewachsenen Weltanschauungen, Kultur und einschließlich der politischen Kultur und demokratischer Verhältnisse. Die Entwertung ethischer Erwägungen zugunsten eines wertorientierungslosen Pragmatismus mit der üblen Nachrede, sie bedächten nicht die Konsequenzen, ist augenfällig tendenziös und dient wohl der Vorab-Denunziation jeder Frage nach den wahren Absichten.  Diese enthüllen sich bereits in der Absicht, tiefgreifende weltanschauliche und kulturelle Veränderungen mit Marketingkonzepten äußerst undemokratisch ohne Beteiligung der betroffenen Bevölkerung herbeizuführen. Aufklärungskampagnen besonders im Gesundheitswesen waren bisher aus besten Gründen Aufgabe des Staates: denn das gewährleistete, daß Aufklärung nicht aus Gewinninteressen in Mythenbildung umschlug. Dies ist nicht mehr gewährleistet, wenn globale Spieler sich diese Staatsaufgabe anzueignen versuchen: sie erliegen nur allzu leicht der Versuchung, Weltanschauung und Kultur nicht nur im Interesse der betroffenen Menschen, sondern zugunsten ihrer eigenen  Gewinn- und Machtinteressen zu verändern. Der Griff globaler Spieler nach Staatsaufgaben wie Gesundheits- und Bildungswesen ist über GATS bereits in vollem Gange.

 

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Utilitarismus

Ethisches Prinzip nach Jeremy Bentham (1748 - 1832) und  John Stuart Mill (1806 - 1873), nach dem diejenigen Handlungen gut sind, die das Leid aller Lebewesen minimieren und ihre Lust und Freuden maximieren. Der zeitgenössische australische Ethiker Peter Singer, der seine Ethik auf den Utilitarismus stützt und auf heutige Probleme wie Eigentumsverteilung, Flüchtlingsproblematik, Asylrecht, Sterbehilfe, Gen- und Reproduktionstechnik, Embryonenforschun und Ökologie anwendet, sieht nicht Lust und Freuden, sondern Präferenzen (Wünsche und Interessen, Neigungen aller bewußten Wesen) als die Grundlage für moralische Entscheidungen.

Der Utilitarismus zeigt schon da seine Widerhaken: waren schon die Väter des Utilitarismus in der Verlegenheit,  Lebewesen, die sich nicht äußern können, die Beschaffenheit ihrer Leiden, Lüste und Freuden unterstellen zu müssen, so steigert die Singersche Begrenzung auf "bewußte Wesen" diese Verlegenheit: wie werden die Wünsche und Interessen von Wesen berücksichtigt, die sich ihrer selbst noch nicht oder nicht mehr bewußt sind (Embryonen, Säuglinge, geistig Behinderte, Altersdemente, Komapatienten)? Werden sie bei der Minimierung des allgemeinen Leids und der Maximierung des allgemeinen Glücks noch berücksichtigt? Die heutige interessenbestimmte Belagerung der Grenzen des Lebens z.B. in der Frage der Stammzellenforschung, der Forschung an Zustimmungsunfähigen, der Organtransplantation und des Embrionenverbrauchs für die Alzheimer-Medikamente zeigt die Grenzen der utilitaristischen Ethik Singers.

"Im Kontext des Neoliberalismus
Heute befinden wir uns in einem gesellschaftlichen Klima, in dem die Fortentwicklung und Umsetzung dieser Ethik schnell voranschreitet. So legitimieren die neue Bioethik-Konvention der EU und die Unesco-Deklaration ausdrücklich Menschenversuche, auch ohne deren Einwilligung. Im herrschenden Wissenschaftsdiskurs propagiert eine nicht geringe Zahl von Wissenschaftlern bioethische Thesen ohne sich überhaupt noch groß auf Singer zu beziehen - wohlwissend, daß dies politische Konflikte auslösen würde. Es gibt zunehmend Institute, großzügig mit Geldern ausgestattet, in denen Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen diese neuen Ethikvorstellungen formulieren. Unter dem Motto Akzeptanzforschung, denn es geht um nicht weniger, als Biotechnologien, Genforschung und Versuche an Menschen anhand von ethisch abgesegneten Selektionskriterien gesellschaftlich durchsetzbar zu machen. Diese Entwicklung schätzen wir als sehr gefährlich ein. Im Kontext neoliberaler Umstrukturierungen zu immer tieferen, gründlicher wirkenden Verwertungsnormen sind sie das Pendant, der Anschub auf moralisch-ethischer Ebene. Sie wirken selbstverständnisbildend und heben bisher bestehende Grenzen auf, indem sie Maßstäbe des Tötens entwerfen. Es geht nicht mehr um die Tat an sich, sondern um das wen und wie. Es stellt sich eine gewisse Beliebigkeit der Definitionen ein, die als 'Tendenz zum Terror' bezeichnet werden kann. Es geht um nicht mehr und nicht weniger und wie üblich um die Maximierung von Profiten als wichtigster gesellschaftlicher Antriebskraft. Menschliches Leben, was sich per Arbeitskraft nicht gewinnbringend in den Produktions-/Reproduktionsprozeß stellen läßt, ist kostenverursachend, damit unerwünscht, bzw. darf ein Leben als Versuchsmaterial fristen. Nach diesen Kriterien wird Lebenswert ermittelt und verwertet."
(Quelle:
http://www2.hu-berlin.de/studis/refrat/zap/singer.htm )

