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Bugginger Bürgerinitiative gegen den
Anbau genmanipulierter Pflanzen

Advanta-Aktion: Pressereaktionen

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Letzte Aktualisierung
  19.01.03 12:17

  

Badische Zeitung v. 6.7.2000  ("Mantel" S.9: Aus der Region)

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Oberbadisches Volksblatt Nr. 154 v. 7.7.2000
(Müllheim / Neuenburg und Umgebung)

OBvolksB.tif (205190 Byte)


Naturkost

Aktuelle Meldungen vom 10.07.2000                                                    

"Advanta - mit Genraps gegen Landwirte!"

Bugginger Bürgerinitiative gegen den Anbau genmanipulierter Pflanzen macht mobil

"Für die Vernichtung von ahnungslos ausgesätem GenRaps erhalten Landwirte vom Saatgutproduzenten Advanta keine Entschädigung. Saatgutimporte aus Risikoländern wie Kanada will Advanta weiterhin nicht untersuchen. Advanta lehnt auch ab, benachbarte Landwirte vor Kontaminationsschäden durch rechtzeitige Information über geplante Freisetzungen und Abstimmung der Anbauflächen zu bewahren." Diese Behauptungen stellt die Bugginger Bürgerinitiative gegen den Anbau genmanipulierter Pflanzen (BI) auf.

Advanta, weltweit Nr. 5 der Saatgutkonzerne (1997 437 Mio US-$ Umsatz), hatte jüngst ohne vorsorgliche Untersuchungen auf Genmanipulationen Rapssaat aus Kanada vermarktet. Angeblich "versehentlich". Doch Advanta wusste nach Angaben der Bürgerinitiative: in Kanada verseucht großflächiger GenRapsanbau benachbarte Felder. Und Advanta untersucht bei der Pflanzenzüchtung tagtäglich Pflanzen auf bestimmte Gene und Eigenschaften. Auf gleiche Weise hätte Advanta auch die Genmanipulationen entdecken können, die in Europa keine Zulassung hat. Das räumt Advanta sogar ein, verweigert aber freiwillige Untersuchungen, so die BI.

Damit, so die Bürgerinitiative, könne von "Versehen" keine Rede mehr sein. Advanta und andere Konzerne wollten mit verseuchtem Saatgut die Invasion der Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmittel doch noch gegen wachsende Ablehnung von Landwirten und Verbrauchern durchsetzen.. Dafür werde, wie die Haltung von Advanta zeige, die Schädigungen ahnungsloser Landwirte billigend in Kauf genommen.

Das sei für südbadische Landwirte schon bittere Realität, behauptet die BI. 1999 habe Pioneer mitten im Maisvermehrungs- und Körnermaisanbaugebiet Südbaden verseuchtes Maissaatgut illegal vermarktet. 1998 sei heimlich GenMais von Novartis angebaut worden, der benachbarte Felder verseuchte. Davor hatte die Bürgerinitiative bei ihrer dreijährigen Aktion gegen GenMais bereits 1995-97 gewarnt. Betroffene Landwirte mussten für verseuchte Maisernten von 1998 Erlöseinbußen bis 25% hinnehmen, so die Bugginger Bürgerinitiative gegen den Anbau genmanipulierter Pflanzen. Seither fordern auch Bauernverband in Südbaden (BLHV), die Raiffeisen-Zentralgenossenschaft und der Verband der agrargewerblichen Wirtschaft die Landwirte auf, GenMais nicht anzubauen, auch wenn sie das Saatgut für Versuchsanbau geschenkt bekommen.

Dennoch lehne Advanta ab, benachbarte Landwirte über beabsichtigte Freisetzungen zu informieren und die Anbauflächen mit ihnen abzustimmen, um Verseuchungen ihrer Felder zu vermeiden.

Das zeige, so die Bürgerinitiative, die Aussichtslosigkeit der Gentechnik-Politik in der BRD, die immer noch auf Freiwilligkeit und Eigenverantwortung setze. Advanta sei dazu offenkundig nicht bereit. Während die französische Regierung anordnete, den verseuchten Raps zu vernichten und Advanta zu Entschädigungen bewegte, verharmlose die Politik in der BRD und erspare Advanta Haftung mit dem Aufkauf des verseuchten Raps aus Steuermitteln (NRW). Das ermuntere Saatgut- und Gentech-Konzerne, das vorgeschlagene Nutzungs-Moratorium zu brechen, das die Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) ohnehin ablehne. Z.B.. mit verseuchtem Saatgut.