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Das Blaue vom Himmel
Der politische Mythos des globalen Spiels

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Global agierende Konzerne bewirken einzig und allein im egoistischen Interesse der Anteilseigner und Manager weltweit Veränderungen, die die Existenzgrundlagen ganzer Bevölkerungsgruppen gefährden oder erheblich beeinträchtigen.

Gern bezeichnen sie sich selbst als "global player". Vielleicht sehen sie ihr Tun tatsächlich als großes weltweites Spiel um Profit und Macht. In den Spielcasinos Wallstreet, Börse London, Frankfurt oder Tokyo  sind die brutalen, zerstörerischen, ja teilweise mörderischen  Auswirkungen dieses Tuns ja auch nicht zu sehen, sondern nur die Mitspieler und schließlich will jeder gern gewinnen. Die Auswirkungen werden, wie bei einem Schachspiel die geschlagenen Figuren, schnell vom Spielfeld und aus dem Blick entfernt.

o So versuchte eine weltweite Allianz von Pharmakonzernen,  in Südafrika höhere Preise für AIDS-Medikamente gerichtlich durchzusetzen. Mit der Androhung von Handelskriegen erzwangen die USA zugunsten der Pharma-Konzerne eine Änderung des indischen Patentrechts, die indische Medikamente so verteuerte, daß amerikanische Produkte in Indien wettbewerbsfähig wurden und viele Inder notwendige Medikamente nicht mehr bezahlen können. In der BRD gelang es der Pharmabranche trotz Explosion der Ausgaben gerade für Medikamente, durch eine einmalige Zahlung ein Gesetz zu verhindern, daß sie zu Preissenkungen gezwungen hätte.

o Wenige globale Lebensmittelhandelskonzerne kontrollieren inzwischen weltweit die Lebensmittelversorgung. Auch in Europa: erst mussten zigtausende Familienbetriebe des Lebensmitteleinzelhandels aufgeben; nun ist die Einkaufsmacht der Konzerne so groß, daß sie so auf die Einkaufspreise drücken können, daß produzierende und landwirtschaftliche Betriebe scharenweise aufgeben müssen. Immer weiter werden die Wege zur nächsten Einkaufmöglichkeit: alten Menschen wird dadurch die Möglichkeit eigenständiger Versorgung entzogen.

o Globale Saatgut- und Gentechnikkonzerne versuchen durch Veränderung des Sorten- und Patentrechts sowie den Einsatz von Gentechnik das jahrtausende alte Recht der Landwirte abzuschaffen, Teile ihrer Ernte zurückzubehalten und wieder auszusäen. So verteuern sie bei sinkenden Erzeugerpreisen (s.o) die Produktion durch den Zwang, alljährlich Saatgut zu kaufen, und treiben dadurch bäuerliche Familienbetriebe in den Ruin.

o Seit einiger Zeit machen globale Konzerne weltweit Jagd auf die Wasserversorgung – auch in Europa: überall kaufen sie die bisher gemeindeeigenen Wasserwerke sowie Mineralbrunnen auf. Das führt zwar bisher nicht unmittelbar und massenweise zu Existenzvernichtungen, aber doch zu weiter wachsender Abhängigkeit der Grundversorgung von globalen Konzernen. Für die Zukunft werden in anderen Teilen der Welt Kriege um die (privatisierte) Nutzung von Flüssen erwartet.

o Die Anstrengungen, Rohstoff und Energiereserven zu kontrollieren, eskalieren bis hin zum Krieg: weltweit tobt ein Kampf um absurde Patente auf Erbinformationen von Pflanzen, Tieren und sogar Menschen; Verflechtungen der US-Ölkonzerne mit der derzeitigen US-Regierung dürften der entscheidende Hintergrund für die Golfkriege gewesen sein.

o Nun sollen auch bisher staatliche Bildungs- und Erzeihungseinrichtugen privatisiert, und damit den Interessen der Manager und Anteilseigner globaler Konzerne unterworfen werden.

o Last not least bedeutet die Verlagerung von Geschäftssitz, Forschung & Entwicklung sowie Produktionsstätten, mit denen demokratisch gewählten Regierungen Deregulierungen aller Wissenschafts-, Technik-, Wirtschafts- und Sozialbereiche abgenötigt werden, zugleich Vernichtung der Lebensgrundlage „Arbeit“, die heutzutage lieber „Ware“, „Humankapital“ oder „Produktionsfaktor“ genannt wird.

