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Vorbemerkung: Chancen der Gentechnik werden hier nicht bestritten. Sie werden hier im Zwang zur Kürze aber nicht ausdrücklich dargestellt, sondern nur beiläufig benannt, um ihre Problematik kritisch darzustellen. Dies ist legitim, weil auch die Befürworter mit umgekehrtem Vorzeichen und weitaus höherem Mittelaufwand so verfahren. "Waffengleichheit" ist dadurch noch nicht erreicht.

 

Kein Innovationsmißbrauch - auch nicht der Gentechnik!

< Kurzfassung   > Vertiefung & Begründung

Die Innovation Gentechnik ist die künstliche Übertragung (Manipulation) einzelner fremder und künstlicher Erbinformationen (Gene) in das Genom (die Gesamtheit aller Erbinformationen) von Menschen, Tieren und Mikroorganismen. Dabei werden - im krassen Unterschied zu Gentransfer in herkömmlicher Züchtung und in der Natur - weder Artgrenzen, noch die hohe Unkenntnis der Genome, noch deren Funktionszusammenhänge beachtet. Deshalb warnten Kritiker vor unerwarteteten Folgen. Inzwischen bestätigten sich diese Warnungen tendenziell, während die Gentechnik ihre Verheißungen aus dem gleichen Grund nicht einlösen konnte.

Nach Molekülen und Atomen sind es nun die Gene, in die Technik - spaltend - eingreift. Wieder einmal eine Innovation, die angeblich das Leben der Menschen verbessern soll. Die Eingriffe in Moleküle und Atome lehrten jedoch schon, daß solche Innovationen immer auch zerstörerisch werden ("dual use"):

So drohen unbeabsichtigte Folgen und ungelöste Probleme wie das Ozonloch und Atommüll das Leben auch kommender Generationen dramatisch und unvertretbar zu belasten und zu verschlechtern. Solche Eingriffe zerstörten Leben und Möglichkeiten zu wirklicher Lebensverbesserung, indem sie Produktion neuer Waffen und neue Formen der wahnhaften Jagd nach Überlegenheit, Macht und Profit ermöglichten, die tatsächlicher Lebensverbesserung in allen Teilen der Welt ohne destruktiven Innovationsmißbrauch die nötigen Mittel entzogen. Schon bevor also unbeabsichtigten Folgen und Folgeprobleme dieser Innovationen eskalierten und sichtbar wurden und noch bevor beabsichtigter Einsatz von Chemie- und Atomwaffen Leben massenhaft beschädigte und vernichtete, zerstörten diese Innovationen mögliche wirkliche Lebensverbesserungen und Leben. Dies alles könnte das vergangene Jahrhundert mehr als jedes Voraufgegangene gelehrt haben. Grund Genug, sich an der Schwelle eines neuen Jahrtausend vom Machbarkeitswahn des vergangenen Jahrhunderts, alles zu machen was gemacht werden kann, zu verabschieden, um unbeherrschbare Zerstörungseskalationen als zwangsläufige Folge von Innovationsmißbrauch zu vermeiden.

Aber daß diese Lektion nicht gelernt wurde, zeigt die überstürzte Anwendung der noch unausgereiften Gentechnik ausgerechnet durch die Chemiebranche, die neben der Atomphysik am meisten Grund zum Lernen hätte. Besonders in der BRD, wo dies (Hoechst, Bayer, BASF) die Nachfolger jenes Konzerns sind (IG Farben), der noch vor 60 Jahren die Menschenverachtung durch Bereicherung an Menschenversuchen und Menschenvernichtung auf eine entsetzliche, in der Weltgeschichte einmalige Spitze trieb; wo das voraufgegangene faschistische Regime den atomaren Wettlauf auslöste. Das zeigt: diese Lektion wurde nicht gelernt, sondern verdrängt.

So wird gegenwärtig mehr den je Vernunft auf Profitmaximierung und Wertorientierung auf Anbetung von Leistung, Größe, Profit und Macht reduziert. Anstelle des kalten Krieges gegensätzlicher politischer Systeme um Herrschaft über Territorien führen globale Konzerne jetzt einen eiskalten Krieg um Weltmärkte. In diesem neuen Weltkrieg um Märkte kämpfen die sogenannten "liefe science"-Konzerne um Herrschaft über die globale Lebensmittel- und Gesundheitsversorgung. Mit Gentechnik und Mißbrauch der Patentierung versuchen sie nun auch, Eigentum an und Herrschaft über das Leben selbst zu erringen.

