Aussagen
Adressen
Markant
Tengelmann
Aldi
Rewe
Karstadt
Metro
Edeka
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Die
folgenden Positionsformulierungen wurden 1997 den Zentralen mitgeteilt, um Ihnen vor einer
Veröffentlichung Gelegenheit zu Zustimmung, Korrektur oder Einspruch zu geben. Dabei
wurden sie noch einmal nach ihrer Bereitschaft gefragt, ihre Einkaufsmacht für die
Erfüllung ihrer Forderung wie für Einkaufsvorteile im Kampf um Marktanteile einzusetzen.
Die folgenden Positionen haben den Stand von 1997, die Anschriften sind aktuell.
Markant
Deutschland Handels und Service GmbH
Hans-Martin-SchleyerStraße 2, D-77656 OffenburgTel. (0781)616-0,
http://www.markant-gmbh.de
Ansprechpartner: Müller,
Franz-Friedrich (Geschäftsleitung Food/Nonffod)
Sekretariat: Rita Beathaler
Telefon: (0781)616-254 Fax: (0781)616-8254
eMail: rita.beathalter@markant.de
Ketten:
Spar, Interspar, coop, Pro, Netto, Schels, Sempt, Jibi, Top Markt,
Lidl&Schwarz, Schlecker, Wertkauf, Ratio, Rau, Pfannkuch, Markant, Globus, DM,
Kriegbaum, Frey&Kissel u.a.
Position:
Markant Deutschland betrachtet
Gentechnik als unausgereift und unterstützt die Kritik des Vermischens von
genmanipulierten Erzeugnissen mit Natürlichen wie es bei Soja und Mais geschah. Per
Presseerklärung seien die US-Farmer über den europäischen Handelsverband EUROCOMMERCE
aufgefordert worden. herkömmliche und genmanipulierte Ernten zu trennen Markant betont,
daß sich einige Industriefirmen hinter den US-Farmern "verstecken". Von
Lieferanten verlangt Markant Deutschland vor der ersten Lieferung die Information, ob
Produkte "mit gentechnisch veränderten Organismen - unabhängig in welcher
Produktionsstufe - behandelt werden", behält sich aber die Entscheidung vor
"die Ware als vertragsgemäß anzuerkennen oder zurückzuweisen". Bei
Eigenmarkenlieferanten hat Markant Unbedenklichkeitserklärungen für 235 Produkte
erreicht. Dies Produkte werden auch im "Einkaufsnetz" von Greenpeace genannt.
Die Haftung für Schäden wälzt Markant auf die Lieferanten ab. Markant Deutschland
strebt das Ziel an, die "Chance der Entscheidungsfreiheit für unsere Konsumenten zu
behalten".
Aussagenanalyse
Diese Position von Markant Deutschland
ist jedoch keine Selbstverpflichtung - weder zum Verzicht auf Lebensmittel, bei deren
Produktion Gentechnik angewendet wurde, noch zur Kennzeichnung auch der
Gentechnikanwendungen, deren Nachweis im Endprodukt mit den gegenwärtigen Mitteln nicht
möglich ist. Markant Deutschland hält offen, genmanipulierte Lebensmittel anzubieten
oder aus dem Sortiment fernzuhalten, und Gentechnikanwendungen über die Vorschriften der
Novel Food Verordnung hinaus, z.B. Öl aus GenSoja oder Zucker aus GenRüben,
gegebenenfalls selbst zu kennzeichnen oder auch nicht. Von den 235 unbedenklichen
Produkten sind nur etwas mehr als die Hälfte überhaupt genmanipulationsverdächtig.
Angesichts von 30.000 - 40 000 von Soja und Mais betroffenen Produkten ist das nicht
beruhigend.