Diese Beispiele verdeutlichen, daß weltweit und auch in Europa die Abhängigkeit der Lebensgrundlagen und Grundversorgung von globalen Konzernen, d.h. von den egoistischen Profitinteressen ihrer Manager und Anteilseigner in einem Maße wächst, die den Menschen die Möglichkeit nehmen kann, sich gegen zunehmenden Abbau von Demokratie zu wehren. Denn: keine Lebensmittel und kein Wasser bedeutet das Ende jeden Protestes und jeden Widerstandes innerhalb weniger Tage.

Diese globalen Veränderungen werden nach unseren heutigen Maßstäben undemokratisch und teilweise auch rechtswidrig herbeigeführt,  manchmal unter Vortäuschung anderer Gründe mit militärischer Gewalt durchgesetzt oder abgesichert.

 Dagegen formieren sich in vielen Ländern bereits jetzt breite Protestbewegungen.

Daß die Manager und Anteilseigner globaler Konzerne als Verursacher und Nutznießer dieser Veränderungen nun durch neue Formen der Öffentlichkeitsarbeit einen politischen Mythos zu konstruieren und zu verbreiten beginnen, der die fehlende Legitimation ersetzen bzw. vortäuschen soll, ist teils Reaktion auf diese weltweit wachsenden Proteste, teils aber auch der durchaus egoistische Versuch, ihre Herrschaft, Macht und materiellen Privilegien zu steigern und zu sichern, wie das alle Machteliten der Geschichte seit Jahrtausenden taten.

Vor allem in den USA beschäftigen sich Universitäten, weltweit agierende PR-Agenturen, Geheimdienste und besonders das Militär mit der Wirkung von politischen Mythen. Sie entwickeln aus den modernsten Erkenntnissen der Psychologie und Mythosforschung Methoden zur Veränderung der Vorstellungen von „Wirklichkeit“ direkt an ihren psychischen, sozialen und kulturellen Wurzeln,um die Wirkung von politischen Mythen zu vertiefen. Solche Methoden sind bekannt geworden unter Bezeichnungen wie beispielsweise „perception management“ (Steuerung des Wahrnehmungsvermögens), Psychologische Operationen (PSYOP) oder Mythos Marketing.

Zweck dieser Methoden ist es, für die Ziele der Anwender günstige Haltungen, Verhaltensweisen und  Vorstellungen von der „Wirklichkeit“ bei der Bevölkerung zu erzeugen.

Diese Entwicklungen fordern heraus zu beobachten, ob und wie sich die Konzerne in ihrer Werbung und Öffentlichkeitsarbeit dieser Methoden, der Wahrnehmungssteuerung und des „Mythos-Marketings“ bedienen und sich gegen deren Wirkung zu schützen.

Gerade auch die betroffenen Menschen sind aufgefordert  Augen und Ohren offen zu halten und sich die Fähigkeit anzueignen, die spitzfindig und sorgsam verwendeten Manipulationsversuche zu durchschauen.

Das ist das Thema der Lektüre, die Sie gerade beginnen. Die Tatsachen sind spannend und verblüffend, wie das richtige Leben.

Wenn sie etwas vertiefen wollen, folgen sie den Links im Text: sie führen Sie zu Definitionen des Begriffs oder Erläuterungen des Themas im Glossar, das ihnen zusätzlich vertiefende Texte, Material und weitere Links zum Thema anbietet

"Public Relations" (PR) und politischer Mythos
globale Spieler und die US-Army auf gleichen Abwegen?

