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"Mit dem Anbau gentechnisch veränderten Pflanzen können
Sie zwar nicht mehr verdienen, aber sie werden überleben." Ein Vertreter von Bayer
Crop Science auf dem DBV-Perspektivforum "Koexistenz und Wahlfreiheit" zu einem
Bio-Landwirt.
Utilitarismus:
http://www.phillex.de/utilitar.htm
Stationen der Debatte:
http://www.information-philosophie.de/philosophie/gentechnologie01.html
http://www.information-philosophie.de/philosophie/genethik.html
Die Debatte
um PID, Klonen und embryonale Stammzellen
Ausgewählte Beiträge in chronologischer Reihenfolge Reden, Beiträge und
Hintergrundinformationen zum Thema:
Politiker:
Rede
des Bundespräsidenten zu "life science":
"Wir brauchen Aufklärung im besten Sinn des Wortes. Aufklärung richtet sich
gleichermaßen gegen irrationale Ängste und apokalyptische Vorstellungen wie gegen pure
technische Machbarkeitsphantasien."
Grundsatzbeitrag des
Bundeskanzlers zur Gentechnik / Von Gerhard Schröder. In: Die Woche, 20.12.2000
Wo die Menschenwürde
beginnt / Von Julian NidaRümlin. in: Tagesspiegel, 03.01.2001
Ich warne vor absoluten
Verboten
Bundespräsident Rau hat in seiner "Berliner Rede" Stellung gegen die PID
bezogen. Roman Herzog erklärt, warum er in dieser Frage eher auf der Seite des Kanzlers
steht / Von Roman Herzog. In: Die Welt, 28.05.2001
Der Staat und die
Heiligkeit des Lebens
Bioethik ohne Gott ist möglich. Sie muss nur die Erfahrungen der deutschen Geschichte
aufnehmen / Von Michael Naumann. In: Die Zeit, Nr. 26/2001
Der Mensch kann seine
Freiheit nutzen
In der Bioethik ist moralischer Rigorismus fehl am Platz / Von Wolfgang Schäuble. In: Die
Welt, 13.07.2001
Post vom Kanzler
"Ratlosigkeit, Befremden und auch Kopfschütteln" - mit diesen Worten beschreibt
Gerhard Schröder seine Reaktionen auf eine in der ZEIT abgedruckten Rede Michael
Naumanns. Doch dieser schweigt nicht. Ein Briefwechsel zur bioethischen Debatte / Von
Gerhard Schröder und eine Antwort von Michael Naumann. In: Die Zeit, Nr. 31/2001
Das "C" und
die Gewissensfreiheit
Von Friedrich Merz. In: Die Welt, 22.01.2002
Keine Embryos für die
Forschung!
Der Parteien übergreifende Gesetzesbeschluß des Bundestages zum Verbot des Importes
menschlicher Embryonal-Stammzellen wird sein Ziel erreichen / Von Maria Böhmer. In: Die
Welt, 25.04.2002 http://www.maria-boehmer.de/ http://www.helmut-heiderich.de/bt12.htm
Wollen wir Kleinstädte
in Kühlhäusern?
Warum die Embryonenselektion keine Lösung ist / Von Maria Böhmer.In: Frankfurter
Allgemeine Zeitung, 20.08.2002. http://www.maria-boehmer.de/
FREMDE FEDERN: Monika
Knoche (Bündnis90/DieGrünen)
Die Fehlbildung des Kindes wird zur Krankheit der Frau.In: Frankfurter Allgemeine Zeitung,
28.08.2002
Von FRau ist nicht die Rede. in Das Parlament: http://www.das-parlament.de/2001/24/Bundestag/2001_24_026_5678.html
Philosophen
Nur wer die Sehnsucht
kennt
Wann immer das Leben beginnen mag, das Lebensrecht beginnt erst mit der Fähigkeit,
Wünsche zu haben / Von Norbert Hoerster. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.02.2001
Gezeugt, nicht gemacht
Wann ist der Mensch ein Mensch? Das britische Parlament hat den Verbrauch von Embryonen
erlaubt, und Kulturminister Julian Nida-Rümelin verteidigt diese Genehmigung. Sie ist
aber ein Anschlag auf die Menschenwürde / Von Robert Spaemann. In: Die Zeit, Nr. 04/2001
Rechte für Embryonen?