Das unkontrollierte Wachstum und die Globalisierung der Konzerne hat in den vergangen Jahren bereits die finanzielle und politische Macht auch demokratischer Staaten untergraben. Dadurch haben sie in einem unvertretbaren Ausmaß Macht und Herrschaft über Wissenschaft und Forschung gewonnen: zunehmende Größe und Transnationalität ermöglichte den Konzernen, mit der Verlagerung von Entwicklung, Geschäftssitz und Produktion in ein anderes Land zu drohen, um steuerliche Entlastungen zu erzwingen. Das leerte die Staatskassen. Unabhängiger, weil öffentlich finanzierter Forschung wurden dadurch Mittel entzogen, so daß durch besserer Dotierungen und Finanzierung von Projekten (Drittmittel) durch die Konzerne Wissenschaftler abgeworben oder gebunden und so Einfluß bis Herrschaft der Konzerne unterworfen werden konnten.

Das entzog Forschungsziele einem rechtzeitigen gesellschaftlichen Diskurs, installierte Scheren in die Köpfe "privatisierter" Wissenschaftler, raubte ihnen Objektivität und Glaubwürdigkeit und instrumentalisierte ihre Wissenschaft und Forschung zur Waffe im Weltkrieg um Märkte. Satt aufzuklären, was Wissenschaft einst im Sinn hatte, bedient sie als "Privatisierte" mehr und mehr die Herrschaftsinteressen globaler Konzerne, die mit Geschichten statt Sachdiskussionen, Symbolen statt Logik neue Mythen anstelle von Aufklärung, quasi-religösen Glauben an Erlösung von allen Übeln durch Gentechnik anstelle von Information und Wissen zu setzen versuchen. Wenn sich Forschung in völliger Abhängigkeit von Konzernen, die mit gehirnwaschenden Mythen um die Weltherrschaft über die Nahrungs- und Gesundheitsversorgung der Weltbevölkerung kämpfen, auf die verfassungsrechtlich garantierte Forschungsfreiheit beruft, wird der Verfassungsauftrag auf den Kopf gestellt. Welche unerwünschten und verfassungswidrigen sozialen, kulturellen und politischen Folgen das haben kann, zeigte Sloterdijks Vision einer sich gentechnisch selbst perfektionierenden Elite, an deren Wesen wieder einmal die Welt genese ....!

Diese Strukturveränderungen, in denen die Wurzeln der schlimmsten Verirrung wieder zu wuchern beginnen, die Menschen jemals unterliefen( s. a. die Gewalt von Rechts), und die entsetzlichen Erfahrungen mit Inovationsmißbrauch verpflichten den BUND zur kritischen Hinterfragung der überstürzten und draufgängerischen Anwendung der noch völlig unausgereiften Gentechnik.

Höchste Unkenntnis der Genome und ihrer Funktionszusammenhänge bei Pflanzen, Tieren, Menschen und der Welt der Mikroorganismen, in die Gentechnik in bisher unerreichter Tiefe eingreift sowie die bewußte Vernachlässigung dieser Unkenntnis in der Risikobewertung noch beim Beginn praktischer Anwendung sind Folge dieser historischen Strukturveränderung in Wissenschaft und Wirtschaft. Sie wurden und werden durch modernistisch verblendet Politik herbeigeführt, die das Gegenteil von zukunftsfähig ist.

Der BUND lehnt jeden Innovationsmißbrauch, auch der Gentechnik, ab - besonders zur Steigerung wirtschaftlicher, politischer und militärischer Macht. Der BUND fordert:

zukunftsfähige Wissenschafts-, Ernährungs-, Umwelt- und Wirtschaftspolitik (s. BUND-Studie "Zukunftsfähiges Deutschland"

Gewährleistung der Marktwirtschaft und Marktstabilität durch
> Beschränkung von Marktanteilen auf unter 5%
> Verbot von Werbung und Öffentlichkeitsarbeit mit uneingelösten Versprechungen und Aussagen ohne Information über wissenschaftlich belegte Fakten

Gewährleistung der Forschungsfreiheit durch
> Steigerung öffentlicher Finanzierung
> gesetzliche Regelung privat finanzierter Forschung und ihres Anteils
> Verbot der Gehimhaltung von Forschungsergebnissen

Gewährleistung der Souveränität des Volkes durch
Diskurse über Forschungsziele, -projekte und die Anwendung neuer Erkenntnisse, die gesetzlich vorgeschrieben und geregelt
> eine repräsentative Teilnehmerstruktur haben
> Ängste und ethische Einwände Gewinninteressen gleichstellen
> informiert verbindlich über Durchführung, Anwendung und Unterlassung entscheiden.

Gesetzliche Verpflichtung zur
> Berücksichtigung hoher Unkenntnis als Risikofaktor in der Risikobewertung

> Abschätzung und Bewertung langfristiger sozialer, ökologischer und ökonomischer Folgen sowie Abwägung des Gesamtnutzens gegen die Gesamtrisiken für das Gemeinwohl bei der Genehmigung von Forschungszielen, Freisetzungen und Inverkehrbringungen.

 

Keine Gentechnik in der Landwirtschaft!