Markant antwortet bisher individuell
und zeigt sich betont kooperationsbereit, hat sich aber bisher nicht bereit erklärt. die
Mittel, die bisher im Preiswettbewerb um größere Marktanteile für Einkaufsvorteile
erfolgreich eingesetzt wurden, auch für das eigene Ziel - Wahrung der
Entscheidungsfreiheit der Konsumenten - einzusetzen. Dies verwundert angesichts des
eigenen Hinweises auf Industriefirmen, die sich hinter den US-Farmern verstecken.
Die enorme Einkaufsmacht von Markant
(Marktanteil BRD 21 % Europa 6%) könnte jeden Lieferanten bewegen, die
Entscheidungsfreiheit der Käufer seiner Produkte zu respektieren. Das allerdings
bestreitet Markant, weil individuelle Entscheidungen unabhängiger und privater
Unternehmer als Mitglieder der "Kooperation Markant" die Einkaufsmacht eines
Marktanteils 21% aufheben würden. Dies war der einzige Einwand gegn die obige
Positionsformulierung und die bisherige Aussagenanalyse. Markant bestreitet allerdings
bisher nicht einen weitgehend gemeinsamen Einkauf.
Tengelmann
Unternehmenszentrale
Wissollstraße 5-43, D-45478 Mülheim an der Ruhr - Speldorf
Tel. (0208)5806-0, Fax: (0208)5806-401,364,712
eMail: http://www.tengelmann.de
Ansprechpartner: Achim Breidenstein,
Geschäftsführer
Ketten:
Kaisers, Plus, Ledi, Magnet, Grosso, Gubi, Tengelmann
Position:
Tengelmann fordert "eine vollständige
Kennzeichnung auch der Produkte, die selbst keine gentechnisch veränderten Substanzen
enthalten, aber unter Einsatz entsprechender Verfahren hergestellt worden sind" und
hat alle Lieferanten aufgefordert, ihre "Produkte zu benennen, die mit Hilfe
gentechnischer Verfahren hergestellt worden sind oder entsprechende Zutaten
enthalten". Tengelmann will damit "das Recht des Kunden auf umfassende
Information über Produktionsprozesse und Inhaltsstoffe von Lebensmitteln" ernst
nehmen und Verbrauchern die Möglichkeit erhalten, "ihre Kaufentscheidung bewußt und
sachgerecht zu treffen." Tengelmann ist nicht bereit, eine weitere Verunsicherung der
Kunden durch mangelhafte oder fehlende Kennzeichnung zu akzeptieren und behält sich
andere Aktivitäten vor, wenn die Aufforderung an die Lieferanten ergebnislos bleibt.
Aussageanalyse
Die begrüßenswerte Position von Tengelmann
ist zwar keine Selbstverpflichtung zum Verzicht auf Lebensmittel, bei deren Produktion
Gentechnik angewendet wurde. Aber sie nähert sich einer Selbstverpflichtung zum Verzicht
auf Produkte, bei denen Gentechnikanwendungen nicht gekennzeichnet sind -und zwar auch
dann, wenn deren Nachweis im Endprodukt mit den gegenwärtigen Mitteln nicht möglich ist,
und sie nur deshalb nach der Novel Food Verordnung nicht gekennzeichnet werden müssen.
Tengelmann hält immerhin die Möglichkeit
offen, u.a. auch die Mittel, die bisher im Preiswettbewerb um größere Marktanteile für
Einkaufsvorteile erfolgreich eingesetzt wurden, auch für das eigene Ziel - Wahrung der
Entscheidungsfreiheit der Konsumenten - einzusetzen. Das ist erfreulich. Die Einkaufsmacht
von Tengelmann (Marktanteil BRD 7%, Europa 3%, USA ?) könnte Druck auf Lieferanten
ausüben, die Entscheidungsfreiheit der Käufer seiner Produkte zu respektieren. Dazu hat
sich Tengelmann bisher jedoch nicht ausdrücklich bereiterklärt.
Tengelmann hat in der letzten Dialogrunde
nicht geantwortet, scheint also mit der Positionsformulierung und Aussagenanalyse
einverstanden zu sein.
