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Bugginger Bürgerinitiative gegen den
Anbau genmanipulierter Pflanzen

Briefe an & von Advanta

Anfrage   17.06.2000

Antwort    21.07.2000

Rückfrg.   28.07.2000
Antwort    05.07.2000
Termin?   10.07.2000
Erinnerg.    07.08.2000
Antwort v.   15.08.2000

Kommentar

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(Startseite Presse)

Letzte Aktualisierung
  19.01.03 12:17
  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Anfrage v. 17.6.2000

Bugginger Bürgerinitiative gegen den
Anbau genmanipulierter Pflanzen

BIlogoTr2.jpg (21683 Byte)
 

Bürgerinitiative gegen den Anbau genmanipulierter Pflanzen
c/o Gernot Hofmann, Alemannenstraße 22, 79299 Wittnau

Advanta GmbH
Breitenweg 37

79426 Buggingen

01051 07631 14909

(Seiten 2)

Samstag, 17. Juni 2000

 

1. versehentliche Vermarktung von gmRaps durch Advanta
2. Forderung von GmO-Freiheit durch
ZG, Landhandel und Verband der Agrargewerblichen Wirtschaft

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

aus den o.g. Anlässen bitte ich um Beantwortung der folgenden Fragen

 

möglichst bis Mittwoch, den 21.Juni .2000, 17°° Uhr.

Die BI wird abends die angeschnittenen Themen und evtl. Aktionen u.a. mit ortsansässigen Landwirten diskutieren.

1) Welche Konsequenzen zieht Advanta aus dem versehentlichen Verkauf und Anbau von Raps-Saatgut, das mit Genmanipulationen verunreinigt war?

a) Setzt Advanta Gentechnik in der herkömmlichen Züchtung ein, um Eigenschaften zu identifizieren?

b) Könnten mit der gleichen Methode auch Verunreinigungen bei Saatgutimporten identifiziert werden?

c) Entschädigt Advanta Landwirte, die verunreinigtes Saatgut gekauft oder auch ausgesät haben für alle Schäden, die ihnen dadurch entstehen?

d) Welche Konsequenzen zieht Advanta nach dem versehentlichen Verkauf und Anbau von verunreinigtem Raps grundsätzlich hinsichtlich der Verantwortbarkeit von Freisetzungen und Anbau von gentechnisch verändertem Raps aus der nun erwiesenen Übertragung von Genmanipulationen an Raps in das Erbgut von Bakterien im Bienendarm (Prof. Kraatz, Uni Jena)?

e) Schließt Advanta aus, daß Genmanipulationen an Raps auf gleichem Wege auch in das Genom von anderen pflanzenbesuchenden Insekten und die genveränderten Bakterien auf die natürlichen Feinde (z.B. Florfliege, Marienkäfer u.ä.) von Schadinsekten übertragen werden können? Wenn ja, aufgrund welcher Untersuchungen?

f) Schließt Advanta neue Erreger von Insektenkrankheiten und erhebliche Veränderungen der gegenwärtigen Populationsverhältnisse von Nutz- und Schadinsekten aus? Wenn ja, aufgrund welcher Untersuchungen?

g) Entschädigt Advanta Imker in der Nähe von versehentlichem Anbau von verunreinigtem Raps, die nach der notwendigen Veröffentlichung des Kraatz-Befundes Umsatzeinbußen erleiden?

2. gmMais verunreinigt benachbarte Kulturen mit Genmanipulationen. Das setzt ahnungslose Landwirte überraschen erheblichen Erlöseinbußen und der Gefahr existenzgefährdender Schadenersatzforderungen aus, da Raiffeisengenossenschaften, Landhandel und Molkereien in Baden von Landwirten zu recht entweder Offenlegung von Verunreinigungen oder die Garantie verlangen, daß ihre Lieferungen frei von GmOs, Verunreinigungen und ohne Verfütterung von GmOs erzeugt worden sind. Wie wir hörten, will KWS die Vermehrung von Maissaatgut in Südbaden einstellen, wenn nicht die Freiheit von Verunreinigungen garantiert werden kann.

a) Ist Advanta Buggingen bereit, auf Freisetzungen und Anbau von gmMais zu verzichten, um die Maisvermehrung in Südbaden und die wirtschaftliche Existenz der Vermehrer nicht zu gefährden, sowie den Verzicht mit Maisvermehrern vertraglich zu regeln?

b) Ist Advanta bereit, auf Freisetzungen und Anbau von gmRaps in Südbaden zu verzichten, um die Populationsverhältnisse von Nutz- und Schadinsekten nicht zu verändern, Landwirte und Imker vor unabsehbaren Folgen auch wirtschaftlicher Art zu bewahren und das mit Landwirten und Imkern vertraglich zu regeln?

c) Wäre anderenfalls (keine Bereitschaft zu a und b) Advanta bereit, Landwirte und Imker im Raum Südbaden über geplante Freisetzungen und geplanten Anbau aller jeweils verfügbaren GmOs frühzeitig vor Beginn der Anbauplanung für die nächste Saison zu informieren und den Anbau mit betroffenen Landwirten und Imkern abzustimmen sowie Information und Abstimmung vertraglich zu regeln?