Die Menschenwürde lässt sich nicht allein auf die biologische Zugehörigkeit zur
Menschheit gründen. Eine Antwort auf Robert Spaemann und ein Vorschlag wider das
Geläufige / Von Reinhard Merkel. In: Die Zeit, Nr. 05/2001
Rechte für Embryonen?
Die Menschenwürde lässt sich nicht allein auf die biologische Zugehörigkeit zur
Menschheit gründen. Eine Antwort auf Robert Spaemann und ein Vorschlag wider das
Geläufige / Von Reinhard Merkel. In: Die Zeit, Nr. 05/2001
Die Abtreibungsfalle
Es gibt in Deutschland keinen grundrechtlichen Schutz für den Embryo. Das zeigt nicht die
Verfassung, sondern das Abtreibungsrecht. Die therapeutischen Ziele der Stammzellforschung
haben moralisch mehr Gewicht als unsere Schutzpflichten / Von Reinhard Merkel. In: Die
Zeit, Nr. 25/2001
Missbrauch der Medizin
Die Märchen der Embryoverbraucher / Von Volker Herzog. In Frankfurter Allgemeine Zeitung,
07.09.2001
Geprägte Form, doch
zweckbewußt zerstückelt
Wann ist ein Mensch kein Mensch? Wenn die Wissenschaft von ihrem Wissen nichts mehr wissen
will und sich in den Mythos zurückverwandelt / Von Gerold Prauss. In: Frankfurter
Allgemeine Zeitung, 28.11.2001
Was gibt's denn da zu gucken?
Menschenwürde nach Hubert Markl: Freiheit an der Grenze zur Freibeuterei / Von Thomas
Sören Hoffmann. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.08.2001. http://www.philosophie.uni-bonn.de/hoffmann/index.html
Kirche / Theologie
Ist die CDU noch christlich?
Von Joachim Kardinal Meisner In: Die Welt, 19.01.2002
Pluralismus als Markenzeichen
Eine Stellungnahme evangelischer Ethiker zur Debatte um die Embryonenforschung
In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.01.2002
Wo sind hier die
Dunkelmänner?
Während die Vordenker des Embryonenverbrauchs Geheimpapiere zirkulieren lassen, spricht
die Kirche klar und deutlich / Von Walter Mixa. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung,
08.02.2001. vita: http://www.bistum-eichstaett.de/bischof/index.html?leben.htm~haupt
Was dürfen, was
sollen wir tun?
Fragen eines Philosophen zu den Fortschritten in der Biomedizin / Von Richard Schröder (evangelischer
Theologe und SPD-Politiker). In: Frankfurter Allgemeine
Zeitung, 21.07.2001 http://www2.rz.hu-berlin.de/theologie/schroeder/index.htm
"Theologie
als Lebenswissenschaft"
Vortrag von Bischof Hein
Die Gentechnik ist ein Forschungsbereich, der ungeheure Zukunftsvisionen
freisetzt. Da man hier die Schlüsseltechnologie für die Märkte des 21. Jahrhundert zu
erkennen meint, wird viel Geld in die Forschung investiert. Manche Forscher sehen sich
schließlich auf dem Weg, selbst in die Rolle des Schöpfers von Leben zu treten und so
den Religionen wie dem etwa dem Christentum oder dem Judentum einen angestammten Bereich
ihrer Glaubensüberzeugungen durch die wissenschaftliche Forschung zu entreißen. Der
amerikanische Sozialphilosoph Ronald Dworkin redet offen von der "falschen Angst,
Gott zu spielen". In den neuen Wissenschaften sieht er eine Herausforderung, der wir
uns stellen müssen, "denn die Alternative wäre unverantwortliche Feigheit vor dem
Unbekannten".
Geisteswissenschaftler / Intellektuelle
Wollt ihr das totale
Engineering?
Ein Essay über den Terror der technisch-ökonomischen Intelligenz, über den Verlust von
Kultur und Gedächtnis, über unsere Entfernung von Gott / Von Botho Strauß. In: Die
Zeit, Nr. 52/200
Kulturkampf um die
Gattung Mensch
Die Debatte ist vorüber! Die Debatte beginnt! Zur Stammzellenforschung in Deutschland /
Von Wolfgang Frühwald (Literaturwissenschaftler). In: Die Welt, 07.03.2002 http://www.radio-bremen.de/autoren/fruehwald_wolfgang.html
http://www.lebenswissen.de/2veranstalt/index-2.htm?http://www.lebenswissen.de/2veranstalt/streit.htm
Der Umbau am Menschen
Bei der Manipulation der Schöpfung geht es jetzt um die Frau / Von Silvia Bovenschen
(Literaturwissenschaftlerin). In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.03.2002
http://www.bachmann-preis.carinthia.at/bovenschen.html
Naturwissenschaftler
Die Ethik des Genoms
Warum wir Gott nicht mehr die Zukunft des Menschen überlassen dürfen /
Von James D. Watson. In: Frankfurter
Allgemeine Zeitung, 26.09.2000
"Den Göttern
gleich' ich nicht!"