ALDI GmbH & Co. KG
Burgstraße 37-39, D-45476 Mülheim an der Ruhr
Tel. (0208)-9927-0, Fax: (0208)9927-321,250,249,480,
Ansprechpartner: eMail:
Position
Aldi fordert eine umfassende Kennzeichnung, "mit
der auf den Einsatz gentechnischer Verfahren auch dann hingewiesen werden soll, wenn diese
nicht zu Änderungen im Produkt geführt haben. Auch wenn Lebensmittel im Verlauf des
Herstellungsprozesses nur mit einem gentechnischen Prozeß in Berührung gekommen
sind," müsse "der Verbraucher darüber informiert werden". Aldi fordert
die separate Vermarktung genmanipulierter Ernten und ist überzeugt, daß die Menschen
"sich über den Einsatz gentechnischer Veränderungen auf den Produkten selbst (...)
als Grundlage ihrer Kaufentscheidung" informieren können müssen.
Aussageanalyse:
Aldi gibt ein einjähriges Schweigen auf und fordert
nun klar die Trennung von Ernten und Kennzeichnung auch solcher Gentechnikanwendungen, die
im Produkt nicht nachgewiesen werden können. Aldi zeigt aber weiterhin keine
Bereitschaft, die Mittel, die bisher im Preiswettbewerb um größere Marktanteile für
Einkaufsvorteile erfolgreich eingesetzt wurden, auch für das Recht seiner Kunden
einzusetzen, frei entscheiden zu können, ob sie mit ihrem Kauf bedenkliche
Produktionsweisen unterstützen wollen oder nicht. (Position und Aussageanalyse sind noch
nicht abgestimmt)
Mit dem Einsatz seiner Einkaufsmacht (Marktanteil BRD
11%, Europa 4%) könnte Aldi Druck auf Lieferanten ausüben, die Entscheidungsfreiheit der
Käufer ihrer Produkte zu respektieren. Ob Verbraucher Aldi dazu bewegen werden, muß
offen bleiben.
REWE Zentral Aktiengesellschaft
Domstraße 20, D-50668 Köln
http://rewe.de
Tel. (0221)149-1490, Fax: (0221)149-9000,
Ansprechpartner: eMail:
Ketten:
Rewe, Penny, HL, Minimal,
Idea/Sconti, Desuma (Deutscher Supermarkt), Kaiser & Kellermann, Groka (Großkauf),
u.v.a. Ketten-Namen: stets erkennbar an der rot-weiß-gelben Linie und dem Namen in der
abgesenkten roten Linie
Position
Rewe will Mißtrauen und
Verunsicherung gegenüber der Anwendung von Gentechnologie im Nahrrungsmittelbereich
wirksam entgegenwirken. Deshalb setzt Rewe sich sowohl bei "Lieferanten als auch beim
Gesetzgeber" "für eine umfassende Kennzeichnung von im weitesten Sinne mit
gentechnischen Verfahren/Stoffen hergestellten Produkten" ein. Die Möglichkeit,
"bewußt zwischen traditionell hergestellten Lebensmittel und solchen,
bei deren Herstellung Gentechnik im weitesten Sinne eingesetzt worden ist, zu
wählen", sei ein verantwortungsbewußtes Handelsunternehmen dem mündigen
Verbraucher schuldig. Deshalb habe Rewe seit Beginn der Diskussion eine "umfassende
Deklarierung" gefordert, die über die Vorschriften der Novel Food Verordnung
hinausgehe. Gesetzliche Regelungen in Deutschland würden gewährleisten, daß der
Verbraucher in diesem Sinne "ausreichend informiert" werde.
Bei der Produktion von Eigenmarken sei
der Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen nicht vorgesehen und von den
Auftragsproduzenten würden "verbindliche Erklärungen zum Komplex
'Gentechnik-Einsatz" bzw. Genehmigung des Einsatzes genmanipulierter Soja- und
Maiserzeugnisse verlangt. Bisher sei keine solche Genehmigung angefordert worden.