< Kurzfassung   > Vertiefung & Begründung

Gentechnik in der Landwirtschaft ist gegenwärtig vorwiegend Freisetzung und Anbau genmanipulierter Pflanzen. Dabei werden weder ökologische Zusammenhänge, noch wirtschaftliche und soziale Folgen für Betroffene ausreichend berücksichtigt. Gegen die mehrheitliche Ablehnung von Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion werden in der BRD mit Hilfe eines mehrfach rechtswidrigen Genehmigungsverfahrens für Freisetzungen, durch Genverschmutzung von Saatgut und Sonderzulassungen für großflächigen Anbau heimlich Tatsachen geschaffen, ohne daß Betroffen dagegen rechtzeig den Rechtsweg einschlagen können. In den jungen Staaten des ehemaligen Ostblocks wird dazu der Mangel an rechtlichen Regelungen mißbraucht. Durch heimlich und rechtswidrig geschaffene Tatsachen werden Auskreuzungs- und Genverschmutzungsketten gestartet, die nicht mehr zu stoppen sind. Ahnungslose Landwirte, die von Freisetzungen oder Anbau genmanipulierter Pflanzen in ihrer Nachbarschaft nichts erfahren, drohen Erlöseinbußen und existenzbedrohende Schadeneersatzansprüche ihrer Abnehmer, in der BRD neuerdings Vermarktungsverbote für ihre Ernten. Wer dafür haftet, ist bislang ungeklärt. Grenzwerte für Saatgut würden die Gefahren für benachbarte Landwirte verstärken, weil die Auskreuzung der tolerierten Genverschmutzung in der Nachbarschaft häufig Freisetzungen und Inverkehrbrinungen ohne Genehmigung verursachen.

Die Agrar-Gentechnik zeigt sehr deutlich, daß Artgrenzen, Unkenntnis der Genome und ihrer Funktionszusammenhänge nicht ungestraft mißachtet werden können: die Warnungen der Kritiker werden mehr und mehr durch unerwartete und unverstandene Folgen belegt und die Verheißungen können nicht erfüllt werden. Die verheißen Widerstandsfähigkeit von Pflanzen gegen Viren, Bakterien, Pilze und Streß (Hitze, Trockenheit, Nässe, Salz) spielen bei Freisetzungen kaum eine Rolle. Die für Widerstandsfähigkeiten gegen Pflanzenvernichtungsmittel und Schadinsekten verheißene Senkung von Arbeits- und (Spritz-)Mitteleinsatz will sich nicht sicher einstellen; wenn sie überhaupt erzielt werden, werden sie in den Folgejahren überkompensiert werden, weil sich Resistenzen der bekämpften Schadkräuter und -insekten herausbilden, deren Vermeidung oder Bewältigung zusätzlichen Arbeits- und Mitteleinsatz erfordert.

Schon deswegen ist von der Gentechnik kein Beitrag zur Beseitigung von Hunger zu erwarten. Dies wäre außerdem der falsche Weg: denn Hunger entsteht in Zeiten der Überschußproduktion nicht durch produktionstechnische Defizite, sondern durch Struktur- und Verteilungsdefizite in totalitären und korrupten Saaten. Das lehrte die "grüne Revolution". Außerdem ist wegen hoher Entwicklungskosten keine gentechnische Optimierung äußerst heterogener lokaler Sorten und Anbauweisen bei Stärkung bäuerlicher Familienbetriebe und Subsistenzwirtschaft zu erwarten, sondern weltweite Monokulturen, die Hungerursachen in Bodenerrosionen, Vereinseitigung der Ernährung, Reduktion der Nutzpflanzenvielfalt und in Verteilungsdefiziten verschärfen werden.

Mit der Genmanipulation von Tieren wird neben umstrittenen Ertragssteigerungen vor allem die Produktion von pharmazeutischen Wirkstoffen (GenePharming) und Organen für die Transplantation (Xenotransplantation) erhofft. Auch hier bestätigen sich die Warnungen der Kritiker, während sich die Verheißungen nicht erfüllen. Sie ist, anders als die Genmanipulation von Pflanzen, noch weit vom Praxiseinsatz entfernt. Für die Landwirtschaft werden Genmanipulationen mit medizinischen Zielsetzungen ohne Bedeutung bleiben, da eine extrem sterile Haltung erforderlich ist und angestrebt wird, den Weltbedarf an Wirkstoffen mit kleinsten Herden zu decken.

Der BUND lehnt deshalb gegenwärtig Gentechnik in der Landwirtschaft ab! Der BUND fordert:

Stop von Freisetzungen und Anbau bis zur

Ausschöpfung der Grundlagen- und Sicherheitsforschung im Containment;

unbeschränkte Haftung von Gentechnikanwendern und Versicherungspflicht;

Grenzwert 0,000000% für Saatgut

Förderung und Schutz des ökologischen Landbaus.

 

Keine Gentechnik in der Lebensmittelproduktion!

< Kurzfassung   > Vertiefung & Begründung

Gentechnik in der Lebensmittelproduktion ist vorwiegend die Verwendung von genmanipulierten Pflanzen und Bakterien sowie von Hilfs- und Zusatzstoffen, die von genmanipulierten Mikroorganismen, häufig Darmbakterien (E.coli), ausgeschieden werden.