1,8 Prozent von drei Milliarden - das ist der Mensch: Was nicht nur Joschka Fischer von
der Gentechnik wissen sollte / Eine Handreichung / Von Christiane Nüsslein-Volhard. In:
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.02.2001
Freiheit, Verantwortung, Menschenwürde: Warum Lebenswissenschaften
mehr sind als Biologie / Von Hubert Markl. Ansprache anlässlich der 52. Ordentlichen
Hauptversammlung der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.
Berlin, am 22. Juni 2001.
ine Raupe ist noch
lange kein Schmetterling
Wider den Mythos vom evolutionären Rubikon: Wann der Mensch zum wirklichen
"Menschen" wird, ist allein unsere Entscheidung / Von Hubert Markl. In:
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2001
http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/kulturzeit/news/20607/index.html
http://www.biologe.de/themenartikel/dasmagazin/gentechnik.html
http://www.mpg.de/reden/2001/hv/markl.htm
http://www.berlin-chronik.de/Lesezei/blz99_06/text40.htm
Ärzte
Wir wissen nicht weiter
Die Ärzteschaft delegiert ihre Fragen / Von Jörg-Dietrich Hoppe. In: Frankfurter
Allgemeine Zeitung, 19.02.2001.
http://www.aerztetag.de/25/10Baekground/105/StHoppe.html
Krieg der Ärzte
Die Regierung plant eine ethische Revolution / Von Ulrich Montgomery. In: Frankfurter
Allgemeine Zeitung, 22.02.2001.
http://www.montgomery.de/ http://www.bundesaerztekammer.de/05/40Organe/10vorstand/Vorstand1/montgomery.html
Gebt uns die Lizenz zum
Klonen!
Ein Plädoyer für die schrankenlose Nutzung von Gen- und Biotechnik / Von Ulrich Mueller.
In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.03.2001.
http://www.spd-marburg.de/marburg/UlrichMueller.html
http://www.med.uni-marburg.de/d-einrichtungen/medsoziologie/
Kritische NGOs
Mein Bauch gehört mir
Von Claudia Kaminski (Bundesverband Lebensrecht). In: Frankfurter Allgemeine Zeitung,
21.01.2002. http://www.bv-lebensrecht.de/
Entbunden
Bald gibt es die künstliche Gebärmutter / Von Jeremy Rifkin. In: Frankfurter Allgemeine
Zeitung, 04.03.2002
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Heilen als Ideologie
Die Zeit des Schönredens ist vorbei / Von Stephan Sahm. In: Frankfurter Allgemeine
Zeitung, 14.03.2001
Heilungsversprechen
versus Menschenwürde
Elemente einer Kritik der neuen Biotechnologien / Von Santiago Ewig. noch nicht
publiziertes Dokument
Die Würde ist immer
die Würde des anderen
Der Schöpfungsglaube hat einen rationalen Gehalt, der in der Debatte um die Biopolitik
konsequent entfaltet werden sollte / Von Eberhard Schockenhoff. In: Frankfurter Allgemeine
Zeitung, 23.01.2002
Kind als Schaden,
Töten als Therapie?
Bei der Reform des §218 im Jahr 1995 wurden entscheidene Fehler gemacht. Die Streichung
der embryopathischen Indikation stellt allein auf das Zumutbarkeitskriterium der
Schwangeren ab - Gastkommentar / Von Hermann Hepp
In: Die Welt, 10.09.2002
Diese und andere Beiträge z.T. veröffentlicht in:
Geyer Christian (Hg.), Biopolitik: Die
Positionen. Frankfurt a. M. 2001, 302 Seiten. ISBN: 3-518-12261-4. Suhrkamp Verlag
Um die neuen Möglichkeiten der Gentechnologie ist eine intensive Debatte entbrannt. Dabei
verlaufen die Argumentationslinien quer zu den weltanschaulichen und politischen
Positionen. Zum Streit um das ethische Selbstverständnis der Gattung, um Autonomie und
Selbstbeschränkung sind in diesem Buch Beiträge gesammelt, die vorwiegend im Jahr 2001
in der 'FAZ' und 'die Zeit' erschienen sind. Es handelt sich gleichsam um eine
Momentaufnahme der Debatte. Sie finden folgende Beiträge:
Elisabeth
Beck-Gernsheim, Die soziale Konstruktion des Risikos - das Beispiel
Pränataldiagnostik, zuerst in: Soziale Welt 47 (1996), S. 284-296).