Aussagenanalyse
Die Absicht, Mißtrauen und
Verunsicherung wirksam entgegenzuwirken, läßt eine grundsätzlich positive Einstellung
von Rewe zur Gentechnik in der Lebensmittelproduktion erkennen. Die Position bei der
Eigenmarkenproduktion und "verbindliche Erklärungen" der Lieferanten schließen
nicht aus, daß Fremd- und Eigenmarken ungekennzeichnete Zutaten enthalten, bei deren
Produktion Gentechnik angewendet wurde. Entgegen der Aussage von Rewe stellen gesetzliche
Regelung nicht sicher, daß alle Gentechnikanwendungen, auch solche, deren Nachweis den
Untersuchungsmethoden nicht gelingt, gekennzeichnet werden.
Rewe hat sich nicht bereit erklärt,
die Einkaufsmacht, die das Unternehmen bisher im Preiswettbewerb um größere Marktanteile
für Einkaufsvorteile erfolgreich eingesetzt hat, auch für das eigene Ziel - Wahrung der
Entscheidungsfreiheit der Konsumenten - einzusetzen. Das ist bedauerlich. Die beachtliche
Einkaufsmacht von Rewe (Marktanteil BRD l3%, Europa 5%) könnte erheblichen Druck auf
jeden Lieferanten ausüben, die Entscheidungsfreiheit der Käufer seiner Produkte zu
respektieren.
Rewe hat keine Einwände gegen
Positionsformulierung und Aussageanalyse ausgedrückt.
Karstadt AG
Hauptverwaltung Vorstand
Westendstraße 12 Tel. (0201)727-4381,
D-45143 Essen Fax: (0201)727-4344, -4341,
Ansprechpartner: Uhlendorf Telefon:
(0201)727-4381 eMail:
oder
KarstadtQuelle AG
Konzernzentrale
Theodor-Althoff-Straße 7
45133 Essen
http://www.pr.karstadt.de
Telefon: 0201 / 727 - 1
Fax: 0201 / 727 - 5216
Ketten:
Karstadt, Hertie, Horten, Quelle
Position:
Karstadt verlangt von seinen
Lieferanten, "daß sie bei der Herstellung ihrer Produkte auf Gentechnik verzichten
bzw. bei unausweichlichem Einsatz von Gentechnisch behandelten Substanzen eine eindeutige
Deklaration vornehmen, um dem Verbraucher die Möglichkeit zu geben, "diese Produkte
zu akzeptieren oder abzulehnen". Karstadt hat seine Position gegenüber Nestlé
verdeutlicht und hofft, durch einen vertrauensbildenden Dialog die "offene
Deklamation bei Anwendung der Gentechnik zu erreichen. Auf jeden Fall will Karstadt sich
"die Entscheidung über die Führung solcher Produkte nicht von den Herstellern
diktieren lassen". Karstadt hat auf Nachfrage diese Position präzisiert: Karstadt
kaufe keine Lebensmittel ein, bei denen die Anwendung von Gentechnik nicht gekennzeichnet
wurde.