"Utilitarismus (engl. utilitarianism, von lat. utilitas, Nutzen) nennt man die ethische Position, die eine Handlung danach bewertet, ob sie im Vergleich mit anderen Handlungsalternativen die größte Anzahl positiver, nicht-moralischer Werte, z. B. Glück, Reichtum, Gesundheit, Schönheit, Einsicht usw., hervorbringt. Der Utilitarismus wird der konsequentialistischen Ethik und dem Eudämonismus zugerechnet und ist eine altruistische Ethik." (Quelle: Lexikon der Philosophie - http://www.phillex.de/utilitar.htm)

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Wahrnehmungssteuerung

"Wahrnehmungssteuerung" ist nicht bloß die Übersetzung von "perception management" ins Deutsche. Symbole, Bilder, Texte, Ereignisse u.s.w. können so gestaltet werden, daß sie bei ihrer Erstwahrnehmung messbare psychophysische Reaktionen auslösen, die darüber entscheiden, in welcher Weise eine Information aufgenommen, verarbeitet, emotional bewertet und erinnert wird. Ziel der Gestaltung ist, daß die Aufnahme, Verarbeitung, emotionale Bewertung und  Erinnerung für die Interessen des Publizierenden günstig wirkt.  Diese Gestaltung ist "Wahrnehmungssteuerung". In diesem Sinne ist Wahrnehmungssteuerung weder identisch mit "perception management" noch mit  "psychologischer Operation". Wahrnehmung kann aber in diesem Sinne nicht nur durch einzelne Symbole, Bilder, Texte, Geschichten, Ereignisse, Nachrichten usw. gesteuert werden, sondern auch durch das Zusammenwirken vieler verschiedener Präsentationen verschiedener Inhalte zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten. Die planvolle zeitliche, räumliche, formale und inhaltliche Koordination vieler  Präsentation wahrnehmungssteuernder Symbole, Bilder, Texte, Geschichten, Ereignisse, Nachrichten usw. führt zu "psychologischen Operationen"; werden zusätzlich nicht primär psychologische Methoden wie Unterdrückung von Informationen, Schaffung von Ereignissen eingesetzt, die gleichwohl psychische Wirkungen entfalten, zu  "perception managment".

Der Begriff "Wahrnehmungssteuerung" wird gegenwärtig eher umgangssprachlich oder als Übersetzung von "perception management" verwendet. Im Rahmen des Mythos-Marketing wird er vom "Institut für Rationelle Psychologie (GRP)", München, im obigen Sinne ausgefüllt.

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World Trade Organisation (WTO)

Die 1995 gegründete WTO ist eine mächtige, neue, globale Handelsbehörde [commerce agency], welche das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen (General Agreement on Tariffs and Trade, GATT) zu einem verbindlichen, einklagbaren globalen Handelskodex [commerce codex] gemacht hat. Die WTO stellt einen der Hauptmechanismen der wirtschaftlichen Globalisierung dar. Während ihre Verfechter davon sprechen, daß sie auf "Freihandel" basiere, sind doch die über 700 Seiten WTO-Regeln nichts anderes als ein umfassendes System unternehmensgesteuerten Handels (corporate-managed trade). Eigentlich hat die WTO sehr wenig mit der durch David Ricardo oder Adam Smith im 18.Jh. geprägten Freihandelsphilosophie zu tun, die davon ausging, daß weder Arbeit noch Kapital die Staatsgrenzen überschreiten.