Robert Spaemann, Gezeugt, nicht gemacht, zuerst in: Die Zeit vom 18.1.2001.
Reinhard Merkel, Rechte für Embryonen?, zuerst in: Die Zeit vom 25.1.2001.
Otfried Hoffe, Wessen Menschenwürde?, zuerst in: Die Zeit vom 1.2.2001.
Robert Spaemann, Wer jemand ist, ist es immer, zuerst in: FAZ vom 21.3.2001.
Patrick Bahners, PID: Nur keine Sentimentalitäten, zuerst in: FAZ vom 12.4.2001.
»Die Notwendigkeit der Abwägung stellt sich immer wieder neu«, Gespräch mit Gerhard
Schröder, zuerst in: FAZ vom 3.5.2001.
»Wir wollen keine Menschen züchten«, Gespräch mit Ernst-Ludwig Winnacker,
zuerst in: FAZ vom 5.5.2001.
Margot von Renesse, PID: Verbieten hilft nicht, zuerst in: Die Woche vom 11.5.2001.
»Das Tor zur Selektion ist geöffnet«, Gespräch mit Ernst-Wolfgang Böckenförde,
zuerst in: Süddeutsche Zeitung vom 16.5.2001.
Ulrike Riedel, Der erschlichene Embryo, zuerst in: FAZ vom 17.5.2001.
»Die Würde des Embryos ist unbezweifelbar«, Gespräch mit Herta Däubler-Gmelin,
zuerst in: FAZ vom 22.5.2001.
Mark Siemons, Würde? Mit dem Embryo schützt der Staat sich selbst, zuerst in: FAZ
vom 25.5. 2001.
Hille Haker, PID: Ein in jeder Hinsicht gefährliches Verfahren, zuerst m: FAZ vom
26.5.2001.
Andrea Fischer, Wir sind für Gentechnik. Aber nicht auf Kosten des Embryos, zuerst
in: FAZ vom 1.6.2001 (leicht gekürzte Fassung ihrer am 31.5. 2001 im Bundestag gehaltenen
Rede).
Henning Ritter, Die Zerreißprobe. Was man der Menschenwürde nicht zumuten darf,
zuerst in: FAZ vom 10.6.2001.
Gerd Roellecke, Lieber ein Hoffnungsschimmer als Dunkelheit, zuerst in: FAZ vom
12.6.2001.
Christian Schwägerl, Die Geister, die sie riefen, zuerst in: FAZ vom 16.6.2001.
Hubert Markl, Freiheit, Verantwortung, Menschenwürde, Ansprache auf der 52.
ordentlichen Hauptversammlung der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin, Erstdruck in: Die
Welt vom 22.6.2001.
Frank Schirrmacher, Bürger Markl, zuerst in: FAZ vom 26.6.2001.
Stephan Sahm, Er kann auch anders: Der doppelte Markl, zuerst in: FAZ vom 7.7.2001.
Patrick Bahners, Bürger Embryo, zuerst in: FAZ vom 2.7.2001.
Claus Bartram, Warum auf den Ethikrat warten?, zuerst in: FAZ vom 29.6.2001.
Josef Wisser, Einzigartig und komplett, zuerst in: FAZ vom 20.7.2001.
Jakob Augstein, Bis über beide Ohren in der Petrischale, zuerst in: Süddeutsche
Zeitung vom 2.7. 2001.
Rainer Flöhl, Embryonale Stammzellen (s. S. 229), zuerst in: FAZ vom 5.7. 20OI.
Horst Dreier, Konsens und Dissens bei der Interpretation der Menschenwürde, zuerst
unter dem Titel Große Würde, kleine Münze in: FAZ vom 5.7. 2001.
Wolfram Höfling, Wider die Verdinglichung, zuerst unter dem Titel Zygote - Mensch
- Person in: FAZ vom 10.7. 2001.
Ernst Benda, Die Verfassung und das Leben, unter dem Titel Würde des Menschen -
Würde des Lebens am 14.6.2001 vorgetragen auf dem evangelischen Kirchentag in Frankfurt
am Main; Erstdruck.