Politische Mythen sind nichts neues. Schon der Mythos vom trojanischen Krieg war auch ein Politischer: u.a.  legitimierte und glorifizierte er die Hegemonie der antiken Griechen. Nicht weiter verwunderlich also, daß gerade politische Systeme mit Legitimationsdefiziten einen legitimierenden Mythos zu schaffen versuchen. Der Mythos der Nazis vom Volk ohne Raum und ihrem Tausendjährigen Reich war gewiß nicht der letzte.

Die beiden großen europäischen Revolutionen, die Französische und die Russische, zogen wissenschaftliches Interesse an modernen politischen Mythen nach sich. Das begann 1920 in Frankreich mit George Sorel und wenig später in USA. Dort prägt sich die Erforschung des politischen Mythos am intensivsten aus. Der politische Mythos der Nazis hat einerseits die Forschung in den USA intensiviert, zugleich aber auch die Versuchung, die Erkenntnisse dieser Forschung in der Konstruktion politischer Mythen zu mißbrauchen. Mit dem Fortschritt der Psychoanalyse ebenfalls in den USA vertieft sich seit etwa 1976 das Verständnis der Wirkung von Mythen ... und zugleich die Versuchung, die Wirkung politischer Mythen durch psychologische Operationen (PSYOP) zu vertiefen.

Dieser Möglichkeit haben sich eine amerikanische Universität, die "Troy State University" (TSU) in Fort Bragg, und verschieden amerikanische PR-Agenturen angenommen, allen voran Burson-Marsteller, Hill & Knowlton und die PR-Agentur von Raphael Pagan jr., dem ehemaligen PR-Manager von Nestlé, der den Image-Schaden durch die verantwortungslose Milchpulverwerbung zu beheben hatte. Burson Marsteler und Pagan, halfen die Katastrophe von Bophal für das Ansehen von Union Carbide unschädlich zu machen. Hill & Knowlton erfanden die Babymorde irakischer Soldaten in Kuwait und inszenierten den tränenreichen "Augenzeugenbericht" eines minderjährigen (!!) Mädchens vor dem US-Kongreß. Zu den Klienten von Pagan zählte neben Shell und Chevron auch Ciba-Geigy, das inzwischen mit Sandoz zu Novartis fusionierte. Das Chemie- und Pharmaunternehmen Novartis gehört zu den Gentechnikkonzernen, deren Dachverband, EuopaBio, Burson Marsteller beauftragte, den widerspenstigen Europäern, die nicht schlucken wollen, was die Gentechnikkonzerne ihnen heimlich und gegen ihren Willen an Halbgarem auftischen wollen, als nützlich einzutrichtern. Novartis arbeitet heute offenbar mit der Troy State University zusammen, deren spezielle Web-Site zu "psychologischen Operationen" sowohl zur Novartis-Stiftung und "sozialem Marketing" als auch zu Artikeln des "Military Observer" und  US Militärs über "psychologische Operationen" linkt. Das US Department of Defense (DoD) und die NATO beschäftigen sich intensiv mit "psychologischen Operationen" und perception management. So intensiv offenbar, daß das US Verteidigungsministerium im  Herbst 2002 dementieren  mußte, solche Methoden auch in Friedenszeiten auf die Öffentlichkeiten und Jurnalisten befreundeter Staaten anzuwenden.

Interessante Verbindungen! Zwischen der Lebensmittel-, Chemie- und Ölbranche, dem US Militär und US-PR-Agenturen.

In der BRD baut das "Institut für Rationelle Psychologie (GRP)" in München das "soziale Marketing" inzwischen zu "Mythos-Marketing" aus. Zu seinen Aktivitäten gehört u.a. die Erforschung der psychischen und sozialen Dynamik in der BRD und der EU.  Außerdem feilen dort zahlreiche psychologische Forschungs- und Arbeitsgruppen Methoden der Wahrnehmungssteuerung und der Konstruktion von psychischer, sozialer und kultureller Wirklichkeit durch den Aufbau eines künstlichen Mythos auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Mythos-Forschung aus.