Bei der Anwendung von Gentechnik in der Lebensmittelproduktion wird weder beachtet, daß die Folgen gentechnischer Eingriffe aufgrund hoher Unkenntnis der Genome und ihrer Funktionszusammenhänge ungeklärt und unüberschaubar sind, noch daß die Bevölkerung Gentechnik in der Lebensmittelproduktion schon deshalb zu recht ablehnt.

Die hohe Unkenntnis der Genome, ihrer Funktionszusammenhänge, der Menge der eingefügten Genkonstrukte und der Einfügungsorte enthält das Risiko unbemerkter Veränderungen in Form neuer allergener, pathogener und toxischer Inhaltsstoffe. Das erfordert im Grunde Prüfungs- und Zulassungsverfahren wie für Medikamente sowie höchste Anforderungen an neue Überwachungsverfahren bei der Produktion und der Vermarktung.

Vorsorgliche Prüfungen sind nicht immer technisch möglich, z.B auf neue allergene Stoffe, wenn doch, sind sie aufwendig und teuer. Durch die nötige Sicherheit würde Gentechnik in der Lebensmittelproduktion jedoch unwirtschaftlich. Der weltweite Preis-Kampf der Lebensmittelproduktions- und -handelskonzerne um Marktanteile verlangt jedoch nach Kostensenkungen. Dem entsprechen die bisherige Gentechnikanwendungen in der Lebensmittelproduktion: verbilligte Produktion von verbilligenden Hilfs- und Zusatzstoffen (Enzyme), Optimierung der Inhaltsstoffe von Pflanzen für eine kostengünstigere Verarbeitung (Stärke bei Kartoffeln, Fettsäuren bei Raps), Ersatz teurer natürlicher Stoffe durch billiger gentechnisch erzeugte Surrogate (Lab-Ersatz Chymosin, Aromen). Daß in Zeiten der Reduktion von Vernunft auf Ökonomie und des Krieges um die Poleposition am Weltmarkt, den gerade die Gentech- und Lebensmittelbranche in atemberaubenden Tempo führt, der Stellenwert von Sicherheit sinkt, wird in der steigend Zahl von Lebensmittelskandalen und der ständigen Verharmlosungspolitik sichtbar.

Auch im Handel mit Lebensmitteln und ihren Zutaten treten durch Gentechnik neue Sicherheitsprobleme auf: Landwirtschaftlichen Erzeugnissen und industriell produzierten Zutaten und Lebensmitteln sind Genmanipulation nicht anzusehen:

Ist Saatgut gekennzeichnet, die Ernte, die aus ihm hervorgeht ist es nicht. Verwechslungen sind jederzeit möglich. Am Rande des Existenzverlustes oder im Zwang zum Wachstum ist außerdem die Versuchung groß, sich durch die Vermarktung genmanipulierter Ernten als gentechnikfrei oder Mißachtung von Vermarktungsbeschränkungen (z.B. nur für Futtermittel) zusätzliche Erlöse zu verschaffen. Unentdeckte Auskreuzungen können dazu führen, das Lebensmittel unbemerkt die Expressionsprodukte nicht zugelassener Genkonstrukte enthalten. Das alles realisierte sich z.B. im Fall "taco bell".

Gegen eine Kennzeichnung haben die Gentech-Konzerne und ihre Verbände aus Angst vor Ablehnung der Gentechnik in Landwirtschaft und lebensmittelproduktion lange gekämpft. Entsprechend lückenhaft und chaotisch ist die europäische Kennzeichnungsregelung geworden: Sie beraubt die Verbraucher in manchen Sortimentsbereichen der Möglichkeit, sich wegen ökologischer Risiken und Allergiegefahren gegen Lebensmittel zu entscheiden, bei deren Herstellung Gentechnik angewendet wurde. Sie erlaubt den Gentechnikkonzernen außerdem, mittel- und langfristig auf eine Kennzeichnung gentechnikfreier Produkte hinzuarbeiten, um sich Kontroll- und Kennzeichnungsaufwand zu ersparen und denen aufzbürden, die eine bewährte Produktionsweise nur unverändert fortsetzen wollen.

Diesem Glaubwürdigkeitsdilemma und der Verlegenheit, bisher den Verbrauchern keinerlei Nutzen anbieten zu können, versuchen die Gentechnikkonzerne durch neue Verheißungen zu entkommen:

Es wird versprochen, gentechnisch wichtige Nahrungsmittel, wie z.B. Reis und Weizen, von Allergenen zu befreien oder sie auf die Produktion gesundheitsfördernder Wirkstoffe zu programmieren. Dies sind jedoch meistens falsche, weil meist kompensatorische Ansätze, die einfach korrigierbare Ernährungsfehler nur kompensieren: die in Asien häufigen Reis-Allergien sind durch einen Verlust der Reisartenvielfalt und daraus folgende Ernährungsvereinseitigung verursacht; gentechnisch erzeugte gesundheitsförderliche Inhaltsstoffe sind überflüssig, wenn gesundheitsschädliche Konsumgewohnheiten abgestellt werden.