Michael Naumann, Der Staat und die Heiligkeit des Lebens, gekürzter Abdruck einer
Rede vom 14.6. 2001 auf dem evangelischen Kirchentag in Frankfurt am Main, zuerst in: Die
Zeit vom 18.7.2001.
Der »optimierte Mensch«, Gespräch mit Wolfgang Frühwald, zuerst in: Forschung
& Lehre, August 2001.
Gerd Kempermann, Der Traum neuer Zellen für neue Menschen, zuerst in: FAZ vom 17.
8.2001.
Kulturkampf um die Gentechnik
Gentechniker haben das menschliche Erbgut zum großen Teil entziffert.
Krankheiten könnten besser geheilt, das Rätsel des Alterns und Sterbens könnte gelöst
werden. Wer diese Informationen gewissenlos anwendet, kann Menschen manipulieren,
kontrollieren oder züchten.
Die ethische Debatte über Möglichkeit und Praxis ist wie einige meinen, zu
spät - entbrannt. Jüngstes Beispiel: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft befürwortet, Stammzellen
an Embryonen zu erforschen. Dies lehnen Kirchenleute, aber auch Politiker wie die
Justizministerin Hertha Däubler-Gmelin (SPD) ab. Andere sind zumindest für
eingeschränkte Gentests bei künstlich befruchteten Embyros, um Krankheiten
auszuschließen. WELT online dokumentiert die laufende Debatte.
Wichtige Begriffe der Gentechnik
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Berliner Zeitung
Aufklärung über technologische Allmachtsfantasien
Forschungsministerin Bulmahn eröffnet Jahr der
Lebenswissenschaften und hofft auf eine breite Debatte über Gentechnik
BERLIN, 2. Februar. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD)
hat in Berlin das Jahr der Lebenswissenschaften eröffnet. Sie hofft, damit vor allem
über die Bio- und Gentechnologie eine breite Debatte in der Gesellschaft anzustoßen.
"Kein anderes Forschungsfeld bewegt die Menschen emotional, rational und
intellektuell so sehr wie die Lebenswissenschaften", sagte Bulmahn.
Die Ministerin beteuerte, dass sie die Ängste und Befürchtungen der
Bevölkerung gegenüber der Gentechnik ernst nehme. Sie betonte jedoch am Donnerstagabend:
"Wissenschaft lebt nicht in einem rechtsfreien Raum, sie ist an ethische und
rechtliche Maßstäbe gebunden."
Bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Der entschlüsselte Mensch:
Beginnt ein neues Zeitalter?" erinnerte Bulmahn daran, dass es bei neuen
wissenschaftlichen Methoden wie der Gentechnik entscheidend sei, mit welchen Zielen sie
betrieben würden. Umweltfreundlichere Substanzen oder bessere Medikamente und Therapien
zu entwickeln, halte sie für erstrebenswerte Ziele. Gentechnische Forschung mit dem Ziel,
einen Menschen zu klonen, bezeichnete die Ministerin dagegen als "pervers".
Die beiden Naturwissenschaftler in der Diskussionsrunde, Jens Reich vom
Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin in Berlin-Buch und Christiane
Nüsslein-Volhard vom Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen,
verwiesen darauf, dass die Vision vom geklonten oder genetisch perfektionierten Menschen
nicht nur verwerflich, sondern auch technisch unrealistisch sei. "Ich glaube nicht,
dass es möglich ist, einen Menschen zu designen", sagte Reich.
Die Nobelpreisträgerin Nüsslein-Volhard hält das Klonen per
Kerntransfer, wie es erstmals bei dem Schaf "Dolly" angewendet wurde, für ein
technisch ineffizientes Verfahren. Sie glaube nicht, dass es möglich sei, diese Methode
reihenweise anzuwenden. Auch das therapeutische Klonen, bei dem mit der gleichen Technik
Ersatzgewebe oder -organe entstehen, hält die Entwicklungsbiologin aus diesem Grunde für
wenig aussichtsreich.
Der Karlsruher Philosoph Peter Sloterdijk ist sich hingegen sicher,
dass "an einzelnen Exemplaren" künftig gentherapeutische Optionen versucht
werden. "Wenn dies schlüssig und sozial verträglich ist, wird sich die Gesellschaft
dem auch beugen", sagte Sloterdijk. Er forderte ein breites Gespräch über den
Begriff des Lebens.