Aussagenanalyse
Da Karstadt
"unausweichliche" Anwendungen von Gentechnik in der Lebensmittelproduktion für
denkbar hält, bleibt im Karstadt-Sortiment dennoch Platz für Lebensmittel bei deren
Herstellung Gentechnik angewendet wurde. Weil Karstadt unklar läßt, wann eine Anwendung
"unausweichlich" sein soll und wer darüber entscheidet, ob sie es ist oder
nicht, gibt es keine Anhaltspunkte, welche Gentechnikanwendung Zugang zum
Karstadt-Sortiment bekommt und welche nicht. Die Position von Karstadt ist damit kein
Verzicht auf solche Lebensmittel. Allerdings verlangt Karstadt die Kennzeichnung jeder
Anwendung von Gentechnik - offenbar auch solcher, deren Nachweis im Endprodukt mit den
gegenwärtigen Mitteln nicht möglich ist. Sich die Führung solcher Produkte nicht
diktieren zu lassen, würde bedeuten, Produkte aus dem Sortiment zu entfernen für deren
Produktion die ungekennzeichnete Anwendung von Gentechnik angekündigt ist - wie z B. von
Nestlé. Karstadt hat sich bisher nicht ausdrücklich bereit erklärt, die Einkaufsmacht,
die bisher im Preiswettbewerb um größere Marktanteile für Einkaufsvorteile erfolgreich
eingesetzt wurde, auch für das eigene Ziel - Wahrung der Entscheidungsfreiheit der
Konsumenten - einzusetzen. Allerdings ist die ausdrückliche Erklärung, keine
ungekennzeichneten GenTech-Produkte einzukaufen, ein erster Schritt dorthin. Die
Einkaufsmacht von Karstadt (Marktanteil BRD 4%, Europa 3%) könnte zum Druck auf
Lieferanten beitragen, die Entscheidungsfreiheit der Käufer seiner Produkte zu
respektieren.
Karstadt hat keine Einwände gegen
Positionsformulierung und Aussageanalyse ausgedrückt.
Metro AG
Verbandspolitik
Leonard-Tietz-Straße 1 Tel. (0221)225-5565,
50676 Köln Fax: (0221)225-5840,
Ansprechpartner: M. Stolz Telefon: (0221)225-5565
eMail:
Ketten:
Metro (GHZ), Asko, Real, Kaufhof,
Contzen, DSBK, KOWA (übrigens auch Vobis und Sigma)
Position:
Metro verlangt "vollumfängliche
Kennzeichung gentechnisch veränderter Lebensmittel und Lebensmittelzutaten". Durch
Aufklärung über "sämtliche Aspekte solcher Herstellverfahren" soll der
Verbraucher unterscheiden können zwischen herkömmlichen, neuen und gentechnischen
Herstellungsverfahren. Metro sieht "die Information der Verbraucher über den Einsatz
von Gentechnik" durch die Novel Food Verordnung als "bestmögliches
Ergebnis" gewährleistet.
In der 2. Dialogrunde verweist Metro auf die
gegenwärtige Entwicklung, die Korrekturen erwarten läßt. Rückfragen bei Lieferanten
hätten zu der "erfreulicherweise sehr offenen" Antwort geführt, daß die
Abwesenheit genmanipulierter Bestandteile in ihren Produkten nicht zugesichert werden
könne. Metro beklagt diesbezüglich die Abhängigkeit seiner Lieferanten von deren
Vorlieferanten. Zusammen mit anderen europäischen Handelsunternehmen habe Metro in einem
offenen Brief die US-Rohstofflieferanten zur Trennung herkömmlicher und genmanipulierter
Ernten aufgefordert.
Aussageanalyse
Metro befand sich mit der Einschätzung der
Novel Food Verordnung bedauerlicherweise im Widerspruch zu ihrer eigenen
Kennzeichnungsforderung: die Unterscheidung zwischen herkömmlichen und gentechnischen
Produktionsverfahren Ist durch sie nicht gewährleistet - z B. bei Öl aus GenSoja oder
Zucker aus GenRüben. Metro läßt aufgrund der Aussagen von Lieferanten völlig offen, ob
das Sortiment Lebensmittel enthalten wird oder nicht, bei deren Herstellung Gentechnik
angewendet wurde. Metro stellt selbst dar, wie alle den "schwarzen Peter" an
Lieferanten weiterreichen und sich damit aus der Verantwortung stehlen, was die
Notwendigkeit des Einsatzes der Einkaufsmacht nur unterstreicht. Dennoch lehnt Metro
ausdrücklich ab, die Frage zu beantworten, ob Metro bereit sei die Einkaufsmacht, die
bisher im Preiswettbewerb um größere Marktanteile für Einkaufsvorteile erfolgreich
eingesetzt wurde, auch für das eigene Ziel - Wahrung der Unterscheidungsmöglichkeit
zwischen herkömmlichen und gentechnischen Herstellungsverfahren - einzusetzen. Auf eine
weitere Anfrage wird dieses Thema ignoriert. Das ist bedauerlich. Die Einkaufsmacht von
Metro (Marktanteil BRD 8%, Europa 9%) könnte Lieferanten bewegen, die
Entscheidungsfreiheit der Käufer seiner Produkte zu respektieren und dies auch wirksam
mit seiner Einkaufsmacht bei den Vorlieferanten durchzusetzen.