Der BUND lehnt deshalb gegenwärtig Gentechnik in der Lebensmittelproduktion ab!
Solange sie angewendet wird, fordert der BUND:

Kennzeichnung ausnahmslos jeder Gentechnikanwendung (Prozeßkennzeichnung) durch ein ins Auge fallendes Symbol - solange das nicht realisiert ist: vorübergehend ersatzweise die Möglichkeit der Positivkennzeichnung "ohne Gentechnikanwendung produziert"

Grenzwert 0,00000% für Produkte von Gentechnikanwendern (weil sie höhere Grenzwerte zur Kostensenkung und Gentechnikverbreitung mißbrauchen werden);

Geringe Grenzwerte ( < 0,05%) ausschließlich für positiv gekennzeichnete Produkte von Produzenten, die nirgendwo Gentechnik anwenden.

Scharfe Kontrolle der Produktion und des Handels, hohe Bußgelder und Strafen zur Finanzierung scharfer Kontrolle

Absichtsvermutung bei ungekennzeichneten Genverschmutzungen und Beweislast beim Produzenten

unbeschränkte Haftung von Gentechnikanwendern und Versicherungspflicht;

 

Keine Gentechnik in der Medizin zu Lasten ungefragter Dritter!

< Kurzfassung   > Vertiefung & Begründung

Gentechnik in der Medizin ist die Analyse und Veränderung der Erbinformation von Viren, Mikroorganisem, Pflanzen, Tieren und Menschen mit dem Ziel, erblich begünstigte Krankheiten und Behinderungen zu diagnostizieren, zu vermeiden und Wirkstoffe, Wirkstoffträger und Ersatzorgane herzustellen, die Krankheiten vorbeugen und heilen.

Anwendungen in der Medizin befinden sich in dem prinzipiellen Dilemma, daß es - je nach bedrohlichkeit einer Erkrankung - vernünftig sein kann, Kranken auch höchst riskante Hilfe nicht zu verweigern. Sind Dritte aber von Risiken oder psychischen, sozialen oder ethischen Problemen der Anwendung betroffen, ist das ohne deren informierte Zustimmung weder vernünftig noch legitim. Bei Gentechnikanwendungen in der Medizin ist das jedoch der Regelfall. Die Risiken und psychischen, sozialen und ethischen Probleme für Dritte gehen weit über Risiken und Probleme bisheriger Medizin und Pharmazie hinaus, weil durch Gentechnik mit bisher unerreichter Tiefe verändernd sogar in die Entwicklung des Welt- und Menschenbildes eingegriffen wird. Dies erforderte einen ergebnisoffenen gesellschaftlichen Diskurs, bevor das Machbare zugelassen wird. Das Gegenteil wird hemmungslos dammbrechend ver-wirklicht:

Die Hoffnung, die Erbinformation vor allem des Menschen verstehen und verändern zu können, hat eine goldrauschartigen Wettlauf um die vollständige Entzifferung des menschlichen Genoms und um die Sicherung von Rechten auch an menschlichen Genen (Patentierung) ausgelöst. Dieser Goldrausch scheint in den Köpfen vieler Gentechniker gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse aus Biologie und Psychologie gelöscht zu haben: wie die Eigenschaften von Menschen, Tiere und Pflanzen selbst sind auch ihre häufigsten Krankheiten nicht alleine durch Erbinformation bestimmt, sondern durch die Bedingungen, in denen sie sich entwickelten, zum Teil auch in deren Interaktion mit Erbinformationen. Es gibt nur wenige ausschließlich genetisch bedingte Krankheiten. Sie sind außerdem nicht häufig. Davon sind die wenigsten nur durch ein einziges Gen bedingt, was gegenwärtig Voraussetzung für einen immer noch hoch riskanten gentechnischen Heilungsversuch ist (somatische Gentherapie, Todesfälle bei Versuchen in USA).

Eher als in therapeutischen Einsatzmöglichkeiten des Wissens um die menschliche Erbinformation scheint dieser Goldrausch in den Einsatzmöglichkeiten der Diagnostik begründet zu sein. Denn dort werden die Profitmöglichkeiten deutlich: sich mit Genanalyse vor behinderten oder erbkranken Kindern bewahren, eigene Krankheiten früh erkennen, nur gesunde und leistungsfähige Mitarbeiter einstellen, nur gesunde Menschen versichern - wer wollte das nicht? Denn es spart Geld. Entsprechende Tests sind jetzt schon ein Markt.