Diese Entwicklungen fordern heraus zu erkunden, ob und wie Werbung und  Öffentlichkeitsarbeit der globalen Spieler sich der vom oder für das US Militär entwickelten Methoden des "perception managements", "psychologischer Operationen", der Wahrnehmungssteuerung und des Mythos-Marketings bedienen, um einen  politischen Mythos zur Konstruktion einer für ihre Ziele günstigen psychischen, sozialen und kulturellen "Wirklichkeit" zu erzeugen.

Denn die globalen Spieler bewirken am Beginn eines neuen Jahrtausends weltweit Veränderungen, deren Legitimationsdefizite bereits zu weltweiten Protesten führen. Die Versuchung, einen Mythos zu konstruieren und zu verbreiten, der illegitime, undemokratisch herbeigeführte Veränderungen legitimiert, ist groß.

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NEOLIBERALE GLOBALISIERUNG - wie im Westen so auf Erden?

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Daß die Verlagerung von Produktion vom Westen in den Rest der Welt   tatsächlich zu sinkenden Einkommen der Lohnabhängigen im Westen und zu steigenden Einkünften anerswo führe und dadurch Einkommen gerechter verteile, hat theoretisch eine gewisse Logik. Und die neoliberale These, bei völliger Abschaffung staatlicher Regulierungen des Wirtschaftens würde die "unsichtbare Hand des Marktes" Unternehmen vom Markt entfernen, die sozial und ökologisch unverantwortlich handeln, weil sie damit Ansehen, Vertrauen, Käufer und Gewinne verspielten, leuchtet theoretisch sogar ein.

Aber die Praxis sieht anders aus: Mit der Drohung, Produktionen zu verlagern, erpressen die globalen Spieler  Deregulierungen in allen wirtschaftlich relevanten Bereichen sowie Steuervergünstigungen und -befreiungen. Immer weniger führen sie von ihrer Wertschöpfung an die Staaten zur Erfüllung sozialer und öffentlicher Aufgaben ab, so daß lohnabhängige Einkünfte immer stärker mit Abgaben belastet werden müssen. Mit der Drohung, Forschung & Entwicklung zu verlagern erpressen sie Deregulierungen der Technik-Gesetze und nötigen damit den Menschen und ihren Staaten immer größere ökologische und  gesundheitliche Risiken auf. Zugleich wächst aber weltweit die Differenz zwischen den Einkünften der Manager und Kapitaleigner und ihren Mitarbeitern in nicht mehr nachvollziehbarem Ausmaße, das zum Glück auch die Statsanwaltschaften zu beschäftigen beginnt (Mannesmann/Vodafon). Gerechtigkeit im Sinne einer gerechten Bewertung von Arbeitsleistung und gerechter Verteilung sowohl der Wertschöpfung und als auch der Lasten bleibt dabei tatsächlich immer mehr auf der Strecke. Ein gewaltiger Widerspruch zu den Thesen der neoliberalistischen Globalisierung.

Daß die Globalisierung der Konzerne die Wohlstandsdifferenz zwischen den hochindustrialisierten Länderen des Westens und dem Rest der Welt verringere, also für mehr Gerechtigkeit in der Welt sorge, und Neoliberalismus  die soziale Verantwortung der Unternehmen und den Wohlstand aller steigere, scheint eher ein Mythos zu sein.

