Freiburg/Solingen (gh). Nach dem Robert-Koch-Institut hat nun auch
Monsanto abgelehnt, auf Nachmeldungen im sogenannten "vereinfachten"
Genehmigungsverfahren, mit dem die EU-Kommission und die abgewählte CDU-Bundesregierung
heimliche Freisetzungen genmanipulierter Pflanzen ermöglichen wollte, zu verzichten,
obwohl das OVG Berlin auf dessen europaweite Rechtswidrigkeit hingewiesen hatte.
Mit seiner Erklärung zu den Hinweisen des OVG Berlin, an der
bisherigen Genehmigungspraxis festzuhalten, hat das RKI Freisetzer wie Monsanto ermuntert,
das höherrangige Recht des EG-Vertrages, der EU-Freisetzungsrichtlinie, des Grundgesetzes
und des Gentechnikgesetzes der BRD zu mißachten und - statt diese einzuhalten - das
rechtswidrige Schein-"Recht" des "vereinfachten" Verfahrens, dessen
Geltung die abgewählte Bundesregierung in der BRD verfassungswidrig vorgetäuscht hatte,
weiter zu mißbrauchen, um mit heimlichen Freisetzungen gegen die mehrheitliche Ablehnung
von Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion vollendete und unabänderliche
Tatsachen zu schaffen.
Damit unterstreicht das RKI, daß die Zuständigkeit für
Freisetzungsgenehmigungen bei ihm in den falschen Händen ist.
Das "aktionsbündnis" fordert deshalb im Rahmen seiner
Aktion "Kein Verfassungsbruch für Freisetzungen" die Bundesregierung und die
Regierungsfraktionen auf
diesen Mißbrauch von verfassungswidrig vorgetäuschtem
Schein-"Recht" durch Nachmelder und das RKI zu unterbinden und das RKI
anzuweisen, das höherrangige Recht einzuhalten und Nachmeldungen von Freisetzungen
umgehend zu widersprechen;
dem RKI die Zuständigkeit für Freisetzungsgenehmigungen zu entziehen
und sie in die Fachaufsicht des Umweltministeriums zu verlagern;.
dem RKI auch die Vertretung der BRD im Ausschuß nach Artikel 21
EU-Freisetzungsrichtlinie zu entziehen und in die Fachaufsicht des Umweltministeriums zu
verlagern, da die BRD bei Freisetzungsfragen im EU-Ministerrat vom Umweltministerium
vertreten wird und zu erwarten ist, daß das RKI in diesem Ausschuß zur Fortsetzung des
Mißbrauchs europaweit rechtswidrig vorgetäuschten Schein-"Rechts" beitragen
wird;
während der am 1.1.99 beginnenden deutschen Präsidentschaft im
EU-Ministerrat
die Streichung der Neuauflage des "vereinfachten" Verfahrens
im Novellierungsvorschlag der EU-Kommission zur EU-Freisetzungsrichtlinie und das Verbot
heimlicher Freisetzungen;
in allen Organen der EU eine lückenlose
"Prozeßkennzeichnung" aller Gentechnikanwendungen
ein umfassendes Freisetzungsmoratorium mindestens bis zum
Inkrafttreten
eines in der novellierten Freisetzungsrichtlinie verankerten Verbotes
heimlicher Freisetzungen in der novellierten EU-Freisetzungsrichtlinie und
einer auch in der (novellierten) Novel Food Verordnung verankerten
europaweiten Pflicht zur lückenlosen Prozeßkennzeichnung aller Gentechnikanwendungen
zu fordern.