Forschungsministerin Edelgard Bulmahn erhofft sich vom Jahr der
Lebenswissenschaften mehr Aufklärung, um den "technologischen Allmachtsfantasien und
den tief gehenden Befürchtungen von Missbrauch der Forschung" entgegenzutreten.
http://www.BerlinOnline.de/wissen/berliner_zeitung/archiv/2001/0203/politik/0090/index.html?
keywords=Gentechnik&ok=OK%21&match=strict&author=&ressort=&von=3.2.2001&bis=4.2.2001&mark=gentechnik
Ein Service von Berliner Zeitung, TIP BerlinMagazin, Berliner Kurier
und Berliner Abendblatt. © G+J BerlinOnline GmbH, 05.02.2001
DIE ZEIT Feuilleton 10/2002
Das Leben wird's richten
Doch was ist das Leben? Anmerkungen zum biopolitischen Kampfbegriff der
"Lebenswissenschaften"
von Thomas Assheuer
Wer heute eine Universitätsbuchhandlung betritt, der erlebt sein
blaues Wunder. Wo früher soziologische Studien stapelweise über die Natur der
Gesellschaft Auskunft gaben, lagern die neuesten Erkenntnisse aus den
"Lebenswissenschaften", Studien aus Biologie und Neuro-Science,
Evolutionspsychologie und Molekulargenetik. Ihre Themen kreisen um Geist und Körper,
Materie und Wissen, und nicht wenige schicken sich an, den "alten"
Humanwissenschaften das Monopol auf Sinnfragen und Weltbilder streitig zu machen.
In der Bugwelle der "Lebenswissenschaften" schwimmt wiederum
eine riesige Armada aus populärwissenschaftlichen Ratgebern und Daseinsbegleitern. Sie
behandeln die Old Science, vor allem die Sozialforschung, als schrottreifes Auslaufmodell,
das ins Museum gehört, besser heute als morgen. Aus Sicht der Life-Science ist nämlich
nicht unsere Gesellschaft, sondern die Biologie die wahre Schicksalsmacht.
"Egoistische Gene" (Richard Dawkins) sind es, die unsere Wege leiten und lenken.
Sie sind die eigentlichen Herrscher unserer Kultur, in der das Leben in genetisch
bedingten Sequenzen verläuft: als Abfolge von Hirnzuständen, biochemischen
Zustandswechseln und erotischen Appetenzen. Menschen sehen sich mit den "Augen der
Gene", und ihr freier Wille, darin sind sich die Hirnforscher ohnehin einig, ist ein
Gaukelspiel, mit der die wohlmeinende Natur das Menschenwesen über seine faktische
Unfreiheit tröstet.
Der Königsweg zur Wahrheit
Aber es ist nicht nur der Buchmarkt, auf dem die
"Lebenswissenschaften" ihre Triumphe feiern. Die Bildungsministerien entziehen
den Sozial- und Geisteswissenschaften finanzielle Mittel und verlagern sie auf das Feld
der "Lebenswissenschaften", vor allem auf das der Genforschung (vgl. Otfried
Höffes Klage in der FAZ vom 7. 11. 01). In biopolitischer
Selbstanpassung hat die Bildungs- und Forschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) die
"Lebenswissenschaften" auf ihre Fahnen geschrieben. Auch sie liebt die
vitalistische Aura und das leuchtende Ungefähr einer Formel, in der die Lebensphilosophie
des 19. Jahrhunderts nachhallt, das Lob des Dynamischen gegen das Statische, vielleicht
sogar der Abgesang auf eine erstarrte, von moralischen Skrupeln gelähmte Gesellschaft.
Gerade dieser metaphysische Mehrwert macht die
"Lebens"-Metapher so anziehend, und das um so mehr, je stärker die Strahlkraft
sozialwissenschaftlicher Theoriesterne verblasst. Denn während diese "nur" das
Soziale ausleuchten, haben die Lebenswissenschaften scheinbar das "Leben" selbst
zum Thema, das Große und das Ganze, das Wesen hinter den Erscheinungen, kurz: den
Urgrund, der alles schon trägt, die Technik und die Kultur und natürlich die
Lebenswissenschaft selbst. Grau ist dagegen alle Theorie. Selbst Philosophen, die sich auf
ihre Distinktion etwas zugute halten, springen noch schnell auf den Zug der
Lebenswissenschaften auf. Die "Dynamik" des "Lebens", liest man in
einem druckfrischen Lobgesang auf die Gentechnik, bestimme die Bewegung der Politik; der
"Puls des Lebens" gebe den Takt vor, der in den sittlichen Normen der
Gesellschaft, in Recht und Moral, zum Ausdruck komme.