Die Verabsolutierung der gewinnmaximierenden Mikroökonomie (Betriebswirtschaft) und der Selbstdefinition über die Produkte eines deregulierten Marktes zur vorherrschenden Lebensweise und Kultur ("wir wollen Keine Kinder, sondern Porsche frahren und bei Gutschi kaufen") steigert aber nicht nur Ungerechtigkeiten, sondern ist auch lebensfremd und lebensfeindlich, weil sie Leben auf Gewinnmaximierung und Konkurrenz reduziert, und damit den größeren Teil der   Lebensszusammenhänge nicht mehr erfaßt und berücksichtigt. Ähnliches gilt für Innovationen: weil zum Beispiel die Langzeitfolgen etwa von Gentechnik in Lebensmitteln und Mobilfunk am Menschen nicht experimetell untersucht werden dürfen und eine andere Erforschung der Langzeitfolgen zu teuer käme, sollen Experimente mit ungewissem Ausgang gleich mit allen Menschen zulässig sein. 

Der Export dieser lebensfremd reduktionistischen neoliberalen Kultur vom Westen in den Rest der Welt (Globalisierung), in Kulturen, die diese komplexen Lebenszusammenhänge - wie auch immer - noch erfassen und berücksichtigen, führt dort zu einem Kulturschock. Ein gigantisches Legitimationsdefizit.

Daraus wachsen schon in der Kultur, die die globalen Spieler hervorbringt, Proteste (Umweltorganisationen, attac). In anderen Kulturen führen ihre Spiele bereits zu Terror - schon länger in Lateinamerika, neuerdings auch in der islamischen Welt. Es wird Zeit, das Legitimationsdefizit zu beheben. Wo aber der Verzicht auf die neoliberale Kultur, d.h. auf die Privilegien - sprich wachsende Einkommen des Managements und der Kapitaleigner - nicht in Frage kommen soll, wird die Versuchung groß, den Mythos, daß globale Spieler Gerechtigkeit, Wohlstand und ihr sozial und ökologisch verantwortliches Verhalten globalisieren, mit PR-Methoden zu festigen und noch nachdrücklicher zu verbreiten.

Das fordert heraus, zu ergründen, mit welchen methoden und mit welcher Zielsetzung dies durch die Öffentlichkeitsarbeit (PR) und Werbung der Konzerne versucht wird.

Die Welthandelsorganisation (WTO) und das General Agreement on Trade in Services (GATS)
Konzerne als bessere Staaten und Versorger

Abbau von Handelshemmnissen lautet harmlos diese Zielsetzung der WTO. Welche destruktiven Folgen das auf die Grundversorgung der Menschen hat, wurde bisher den Menschen im Westen nicht klar, weil das fern ihres Lebensbereiches geschah und sie davon profitierten (Arbeitsplätze und Einkommen durch Exporte).

Indien, dessen Patentrecht noch ernst nahm, daß wissenschaftliche Erkenntnisse der Allgemeinheit gehören, weil sie das Leben aller Menschen verbessern sollen, konnte die Bevölkerung lange mit Medikamenten zu Preisen versorgen, mit denen US-Medikamente nicht konkurrieren konnten. Das betrachteten die USA als Handelshemmnis und zwangen Indien mit Handelskriegen, sein Patentrecht so zu ändern, das US-Medikamente mit hohen Preisen wettbewerbsfähig wurden - zum Schaden der indischen Bevölkerung.

Nachdem die Privatisierung wissenschaftlicher Erkenntnisse dank Export von Innovationen und die Oligopolisierung der Lebensmittelversorgung dank "Schnäppchen" im Verdrängungswettbewerb  in Europa nicht als destruktiv wahrgenommen werden konnte, regt sich bei der Privatisierung weiterer öffentlicher Aufgaben auch in Europa zaghaft Unmut: Die Wasserversorgung und nun auch die Kanalisation im Besitz globaler Spieler? Oder wenigstens bald: dank leerer kommunaler Kassen und einseitig riskanter Cross-Border-Leasing-Verträge?

