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Mythos ist ein Geflecht von Geschichten, die den Menschen die Zusammenhänge der Welt, in die sie seit ihrer Geburt hineinwachsen, meist als von Göttern gestiftete Ordnung erklären. Mythos reduziert dabei die Komplexität der Weltzusammenhänge auf ein faßbares Maß (Niklas Luhmann). Wahrscheinlich sind sowohl die jahrhundertelange mündliche Überlieferung der Geschichten als auch das heute noch andauernde Interesse an ihnen dadurch zu erklären, daß sie von schmerzhaften Konflikten entlasten, die eine Kultur während der Enkulturation neuen Lebens (psychische Differenzierung, Spracherwerb, Anpassung an die bestehenden Normen, Orientierungen und Werte) mehrheitlich erzeugt.

Mythos in der Gentechnik

Das Denken vieler Gentechniker und die "Botschaften" der Befürworter entfalten die Eigenschaften eines Mythos:

(A) Die Hypothese, psychische Krankheiten wie Schizophrenie oder Charaktermerkmale wie Agressivität seien gentetisch bedingt, wird gerne geglaubt, weil sie z.B. Eltern davon entlastet, ihr spezifischer Umgang mit einem inzwischen agressiven oder psychisch gestörten Nachkommen sei ursächlich. Diese Hypothese wird kollektiv besonders gerne geglaubt, wenn sich Gewalt bis hin zur Bestialität ausbreitet. Sie entlastet dann das Kollektiv von der Verantwortung für diese Entwicklung und von der gigantischen kollektiven Anstrengung, sie durch Änderung seiner Wertorientierungen, Normen und Lebensweisen zu stoppen. Schon die Suche nach Aggressions- und Schizophrenie-Genen gehört einem neuen Mythos an, der sich zur Entlastung von der Verantwortung für die  Eskalation der Bestialität im vergangen Jahrhundert und die gegenwärtige Ausbreitung von Gewalt bei immer jüngeren "Männern", von Nähe vermeidenden, morbiden, destruktiven sexuellen Perversionen zu entwickeln scheint.

(B) Auch die Bemühungen Erbinformationen von Bakterien zum Zweck des Abbaus von Altlasten zu manipulieren - oder von Pflanzen für die Suche nach Landminen oder die Steigerung der Resistenz gegen Pflanzenvernichtungsmittel und Umweltstreß, entlastet von der Verantwortung für die Folgen von Altlasten, Landminen, Umweltschäden und die Produktion destruktiver Stoffe überhaupt. Auch hier wird von der Anstrengung entlastet, die gewohnten Wege wegen ihrer bedrohlichen Folgen aufgeben und umkehren zu müssen.

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Sammlung "unwahrer Behauptungen" zu

Gentechnik allgemein     Agrargentechnik    Gentechnik in der Medizin

Mythos ist das Ganze, eine einzelne Mythe ist ein Teil des Mythos - z.B. die Gründungsmythen, die verklärend und in phantastischen Geschehem vom Beginn der gerade geltenden Ordnung erzählen. Während die Inhalte des Ganzen unter der phantastischen Oberfläche oftmals verborgene, noch heute nachvollziehbaren Wahrheiten enthalten (s. z.B. der Daedalus-Mythos), entfernen sich die einzelnen Teile extrem von dem, was heute als Realität angesehen wird (z.B. die einzelnen Episoden des Daedalus-Mythos oder deren Elemente). Deshalb hat der Begriff "Mythen" den Beigeschmack von "unwahren Behauptungen", der ihn in Opposition zu "verifizierten Hypothesen" der "aufklärenden Wissenschaft" stellt.

Beispiele für Mythen der Gentechnik:

"Aggression kann gentechnisch vermindert werden"

"Schizophrenie kann gentechnisch geheilt werden"
"Gentechnik beseitigt den Hunger in der Welt"

Links:

Bündnis90/Die Grünen Nürnberg: Fehlinformationen

Material bei Greenpeace: Gentechnik - 12 Fragen und Antworten.

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