Als heimliches Oberhaupt der neuen Lebenswissenschaft gilt vielen der
große Ameisenforscher und unerschrockene Ökologe Edward O. Wilson. Schon lange träumt
er von der "Einheit des Wissens", vom großen Dach der Lebenswissenschaften,
unter dem die Ergebnisse der Einzelforschungen, selbst die der Soziologie, versammelt und
in eine übergreifende, evolutionstheoretische Perspektive gerückt werden. Endlich soll
die uralte Trennlinie zwischen Natur- und Humanwissenschaften fallen, wobei Wilson keinen
Zweifel daran lässt, dass die "harten" Naturwissenschaften im Konzert die erste
Geige spielen. Sie sind die Sieger im darwinistischen Wettlauf der Theorien, weil sie
objektiv kausales Wissen erzeugen, mit dem sich alle menschlichen Verhaltensweisen, sogar
Recht und Moral erklären lassen. Unter Wilsons Sonne gibt es nichts, was nicht in die
Allzuständigkeit der Lebenswissenschaften fiele. Sie weisen den Königsweg zur Wahrheit,
und während Humanwissenschaftler redselig am Sinn des Lebens verzweifeln, warten die
Lebenswissenschaften schon an der Kreuzung, wo sich das Dasein des Einzelnen mit dem
"Leben" der Evolution sinnvoll verschränkt.
Wilson glaubt allen Ernstes, eine einheitliche Lebenswissenschaft
könne die Zivilisation wieder auf biologische, evolutionär "richtige"
Grundlagen stellen und das menschliche Mängelwesen vor den Anfechtungen der Freiheit, vor
seinen emanzipatorischen Verirrungen schützen. In diesem konservativen Wunschtraum ist
die Kultur nicht das Medium einer prinzipiell offenen Weltdeutung, mittels deren die
Menschen sich im Licht reflexionsfähiger Normen immerhin darüber verständigen könnten,
was sie tun und was sie lassen. Das alles nicht. Wilson versteht Kultur vielmehr als
Medium der Anpassung - als symbolische Krücke auf dem dornigen Weg in die instinktanaloge
Selbststabilisierung der menschlichen Gesellschaft. Kultur übernimmt Aufgaben, die
früher der genetische Informationsspeicher erfüllt hat, und alles zusammen folgt dem
natürlichen Muster von Mutation und Auslese.
Wie Wilson, so schätzt auch Hubert Markl, scheidender Präsident der
Max-Planck-Gesellschaft, den dunklen Glanz der "Lebens"-Metapher. Zuerst einmal
will Markl das Gottvertrauen in die Forschung zurückerobern, wobei schnell der Eindruck
entsteht, die eigentliche Gefahr erwachse der Gesellschaft nicht vom eugenischen Potenzial
der Gentechnik, sondern von katholischen Alarmisten, meinungsklonierten Intellektuellen
und anderen Blindgängern. Zutiefst ist Markl, ähnlich wie Wilson, nämlich davon
überzeugt, die kulturelle Evolution, und damit auch die Gentechnik, sei die Fortsetzung
der Naturgeschichte mit anderen Mitteln - gewissermaßen ein gütiger Trick der Natur, um
durch die Entwicklung von höherstufigen Strukturen ein Überleben in einer immer
komplexeren Umwelt zu ermöglichen. Die Evolution ist eine unsichtbare Hand, die dafür
sorgt, dass in den Wissenschaften alles mit rechten Dingen zugeht.
"Unverkennbar", schreibt Markl (im Merkur, Heft 592/98), setzte sich der
"oftmals erratische Fortschritt der Naturevolution in der durch sie hervorgebrachten
Kulturevolution in geradezu fulminant schöpferischer Weise fort - und zwar wiederum nach
dem Darwinschen Prinzip von innovativem Wandel und Auslese nach Bewährung und
Überlegenheit."
Diesen Satz muss man nicht zweimal lesen. Mit einer aparten Mischung
aus Konrad Lorenz und Arnold Gehlen möchte Markl sein Publikum davon überzeugen, eine
wohlmeinende "Naturgeschichte" halte immer schon die Instrumente parat, mit
deren Hilfe wir uns technisch-kulturell an den Stand der Evolution anpassen müssen.