Auch hier drängen die USA über die WTO auf den Abbau der "Handelshemmnisse". Das "General Agreement on Trade in Services" (GATS) soll Handelshemmnise im Dienstleistungsbereich abbauen. Soll etwa Trinkwasser aus den USA importiert werden und der Friseur, die Krankenschwester, der Lehrer aus USA angereist kommen? Wohl kaum. Eher geht es darum, die Wasserversorgung, demnächst Krankenhäuser und Schulen zu Profitcentern ausländischer Eigentümer zu privatisieren. Wann eigentlich werden die Kommunen und Regierungen privatisiert? Oder sind sie es schon und keiner hats gemerkt?

Was bisher Kommunen und Staaten taten, bald machen's die globalen Spieler. Sie wollen es sein, die uns mit allem VERSORGEN: mit Wasser, Nahrung, Energie, Gesundheit, Wissen ... 

Das fordert heraus zu erkunden, ob und wie das in der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit (PR)  von globalen Konzernen eine Rolle spielt.

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Gentechnik - wie im Himmel so auf  Erden?
Staiways to heaven?

Versorgung der Menschheit mit Nahrung und Gesundheit verheißen die Gentechnik-Konzerne schon lange. Aber die Erfolge lassen immer noch auf sich warten. Kritische Experten wundert das schon länger nicht. Denn immer noch herrscht unglaubliche Unkenntnis: weit über 95% der Gene der meisten Nutzpflanzen sind immer noch unbekannt, ebenso wie  die Orte und die Zahl der eingefügten künstlichen Gene in genmanipulierten Pflanzen.  Vollständig „bekannt“ sind zwar die Genome etlicher Viren und Bakterien, aber nur einer einzigen Pflanze (Arabidopsis = Ackerschmalwand).  Und selbst wenn alle Gene „bekannt“ sind besteht weitgehende Unkenntnis über die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen den Genen , der Gene mit Proteinen, den übrigen Bestandteilen einer Zelle und Umwelteinflüssen.

Die Gentechnik, die verändernd in Erbinformationen eingreift, weiss in der Tat selbst nicht was sie tut!!  Trotz dieser hohen Unkenntnis und Unsicherheiten reden ihre Befürworter sich und anderen aber ein, dass die Genmanipulation von Pflanzen genauer und nicht riskanter sei als herkömmliche Züchtung , zu einem Gewinn an Sicherheit in der Züchtung führe und die Welt vom Hunger befreien werde.

Die Suche nach Genen für bestimmte Eigenschaften von Pflanzen ist längst nicht das einzigste Arbeitsfeld der Gen-Forschung, die zu mehr als 70% in Unternehmen stattfindet.

Die Genforschung in den Konzernen und Universitäten ist mit Nachdruck dabei Gene für bestimmte Eigenschaften beim Menschen wie zum Beispiel Aggression, Schizophrenie oder andere Krankheiten zu suchen.

Sowohl die Biologie als auch die Psychologie haben schon lange erkannt, dass sich Gestalt und Eigenschaften von Lebewesen sowie Verhaltensweisen von Menschen  aus einer Interaktion zwischen Erbanlagen und Umgebungseinflüssen entfalten.

 Obwohl also nach Erkenntnissen der Biologie und Psychologie die Vor-Stellung der Genforscher, ein Gen für z.B. Aggression oder Schizophrenie finden zu können, etwas sehr Unwahrscheinliches annimmt, nämlich „ursächliche“ Gene, die ohne Beteiligung anderer Gene (monogen) und anderer Einflüsse (monokausal) Eigenschaften und Verhaltensweisen eines Lebewesens bis hinein in den Charakter bestimmen sollen, machen sie sich mit hohem finanziellen Aufwand auf die Suche, melden hin und wieder Erfolge, die sich aber auffällig häufig nicht halten lassen.