Diesen Profitmöglichkeiten wohnt Anstiftung zu dehumanisierendem Mißbrauch inne ("dual use"): er reicht von Instrumentalisierung (Präimplantationsdiagnostik) über Diskreminierung (Präimplantations- und Pränataldiagnostik, "Genpaß", Tests zum Ausschluß oder zur Verteuerung von Arbeit und Versicherungen, Minimierung von "Normabweichungen") bis hin zur Vernichtung gentechnisch selektierten Lebens (Pränataldiagnostik, ethnische Waffen). Die Gefahr dehumanisierenden Mißbrauchs wird durch die Absicht, ethnische Genomunterschiede zu ermitteln (Human Genome Diversity Project) noch größer: schon steht der Gedanke an Waffen im Raum, die nur die Angehörigen einer bestimmten Ethnie schädigen oder töten, nicht aber ihre Anwender (ethnische Waffen).

Schon Diagnostik macht durch Präimplantations- und Pränataldiagnostik den ersten bedenklichen Schritt in die selektive Züchtung und Instrumentalisierung neuen Lebens (was durch Keimbahntherapie und Klonierung vollendet und auf die Spitze getrieben werden könnte - s.u.) : das zeigt z.B. die Retortenzeugung von Embryonen und deren Selektion mit Präimplantationsdiagnostik zur Herstellung eines Menschen, der sich besonders für eine Blut-, Knochenmark- oder Nierenspende für ein krankes Familienmitglied eignet. Wird die Würde neuen Lebens hier durch Instrumentalisierung für die Interessen eines anderen Menschen verletzt? Welche psychischen und sozialen Konflikte werden erzeugt?

Bei den grundsätzlich zu begrüßenden therapeutischen Einstazmöglichkeiten haben humane, althruistische Motive eine größere Chance. Gerade in Pionierzeiten besteht aber die Gefahr, daß sie - und Kranke - nicht nur durch die Gier nach Profit, sondern zusätzlich durch die Gier nach Ruhm und Allmachtseinbildungen instrumentalisiert werden:

Das gilt schon für die somatische Gentherapie (in der Regel Veränderung von Stoffwechsel durch gentechnische Veränderung der Erbinformation in menschlichen Körperzellen), z.B. bei Muscovicidose, die von sicheren Erfolgen noch weit entfernt ist. Der Tod junger Menschen durch somatische Gentherapie in USA zeigen das äußerst hohe Risiko für die Patienten.

Erst recht gilt das für die endgültige Behebung von Erbkrankheiten durch Keimbahntherapie (Veränderung der Erbinformation in Ei-, Spermazellen oder einem frühen Embrionalstadium), von der alle Nachkommen betroffen sind. Mit Keimbahntherapie und Klonierung (nicht gen- sondern reproduktionstechnische Herstellung identischer Kopien im frühen Embryonalstadium) könnte die Konstruktion und Vervielfältigung von Menschen nach den Vorstellungen von Eltern oder Machthabern angestrebt werden. Welche gefährlichen Allmachtsphantasien das Gedankenspiel mit der Keimbahntherapie und Klonierung in narzißtisch gestörten Persönlichkeiten auslöst, die sich durch Verbreitung zur "unauffälligen Norm" machen, das zeigten am besten die Absichten des Herrn Seed (Physiker) und mancher anderer, sich selbst zu klonen und Sloterdijks Vision einer sich gentechnisch selbst perfektionierenden Elite, an deren Wesen wieder einmal die Welt genese ....!

Deshalb sind die Anwendung von Keimbahntherapie und Klonierung beim Menschen in Europa zu recht verboten. Es mehren sich aber die Stimmen, die im - auch wirtschaftlichen - Interesse an der "Verbesserung" der Menschen dieses Verbot beseitigt wissen wollen.

Es besteht aber auch die Absicht durch Eingriffe in die Keimbahn und Klonierung die Herstellung menschlicher Organe für die Transplantation zu ermöglichen. Um dem ethischen Widerstand gegen die systematische Deformation menschlicher Lebewesen zu "Organsäcken" und Ersatzteillagern zu umgehen, wird dies mit der ethisch keineswegs weniger bedenklichen Herstellung und Klonierung Mensch-Schwein-Chimären für die Xenotransplantation angestrebt, wofür bereits Patentantrag gestellt wurde. Auch hier sind die Motive doppelt: einem sehr jungen Menschen auf diesem Wege z.B. ein Leben ohne Dialyse zu ermöglichen ist ein nicht kritisierbares Ziel, die Befriedigung des Wunsches nach immer längerem Leben durch Ersatzorgane ist ein profitabler Markt. Beides ist aber schon wegen des Riskos neuer Krankheiten, von denen unbeteiligte Dritte möglicherweise massenhaft betroffen werden können, sehr bedenklich. Lebensverlängerung durch Ersatzorgane in fortgeschrittenem Alter wird darüber hinaus um so bedenklicher, je mehr sie die schlichte Tatsache des Sterbens als Teil und Vollendung des Lebens hinausschieben oder sogar überwinden möchte. Dafür ist die direkte oder chimäre Deformation auch künstlich erzeugten neuen menschlichen oder halbmenschlichen Lebens nicht vertretbar.