Dasselbe gilt auch für unsere ethischen Standards. So wäre unsere Vorstellung von
Menschenwürde nichts anderes als eine kulturelle Zuschreibung, die sich, um den
Preis des Überlebens, an den jeweils erreichten Stand der Naturevolution anzupassen hat.
Humanistische Befangenheiten darf man getrost ablegen, verkörpern sie doch evolutionär
rückständige Einsichten, und Freiheit, so kann man Markl verstehen, ist die Einsicht in
die naturgeschichtliche Notwendigkeit: Mit der Gentechnik "hat die Naturevolution
unserer Kulturevolution mehr oder weniger subtile Wege gewiesen". Über die
"gentechnisch versiert gewordene Kulturevolution" wirke die Naturevolution
"ganz gezielt auf sich selbst zurück. In solchem Sinn hat die Naturevolution mit dem
Menschen ein Mittel hervorgebracht, um sich selbst fortzuentwickeln."
Wie Wilson, so adelt auch Markl die Lebenswissenschaften zu einem
eingeweihten Organ der "Naturevolution". Welche Provokation davon für die
klassischen Humanwissenschaften ausgeht, kann man sich mithilfe einer philosophischen
Metapher vor Augen führen - mit jenem berühmten Bild, wonach die Menschheit einem
schlingernden Schiff gleicht, das in stürmischer See mit Bordmitteln umgebaut werden
muss, damit es nicht in den Fluten versinkt. Während der Humanwissenschaftler ständig
auf den Kompass starrte, gequält von der Frage, welche Baupläne er entwerfen und welches
Material er verwenden solle, wäre der Lebenswissenschaftler die Ruhe selbst. Für ihnen
hängt der Ausgang des Unternehmens nämlich nicht von den Entscheidungen der Mannschaft
ab, sondern von der Verwendung des Materials, das seine Bauform vermeintlich immer schon
vorgibt. Was immer geschieht, für den Lebenswissenschaftler schwimmt das Schiff auf dem
Wärmestrom einer "Naturgeschichte", auf deren Karten die rettenden Wege längst
eingezeichnet sind.
Es gibt allen Grund, diesen Mystifikationen zu misstrauen. Forschung
lebt vom methodischen Zweifel, auch wenn von Skepsis in den erfolgsverwöhnten
Lebenswissenschaften immer weniger die Rede ist. Selbstsicher, manchmal auch mit
unverhohlenem Triumph, machen sie uns klar, dass die biotechnischen Umwälzungen die
"natürlichen" Grenzen des Menschen auflösen; immer weniger sei die
"Natur" eine Instanz, die uns Grenzen setzt und unsere Verfügungsgewalt
einschränkt. Aber daraus folgt kein blindes Vertrauen in die Logik der Wissenschaft. Denn
mit ihren Umwälzungen wächst auch das Nichtwissen ins Unermessliche - und damit die
wechselseitige Verantwortung für die Folgen unserer Eingriffe. Dieser Abgrund des
Nichtwissens, die Unwägbarkeit und Unsicherheit biopolitischer "Maßnahmen",
wird vom dubiosen Singular der Lebensmetapher systematisch vernebelt. Denn wenn der
"Puls des Lebens" uns den Takt vorgibt, dann wäre aller Zweifel überflüssig
und die Gentechnik, wie jede andere Technik auch, eine Gestalt des "Lebens". Und
wer möchte schon am Leben selbst zweifeln?
Dass die Forschungsministerin ausgiebig vom metaphorischen
Dunst der "Lebenswissenschaften" Gebrauch macht, passt ins Bild. Sogar ihre kaum
verhüllte Aversion gegen die Geisteswissenschaften scheint die natürliche Kehrseite
eines biopolitischen Konzepts, das den Unterschied zwischen Bildungs- und Industriepolitik
gar nicht mehr kennt. Vielleicht sind Kulturwissenschaftler für die Ministerin ja die
Idioten der Familie. Sie reden von Dingen, die den Biowissenschaften ein Dorn im Auge
sind. Sie weigern sich standhaft, den Mechanismus der natürlichen Reproduktion mit dem
Leben selbst zu verwechseln. Schon deshalb sollte man die Lebenswissenschaften nicht mit
der Politik allein lassen. Sonst bleiben sie, was sie für Edeltraud Bulmahn längst sind:
Akzeptanzhelfer für eine Biopolitik, die ihren Legitimitätsnachweis noch vor sich hat.
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