Metro hat keine Einwände gegen
Positionsformulierung und Aussageanalyse ausgedrückt.
Edeka Zentrale
Aktiengesellschaft
New-York-Ring 6 Tel. (040)6377-2970,
22297 Hamburg Fax: (040)6377-2424,
Ansprechpartner: Barbara Hansch Telefon:
(040)6377-2970 eMail:
Ketten:
Edeka, Basar, BVA Dixi, Helco, Marktkauf, Allkauf, lhr Platz, Drospa, Norma, SVA,
Kloppenburg, Budnikowski, Müller
Position
Edeka gibt nach langem Schweigen auf
unsere Anfragen an, es sei "mitnichten der Fall, daß wir Lebensmittel, bei deren
Produktion Gentechnik eingesetzt wurde, ungekennzeichnet anbieten werden". Edeka
befürworte die Trennung herkömmlicher und genmanipulierter Ernten und fordere die
Produzenten zu "umfassender Verbraucheraufklärung" auf - auch zu Kennzeichnung
über die Novel Food Verordnung hinaus. Eigenmarkenproduzenten hätten informiert, daß
sie keine gentechnischen Verfahren einsetzen. In der Kennzeichnungsfrage werde Edeka die
gesetzlichen Bestimmungen einhalten und eine darüber hinaus gehende Kennzeichnung durch
die Produzenten "gleichermaßen vornehmen".
Aussagenanalyse
Trotz der Versicherung, Lebensmittel
bei deren Produktion Gentechnik eingesetzt wurde, nur gekennzeichnet anzubieten, die Edeka
mit der Androhung gerichtlicher Schritte unterstreicht, sollte etwas anderes
veröffentlicht werden, lassen diese Positionen die Antwort auf die Frage offen, wie Edeka
gegenwärtig Produkte wie z B. Öl aus GenSoja und Zucker aus GenRüben oder Lebensmittel
gekennzeichnet anbieten will, bei deren Herstellung Gentechnik zwar angewendet wurde, was
aber mit den gegenwärtigen Mitteln nicht nachweisbar ist. Einen Hinweis darauf hat Edeka
erneut mit der Androhung gerichtlicher Schritte beantwortet, falls wir nicht
ausschließlich die Formulierungen der Edeka oder Zusätzliches veröffentlichen. Da wir
offenbar die Position der übrigen Konzerne zutreffend beschrieben hatten, sehen wir
keinen Anlaß für den geforderten Gehorsam.
Edeka hat sich bisher nicht bereit
erklärt, die Einkaufsmacht die bisher im Preiswettbewerb um größere Marktanteile für
Einkaufsvorteile erfolgreich eingesetzt wurde, auch für das eigene Ziel - kein
ungekennzeichnetes Angebot von Lebensmitteln, bei deren Herstellung Gentechnik angewendet
wurde - einzusetzen. Das ist bedauerlich. Die enorme Einkaufsmacht von Edeka (Marktanteil
BRD l8%, Europa 5%) könnte jeden Lieferanten bewegen, dies sicherzustellen und damit die
Entscheidungsfreiheit der Käufer seiner Produkte zu respektieren.
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Das stete Tröpfchen,
das selbst den
heißen Stein
zum Fasse
höhlt
und
-bald -
zum
Überlaufen
bringt |