Bei der Herstellung von Medikamenten mit Hilfe der Genmanipulation von Mikroorganismen, Pilzen, Pflanzen oder Tieren ist es u.a.. möglich Wirkstoffe herzustellen, die mit Stoffen auch des individuellen menschlichen Körpers identisch sind. Das war bisher nicht möglich und öffnet neue Therapiemöglichkeiten. Genmanipulationen von Tieren mit dem Ziel, daß sie in Milch, Blut oder Urin Wirkstoffe produzieren (GenePharming) sollen Produktionsengpässe überwinden. Andererseits können auch Wirkstoffe hergestellt werden, die den Menschen nicht nutzen, sondern schaden. Bisher wurde das zu militärischen Zwecken bei keiner Technik versäumt. Die ethische und soziale Problematik ist deshalb nicht gleich null. Bei der friedlichen Nutzung bleibt sie aber erheblich hinter den übrigen medizinischen Gentechnikanwendungen zurück. Die Risiken bestehen vor allem darin, daß Bei Mikroorgnismen gefährliche Formen das Containment verlassen können; bei Pflanzen sind es zunächst die gleichen wie bei Gentechnikanwendungen in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion; bei Tieren die gleichen wie bei Xenotransplantation, aber nur sofern menschliche Gene transferiert werden und mit der Einschränkung, daß nur Wirkstoffe und nicht Organe das Containment verlassen müssen.

Der Bund lehnt jeden dehumanisierenden Mißbrauch diagnostischer Möglichkeiten, besonders Präimplantationsselektion, Keimbahneigriffe, Klonung von Menschen, Mensch-Tier-Chimären, Xenotransplantation, Patentierung menschlicher Gewebe, Zellen und Gene sowie unfriedliche medizinische Nutzungen der Gentechnik ab. Der BUND fordert entsprechende Verbote und darüber hinaus:

Verbot von Genanalysen, Speicherung, Verwendung und Weitergabe von Gendaten ohne informierte schriftliche Zustimmung der Betroffenen (Recht auf Unwissen und strenger Datenschutz)

vorrangige Förderung der Krankheitsprävention vor Förderung von gentechnischen Reparatur- und Symptomlinderungstechniken bei Erkrankungen aufgrund der Ernährungs- und Lebensweise

Förderung alternativer Heilmethoden, denen die Problematik und Risiken gentechnischer Verfahren fehlt

Verbot von Gentests für nicht heilbare Erbkrankheiten und Gendefekte

 

Kein Patent auf Leben!

< Kurzfassung   > Vertiefung & Begründung

Die Gentechnik-Konzerne streben nicht nur die Patentierung ihrer synthetischen Genkonstrukte an, sondern auch die Patentierung "entdeckter" bzw. isolierter Gene, ganzer Zellen, Tierarten, Pflanzensorten und Teile des Menschen. Sie wollen sich damit das Leben selbst als Profitquelle sichern, als hätten sie es erfunden und gebaut wie eine Maschine. Durch solche Patente wird das Leben an sich als Eigentum weniger kolonisiert und ausgebeutet.

Solche Patente sichern die wirstschaftliche Macht des globalen Gentechnik-Oligopols als Patentinhaber und die Abhängigkeit noch nicht konzerneigener Forschung und Züchtung.

Der BUND lehnt die Patentierung von Pflanzen, Tieren, Menschen auch in Teilen ab. Der BUND fordert:

Keine Patentierung von Pflanzen, Tieren, Menschen und Teilen davon!

 

Keine GmO-Freisetzungen zur Umweltsanierung!

< Kurzfassung    > Vertiefung & Begründung

Ca. 100.000 Altlasten in der BRD sind ein Markt für Gentechnikanwendungen. Es wird angestrebt, sie z.B. durch die Freisetzung von Mikroorganismen zu beseitigen, die so genamnipuliert werden, daß sie Schadstoffe abbauen. Dies ist jedoch wegen der großen Verschiedenheit der Altlasten und komplexer Schadstoffgemische äußerst schwierig und bisher nicht gelungen. Angesichts der hohen Unkenntnis auch der Welt der Mikroorganismen - über 95% sind unbekannt - sind die Risiken außerdem nicht einschätzbar. Die Freisetzung genmanipulierter Mikroorganismen zum Abbau von Schadstoffen im Boden ist die Vertreibung des Teufels mit dem Belzebub.

Der BUND lehnt Freisetzungen von GmOs zu Umweltsanierung ab. Der BUND fordert

Intensivere Förderung des Verzichts auf umweltschädigende und der Entwicklung von umweltverträglichen Produktionswiesen statt Förderung von Reparaturtechniken

Zulässigkeit gentechnischer Lösungen nur für bestehende Altlasten und nur im Containment.