Die kühne, wenig erfolgversprechende Suche nach dem Aggressionsgen  oder anderen psychischen oder physischen Zivilisationskrankheiten entlastet die Menschen von der unangenehmen bis schmerzahlften Alltags-Einsicht  dass diese  individuell und kollektiv von  sozialen Beziehungen und Lebensbedingungen erzeugt werden, die Menschen psychisch und physisch überfordern. Damit entlastet schon die bloße, wenig erfolgversprechende Such nach „ursächlichen“ Genen die Menschen auch von der Verantwortung bei der Gestaltung ihrer individuellen und kollektiven Sozialbeziehungen und Lebensbedingungen.und und vor allem von der Anstrengung, diese zu ändern, um z.B. Aggressionen, psychische und physische Erkrankungen wie z.B. Allergien  zu senken.

Diese Verantwortung und Änderungsanstrengung wird von der bloßen Suche nach „ursächlichen“ Genen ersetzt durch die Vor-Stellung, demnächst könne man Aggressive oder sonsnstwie Verahltensauffällige, psychisch und physisch Erkrankte zur Ausschaltung des „ursächlichen“Gens ja zum Gentechniker schicken. Wie bequem: keine individuelle und kollektive Verantwortung z.B. für die wachsende Lust an Gewalt und Horror und steigenden Allergien!

Ebenso entlastet  die Vor-Stellung, mit Gentechnik ließen sich landwirtschaftliche Erträge steigern und die wachsende Weltbevölkerung mit Nahrung versorgen, von der Notwendigkeit , ungerechte Verteilungsstrukturen zu beseitigen.

Durch die kühne und wenig erfolgversprechende, aber mit entlastenden Verheißungen gerechtfertigte  Suche nach bisher bloß angenommenen Genen, die für Verhaltensauffälligkeiten wie Aggressivität, psychische oder physische Erkrankungen oder bessere Erträge von Nutzpflanzen „ursächlich“ sein sollen, wird Gentechnik selbst zu einem Mythos

Sie hat etwas von der mythischen Suche nach dem erlösenden Gral, dem goldenen Flies, dem unbesiegbar machenden Schwert.

Mythen haben schon immer auch die Funktion, die Komplexität des Lebens dem begrenzten Erkenntnisvermögen und dem Alltagsbewusstsein der Menschen so zurechtzuschneiden und zu vereinfachen, dass sie das Leben und die Welt, so wie sie gerade sind,  mit geringeren Schmerzen ertragen und bequemer handhaben können.

Diesen mythischen Charakter der kühnen und wenig erfolgversprechenden Suche nach „ursächlichen“ Genen treiben die globalen Gentechnik-Konzerne in ihrer Öffentlichkeitsarbeit auf die Spitze:

Als wären sie Christus verheißen sie die Speisung der Sechsmilliarden, die Heilung aller Kranken und das ewige Leben. Am tollsten treibt’s Monsanto

"Monsanto feeds the world - Food - Health - Hope".

Und Novartis verwendet nebenstehendes Werbebild mit dem Titel „Staiways to heaven“, um uns über  das Symbol der Gentechnik, die molekulare Struktur der Erbinformation (Doppelhelix) als Himmelsleiter in den Himmel steigen zu lassen, damit wir – dank Novartis - den Himmel schon auf Erden haben? Oder schneller in den Himmel kommen?  Oder damit Novartis in den Profit-Himmel kommt?

Das Legitimationsdefizit der Anwendung von Gentechnik aufgrund hoher Unkenntnis, die mythischen Qualitäten, die schon der Gentechnik selbst innewohnen, und die offenkundig mythisch-spirituellen Formulierungen und Symbole der größten GenTech-Konzerne fordern mächtig dazu heraus, nicht nur die Gentechnik-Anwendungen, sondern auch  die  Öffentlichkeitsarbeit der Gentechnikkonzerne  kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob und wie unsere Wahrnehmung gesteuert wird, die Gentechnik im heiligen Schein zu sehen. . .

In den Seminaren „Das Blaue vom Himmel“ wird vor allem untersucht und dargestellt, wie die widerspenstigen Europäer dazu gebracht werden sollen endlich zu schlucken, was die Gentechnik ihnen an Halbgarem auftischt.werden  Die Mittel und Methoden der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit dieser Konzerne  werden dabei auch darauf abgeklopft,  ob damit gleichzeitig versucht wird, das Legitimationsdefizit der Globalisierung zu mindern.

