Bürgerinitiative gegen den Anbau
genmanipulierter Pflanzen
c/o Gernot Hofmann, Alemannenstraße 22, 79299 Wittnau
Advanta GmbH
Robert-Bosch-Str. 6
35305 Grünberg
Fax 01051 0 64 01 90 32 77 (Seiten 2)
Mittwoch, 28. Juni 2000
Hyola 401, Ihr Schreiben vom 21.6.2000
Sehr geehrte Damen und Herren ,
Ihre Antwort, für die wir uns bedanken, enthält einige Punkte, die wir
präzisieren möchten:
1. Wir entnehmen Ihren Ausführungen unter 1b-c.) daß Sie in der
herkömmlichen Züchtung Gentechnik diagnostisch (nich eigenschaftsverändernd) einsetzen
und bestätigen, daß mit den gleichen Untersuchungsmethoden auch Verunreinigungen in
Saatgutimporten festgestellt werden können. Sie fordern Gesetze, die solche
Untersuchungen vorschreiben und regeln. Aber gleichzeitig lehnen Sie ab, solche
Untersuchungen, deren gesetzliche Vorschrift sie fordern, freiwillig vorzunehmen
Das können wir nicht nachvollziehen, weil
> sich die Erwartung unüberschaubarer Risiken bei Genmanipulationen
zunehmend durch wissenschaftliche Befunde (Florfliege, Marienkäfer, Monarch, Bakterien im
Binendarm, Kleinwuchs bei Pappeln, Kartoffeln, verändertes generatives Verhalten bei
Pappeln und Ackerschmalwand usw.) und praktische Erfahrungen (Auskreuzung, Verunreinigung)
bestätigt
> die verheißenen Vorteile für Landwirte (USDA-Studie) und
Verbraucher ausbleiben
> die Akzeptanz für Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmittel -
ohnehin auf niedrigstem Niveau - weiter sinkt (Eurobarometer).
Wir fordern sie auf,
a) freiwillig zu tun, was Sie selbst als gesetzliche Vorschrift
fordern, und
b) auf der sicheren Seite zu bleiben, solange Gesetze fehlen, die
Ihnen die Vermarktung von verunreinigtem Saatgut erlauben.
2. Unsere eindeutige Frage, ob Sie betroffenen Landwirte entschädigen
werden (1c), haben Sie nicht beantwortet.
Statt dessen stellen Sie sich im Fall "Hyola"
als einzigen Leidtragenden der Verunreinigung dar (2a-c 2. Absatz), obwohl Sie offenkundig
zu vorsorglichen Untersuchungen von Saatgutimporten selbst aus Risikoländern nicht
bereit sind. Das ist grotesk: denn Ihr angebliches "Leid" hätten Sie durch die
Ihnen mögliche Untersuchungen des Saatgutimportes aus dem Risikoland Kanada selbst
vermeiden und Ihren Lieferanten wegen nicht vereinbarungsgemäßer Lieferung für Schäden
in Anspruch nehmen können. Aber daslehnen Sie anscheinend ab. Lieber nehmen sie offenbar
wirtschaftliche Schäden ihrer Kunden billigend in Kauf.
Wie Sie wissen, werden die Landwirte in Frankreich von
Advanta entschädigt.
Wir forden sie auf, auch die Landwirte in der BRD
und in anderen europäischen Ländern zu entschädigen.
3. Wir haben keineswegs pauschale Äußerungen verlangt. Wir
erfragen vielmehr eindeutig Ihre Bereitschaft zur vertraglichen Regelung eines lokal,
ggf. auch zeitlich begrenzten Verzichts auf gentechnisch veränderten Mais in einem
Maisvermehrungs- und Körnermaisanbaugebiet und ergänzend zu einer vertraglichen
Regelung von Information und Flächenabstimmung mit Ihren Nachbarn in Südbaden, wenn Sie
gentechnisch veränderte Pflanzen freizusetzen oder anzubauen beabsichtigen.
Ihre Ausführung zu dieser Frage (2.a-c) antworten darauf nicht. Wir
können nicht nachvollziehen, daß Sie nicht einmal zu fairem nachbarschaftlichem
Verhalten bereit sind - was Information über und Abstimmung von Absichten voraussetzt,
die den benachbarten Landwirt schädigen könnten.
Wir fordern Sie auf, mit Ihren Nachbarn vertraglich zu regeln, daß
Sie
a) sich gegenseitig den lokalen Verzicht auf GenMais im
Maissaatgutvermehrungs- und körnermaisanbaugebiet Südbaden zusichern und
b) sie über beabsichtigte Freisetzungen und Anbau von gentechnisch
veränderten Pflanzen rechtzeitig informieren und die Anbauflächen mit ihnen abstimmen,
um Kontaminationen zu vermeiden.
Wir bitten Sie, bis zum 3.7.2000 15°° Uhr zu antworten.
Sollten wir bis dahin keine oder keine eindeutige Antwort zu
unseren Forderungen (kursiv) erhalten, gehen wir davon aus, daß sie nicht bereit sind,
sie zu erfüllen. Wir werden in jedem Falle am 5.7. die Öffentlichkeit über den Ausgang
unserer Bemühungen informieren.
Mit freundlichen Grüßen
G. Hofmann - Frieder Müller - Rüdiger Stegemann
Bugginger Bürgerinitiative gegen den Anbau genmanipulierter Pflanzen
(PC-Fax ohne Unterschriften)
Kopie an Advanta Buggingen |