Das "aktionsbündnis" hat in offenen Briefen an den
Bundeskanzler, die Gesundheitsministerin, den Umweltminister und die Regierungsfraktionen
aufgezeigt, daß die Bundesregierung schon mit passiver Duldung des
"vereinfachten" Verfahrens und heimlicher Freisetzungen in die
verfassungsbrüchigen Fußstapfen der abgewählten Bundesregierung treten und zum
versprochenen Politikwechsel, zur Leitidee des Bundeskanzlers "Modernität in
sozialer Gerechtigkeit und menschlichem Umgang mit den Menschen", seiner
Regierungserklärung, täglich Demokratie erobern zu wollen, und seiner Beteuerung, es
gelte das gesprochene Wort, in unvertretbaren Widerspruch geraten würde:
Monsanto mißachtet höherrangiges Recht und mißbraucht das
verfassungswidrig vorgetäuschte Schein-"Recht" des "vereinfachten"
Verfahrens um gegen mehrheitliche Ablehnung unabänderliche Tatsachen zu schaffen, zerrt
aber Bürger, die sich zu recht dagegen wehren mit eidesstattlichen Verleumdungen, die
nicht bewiesen werden, vor den Kadi, um ihnen mit solchen Schikanen Zivilcourage zu
verleiden. Novartis baut heimlich GenMais an, der in die Nachbarfelder auskreuzt und deren
Eigentümer in ihrer Existenz bedroht, weil sie davon nichts ahnen, aber zu Schadenersatz
herangezogen werden, wenn ihre kontaminierte Ernte den Bestand einer Genossenschaft
verseucht. Die betroffene Mehrheit der Landwirte lernt dabei, daß Gentechnik ihnen zu
schaden droht, bevor sie einen Nutzen erkennen können, was mit der gentechnikfreundlichen
Haltung des Bauernverbandes schwer zu vereinbaren ist.
Das ist das Gegenteil von "Modernität in sozialer Gerechtigkeit
und menschlichem Umgang mit den Menschen"! Mißbrauch von Schein-"Recht"
und heimliche Freisetzungen zu dulden ist weder Politikwechsel noch Einlösung der
Leitidee des Bundeskanzlers, sondern hilft nur einem fusionsberauschten globalen
Chemie-Oligopol im "life-science"-Schafspelz auf seinem Weg zur Herrschaft über
die Nahrungsversorgung aller Völker und damit über die Völker selbst voran -
"Monsanto feeds the world"! Mißbrauch von Schein-"Recht" und
heimliche Freisetzungen zu dulden, beginnt deshalb, Demokratie zu täglich verspielen,
statt sie täglich zu "erobern". Soll das gesprochene Wort gelten und eingelöst
werden, können Mißbrauch von Schein-"Recht" und heimliche Freisetzungen nicht
weiter geduldet werden.
Eine von Monsanto in Auftrag gegebene Studie von Stan Greenberg, dem
nicht nur Monsanto, Bill Clinton und Tony Blair, sondern auch Gerhard Schröder
gelegentlich ein Ohr schenkt, belegt, daß die Politik der Befürworter von Gentechnik in
Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion in England und der BRD ohnehin am Ende ist. Sie
hat nicht Akzeptanz, sondern Ablehnung beschafft. Sie hat kein innovationsfreundliches
Klima, das Gerhard Schröder zugunsten von Arbeitsplätzen schaffen möchte, sondern
berechtigte Skepsis geschaffen, die nach Emnid aus der Erfahrung von Ohnmacht sogar in Wut
umschlagen könnte. Politikwechsel, Umkehr ist gerade auch in der Freisetzungs- und
Kennzeichnungspolitik angesagt. Das kann auch dem Gentechnikbefürworter Gerhard Schröder
nicht entgehen.
Das Aktionsbündnis ruft alle, die Gentechnik in Landwirtschaft und
Lebensmittelproduktion und die Herrschaft eines globalen Chemie-Oligopols im "life
science"-Schafspelz über die Nahrungsversorgung der Völker ablehnen, auf, sich an
der Aktion "Kein Verfassungsbruch für Freisetzungen" zu beteiligen und die
Bundesregierung mit gleichen Forderungen einzudecken. Musterbriefe und weitere
Möglichkeiten, diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, bietet das Aktionsbündnis je
nach Entwicklung im Internet an (http://home.t-online.de/home/Gernot.Hofmann/index1.htm -
Link "Aktuelle Aktion").
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Die offenen Briefe, dort angesprochenen Dokumente und Studien sowie
vertiefende Informationen finden Sie im Internet
(http://home.t-online.de/home/Gernot.Hofmann/index1.htm - Link "Aktuelle
Aktion"). Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne telefonisch zur Verfügung (s.u.).
Wenn Sie berichten, wäre ich Ihnen für Ihren Artikel per eMail oder Fax sehr dankbar.