Die Seminare  wenden sich nicht an Experten, sondern an alle Menschen, die nicht damit einverstanden sind, dass ihre Wahrnehmung von Konzernen klammheimlich gesteuert werden. Kenntnisse über Gentechnik, Globalisierung, Öffentlichkeitsarbeit und Psychologie  sind nicht erforderlich.

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Mythische Zeichen der Zeit?
Die Jahrtausendwende - auch eine Zeitenwende?

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Seit dem ersten Jahr des neuen Jahrtausends wurde wiederholt Babylon inszeniert. Durch wen auch immer: erst brachten "Gotteskrieger" Türme zu Fall, die im Namen und zum Ruhme des heutigen Mammonismus bis in den Himmel gebaut wurden; dann marschierten "Gottessöhne" zum "Kampf gegen das Böse" in das Land Babylons ... um im "Kampf gegen das Böse" "Babylon die Große" zu stürzen?

Mythos lag in der Luft - wie seit dem letzten Tausendjährigen Reich nicht mehr.

Die Welt hielt den Atem an: welche Absichten verbargen sich hinter vorgetäuschten und leeren "Beweisen" für die Existenz von Massenvernichtungswaffen in Saddam Husseins Reich des Bösen, hinter der Konstruktion einer unwahrscheinlichen Verbindung Saddam Husseins zu Bin Laden, hinter der Toleranz anderer, nicht minder brutaler Diktatoren, der atomaren Aufrüstung Nord-Koreas, hinter der genüßlichen Entwertung der Vereinten Nationen durch G.W. Bush, hinter dem Abbruch der vorankommenden Inspektionen und einem offenkundig überstürzten und schlecht vorbereiteten Kriegsbeginn? Nur Öl-Interessen? Nur die "Neuordnung" der ganzen Arabischen Welt? Oder auch des Rests der Welt unter der Hegemonie der USA?

Die Welt hielt nicht nur den Atem an. Sie protestierte auch. Wie seit Vietnam nicht mehr.

Mußten die "Gottessöhne", die schon eine Weile davon träumten, Harmagedon noch zu erleben, dem drohenden Verlust ihres ihres lange propagierten Kriegsgrundes durch fortschreitende Waffeninspektionen ohne Befund zuvorkommen? Drohte durch den Verlust eines nur vorgeschobenen Kriegsgrundes nicht bloß der psychologischen Kriegsführung, die den Sicherheitsrat auf US-Linie bringen sollte, sondern mit ihr den eigentlichen Kriegsabsichten  ein Waterloo, das nur noch durch den schwer nachvollziehbaren Beginn des Krieges abgewendet werden konnte?

Hatten die "Gottessöhne" die Möglichkeiten überschätzt, einen kriegsbegründenden Mythos aufzubauen?  Obwohl der unnötige Mythos herodischer Babymorde auffgeflogen war, zu dessen Inszenierung die "Gottessöhne" ein Kind auf die widerlichste Weise öffentlich psychisch mißbraucht hatten!  Wieso glaubten sie dennoch, die Medien erneut täuschen und manipulieren zu können? Obwohl sie das noch im Herbst 2002 heftig bestreiten mußten, weil  Journalisten in der BRD, nach einem Versuch, sie zu kaufen, öffentlich protestierten.

Auch diese Zeichen der Zeit fordern heraus, die Mittel der psychologischen Kriegsführung, deren Inhalte und die Denkweisen ihrer Urheber nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, sondern gründlich auf ihre   Zielrichtung zu untersuchen und zu fragen, ob sie nicht trotz Dementi in Werbung und PR globaler Konzerne auch in Friedenszeiten und "befreundeten" Öffentlichkeiten angewendet werden.