 

Keine Gentechnik als "Wirtschaftsmotor"

< Kurzfassung    > Vertiefung & Begründung

Tatsache ist: Voraussetzung für einen nennenswerten Beitrag der Gentechnik zur Schaffung von Arbeitsplätzen und der Steigerung des Bruttosozialproduktes (BSP) wären stabile Eigenschaftsveränderungen, die entweder verbreitete Probleme lösen oder die Herstellung einer Vielzahl von Produkten ermöglichen, die mit eindeutigen Nutzen einem vorhandenen und großen Bedarf entsprechen. Entgegen aller Verheißungen ist das auch nach 20 Jahren Forschung und Entwicklung immer noch nicht erreicht - weil die eingangs erwähnte hohe Unkenntnis der Genome, ihrer komplexen Funktionszusammenhänge, der Menge der inserierten Genkonstrukte und die Insertionsorte sowohl verhindert, diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, als auch zu inzwischen belegten unerwarteten Folgen führt, die die Ablehnung der Verbraucher weiter steigern. Den dadurch ausbleibenden wirtschaftlichen Impulsen stehen jedoch Rationalisierungseffekte gegenüber, die in Laboren und Lebensmittelproduktion Arbeitsplätze vernichten. So erwarten selbst die Manger von Gentechnikkonzernen keinen nennenswerten Beitrag der Gentechnik zur Überwindung der hohen Arbeitslosigkeit (Prognos).

Werden Investitionsziele, Amortisation der F&E-Investitionen und Akzeptanz nicht erreicht, müssen unausgereifte riskante Produkte vemarktet und mit Hilfe "privatisierter" Forscher und Experten kontrafaktische Suggestionen von Sicherheit und uneingelösbare Verheißungen noch gesteigert werden, um nicht den Zufluß an privaten (Aktien) und öffentlichen Mitteln, Aktzeptanz und damit jede Möglichkeit zu verlieren, bisherige Investitionen durch vertärkte Investiionen in F&E-Anstrengungen doch noch zum Erfolg zu führen. Das aber bläht das Investitionsrisiko, die Verschuldung und die Zahl der Arbeitsplätze immer riskanter auf. Fusionen sollen dieses Risiko dämpfen (Ciba+Sandoz = Novartis, Hoechst + Rhone Poulenc = Aventis, Monsanto + Upjohn = Upjohn). Monopolisierungen (z.B. Vitamin B12) sind nicht die einzige unerwünschte Folge: Läßt der Mittelrückfluß weiter auf sich warten, folgen den aufgeblähten Investitionen rote Zahlen und Entzug von Mitteln (sinkende Aktienkurse). Davor warnte im Sommer 1999 bereits die Deutsche Bank. Im Spätsommer 2000 begann die Ernüchterung über die neuen Technologie-Märkte an den Börsen zu galoppieren. Mit den gentechnischen Träumen platzen dann auch Gentech-Konzerne wie Seifenblasen und vernichten weltweit Stabilität und Arbeitsplätze - auch im Bereich der mitaufgeblähten Zulieferer ("Seifenblasen-Dynamik"). Mittel für sinnvolle alternative Entwicklungen sind dann unwiderbringlich nutzlos verschwendet. Das könnte einen desaströsen Vertrauensverlust in Experten mit desaströsen sozioökonomischen und kulturellen Folgen für die von Experten abhängige High-Tech-Gesellschaften haben.

Im Erfolgsfalle droht eine andere Gefahr: Sollte die Gentechnik aber irgendwann halten, was ihre Betreiber versprechen, und sich nach den Saatgutkonzernen auch die bereits hoch konzentrierte Lebensmittelbranche einverleiben, wächst dem verbliebenen Konzernen oder dem inzwischen entstandenen Monopol eine wirtschaftliche und politische Macht zu, die nicht nur wegen der umstrittenen Nutzungsmöglichkeiten der Gentechnik gefährlich wird: globale Beherrschung der Gesundheits- und Nahrungsmittelversorgung durch ein Oligopol oder Monopol - dies strebt z.B. Monsanto offen an: "Monsanto feeds the world - Food - Health - Hope" - bedeutet faktische politische Macht über Bevölkerungen, die über demokratisch gewählte Regierungen mit Drohungen, Forschung und Entwicklung, Geschäftssitz und/oder Produktion zu verlagern, bereits erreicht wurde.

Den geringen wirtschaftlichen Chancen der Gentechnik stehen große Gefahren unerwünschter Folgen für die wirtschftlichen und politischen Systeme gegenüber.

Der BUND lehnt deshalb die einseitige Förderung der Gentechnik als Wirtschaftsmotor des 21 Jahrunderts ab. Der BUND fordert:

Keine Entscheidung des Marktes über Anwendung oder Nichtanwendung von Innovationen wie der Gentechnik bei demoskopisch ermittelter mehrheitlicher Ablehnung.

Vorrang der Förderung alternativer Techniken vor nicht akzeptierten oder riskanten Techniken

Weltweite Beschränkung der Marktanteile (< 5%) zur Erhaltung des Wettbewerbs