Im WTO-System des unternehmens-gesteuerten Handels dominiert wirtschaftliche Effizienz, die vor allem an kurzfristigem Kapitalgewinn festgemacht wird, alle anderen Werte. Entscheidungen, die sich auf die Privatwirtschaft beziehen, sollten von ihr auch selber getroffen werden, während die Gemeinschaft die Sozial- und Umwelt-ausgaben zu tragen habe.

(Quelle: http://massenmensch.de/wto/wto1.html)

Die WTO ist die internationale Organisation, welche offiziell damit beauftragt wurde, eine Reihe von Handelsregeln umzusetzen. Dazu gehören das GATT, das "Abkommen zum Schutz geistigen Eigentums" (Trade Related Intellectual Property measureS, TRIPS), das "Allgemeine Abkommen zum Handel mit Dienstleistungen" (General Agreement on Trade in Services, GATS) und andere. Die WTO wurde 1995 im Zuge der "Uruguay Runde" der GATT Verhandlungen gegründet.

Vor der Uruguay-Runde bezogen sich GATT-Regeln hauptsächlich auf Zölle und Kontingentierungen. Um Regeln durchzu-setzen, bedurfte es der Einstimmigkeit aller GATT-Mitglieder. Die Uruguay-Runde erweiterte das GATT-Reglement auf die sogenannten nicht-tarifären Handels-hemmnisse. Dazu zählen Gesetze zur Lebensmittelreinheit, zu Produktnormen, Regeln über den Umgang mit Steuergeldern, Investitionspolitik und noch andere nationale Gesetze, die Auswirkungen auf den Handel haben. Daher dienen WTO-Regeln dazu, Länder in der Einführung und Umsetzung nicht-tarifärer Handelspolicen zu beschränken.

Momentan sind 134 Länder Mitglied der WTO, 33 Staaten haben einen Beobachterstatus. Offiziell werden Entscheidungen durch Abstimmungen oder Konsens getroffen. Wiederholt haben jedoch die entwickelten Länder - voran die Gruppe EU, USA, Kanada, Japan - wichtige Entscheidungen unter Ausschluß der übrigen WTO-Staaten getroffen.

Der Mangel an demokratischen Prozessen und nachvollziehbaren Entscheidungen in der WTO läßt sich durch das WTO-Streitschlichtungsverfahren veranschaulichen. Die WTO erlaubt es den Staaten, gegenseitig nationale Gesetze anzufechten, sofern jene die WTO-Regeln verletzen. Die Fälle werden von einem Gremium aus drei Handelsbüro-kraten entschieden. Es gibt keine Regeln, die Interessenskonflikte der einzelnen Gremien-mitglieder verbieten. Zudem haben die Gremienmitglieder oft wenig Verständnis für nationale Gesetze oder für die Verantwortung der Regierung, Arbeiter-, Umweltschutz- oder Menschenrechte zu schützen. So ist es nicht verwunderlich, daß bisher jedes eingeklagte Gesetz zum Schutz der Umwelt oder der allgemeinen Gesundheit von der WTO als illegal erklärt wurde.

WTO-Tribunale operieren im Geheimen. Dokumente und Verhandlungen sind vertraulich. Nur Regierungen dürfen teilnehmen, auch wenn z.B. das Gesetz eines Bundeslandes zur Diskussion steht. Gegen Entscheidungen kann von anderen keine Berufung eingelegt werden.

Sobald eine endgültige WTO-Entscheidung getroffen wurde, stehen dem Verliererland drei Alternativen offen:

(1) Anpassung der betreffenden Gesetze an die WTO-Bedingungen innerhalb eines befristeten Zeitraums;

(2) Ständige Ausgleichszahlungen an das Gewinnerland;

(3) Hinnahme unnachgiebiger und schwerer Handelssanktionen.

Die offizielle Position der USA ist, daß langfristig Gesetze den WTO Regeln angeglichen werden müssen. Eine so eindeutige Position wird von der EU nicht bezogen. Sie setzt sich dafür ein, ein Regelwerk zu schaffen, nach dem zwischen ungerechtfertigten Handelshemmnissen und gewichtigen Gründen unterschieden werden kann.

(Quelle: http://massenmensch.de/wto/wto3.html )

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