 

Mit freundlichen Grüßen
Bugginger Bürgerinitiative gegen den Anbau genmanipulierter Pflanzen
Gernot Hofmann - Frieder Müller - Rüdiger Stegemann
PC-Fax ohne Unterschriften

 

 

Kopie an Advanta Grünberg

1. Antwort v. 21.7.2000

wpe11.jpg (208816 Byte)

Rückfrage vom 28.7.2000

Bugginger Bürgerinitiative gegen den

Anbau genmanipulierter Pflanzen

LogoKlein.gif (2054 Byte)

 

 

Bürgerinitiative gegen den Anbau genmanipulierter Pflanzen
c/o Gernot Hofmann, Alemannenstraße 22, 79299 Wittnau

Advanta GmbH
Robert-Bosch-Str. 6

35305 Grünberg

Fax 01051 0 64 01 90 32 77 (Seiten 2)

Mittwoch, 28. Juni 2000

 

 

Hyola 401, Ihr Schreiben vom 21.6.2000

 

Sehr geehrte Damen und Herren ,

Ihre Antwort, für die wir uns bedanken, enthält einige Punkte, die wir präzisieren möchten:

1. Wir entnehmen Ihren Ausführungen unter 1b-c.) daß Sie in der herkömmlichen Züchtung Gentechnik diagnostisch (nich eigenschaftsverändernd) einsetzen und bestätigen, daß mit den gleichen Untersuchungsmethoden auch Verunreinigungen in Saatgutimporten festgestellt werden können. Sie fordern Gesetze, die solche Untersuchungen vorschreiben und regeln. Aber gleichzeitig lehnen Sie ab, solche Untersuchungen, deren gesetzliche Vorschrift sie fordern, freiwillig vorzunehmen

    Das können wir nicht nachvollziehen, weil

> sich die Erwartung unüberschaubarer Risiken bei Genmanipulationen zunehmend durch wissenschaftliche Befunde (Florfliege, Marienkäfer, Monarch, Bakterien im Binendarm, Kleinwuchs bei Pappeln, Kartoffeln, verändertes generatives Verhalten bei Pappeln und Ackerschmalwand usw.) und praktische Erfahrungen (Auskreuzung, Verunreinigung) bestätigt

> die verheißenen Vorteile für Landwirte (USDA-Studie) und Verbraucher ausbleiben

> die Akzeptanz für Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmittel - ohnehin auf niedrigstem Niveau - weiter sinkt (Eurobarometer).

Wir fordern sie auf,

a) freiwillig zu tun, was Sie selbst als gesetzliche Vorschrift fordern, und

b) auf der sicheren Seite zu bleiben, solange Gesetze fehlen, die Ihnen die Vermarktung von verunreinigtem Saatgut erlauben.

2. Unsere eindeutige Frage, ob Sie betroffenen Landwirte entschädigen werden (1c), haben Sie nicht beantwortet.

    Statt dessen stellen Sie sich im Fall "Hyola" als einzigen Leidtragenden der Verunreinigung dar (2a-c 2. Absatz), obwohl Sie offenkundig zu vorsorglichen Untersuchungen von Saatgutimporten selbst aus Risikoländern nicht bereit sind. Das ist grotesk: denn Ihr angebliches "Leid" hätten Sie durch die Ihnen mögliche Untersuchungen des Saatgutimportes aus dem Risikoland Kanada selbst vermeiden und Ihren Lieferanten wegen nicht vereinbarungsgemäßer Lieferung für Schäden in Anspruch nehmen können. Aber daslehnen Sie anscheinend ab. Lieber nehmen sie offenbar wirtschaftliche Schäden ihrer Kunden billigend in Kauf.

    Wie Sie wissen, werden die Landwirte in Frankreich von Advanta entschädigt.

     Wir forden sie auf, auch die Landwirte in der BRD und in anderen europäischen Ländern zu entschädigen.

3. Wir haben keineswegs pauschale Äußerungen verlangt. Wir erfragen vielmehr eindeutig Ihre Bereitschaft zur vertraglichen Regelung eines lokal, ggf. auch zeitlich begrenzten Verzichts auf gentechnisch veränderten Mais in einem Maisvermehrungs- und Körnermaisanbaugebiet und ergänzend zu einer vertraglichen Regelung von Information und Flächenabstimmung mit Ihren Nachbarn in Südbaden, wenn Sie gentechnisch veränderte Pflanzen freizusetzen oder anzubauen beabsichtigen.  

Ihre Ausführung zu dieser Frage (2.a-c) antworten darauf nicht. Wir können nicht nachvollziehen, daß Sie nicht einmal zu fairem nachbarschaftlichem Verhalten bereit sind - was Information über und Abstimmung von Absichten voraussetzt, die den benachbarten Landwirt schädigen könnten.

Wir fordern Sie auf, mit Ihren Nachbarn vertraglich zu regeln, daß Sie

a) sich gegenseitig den lokalen Verzicht auf GenMais im Maissaatgutvermehrungs- und körnermaisanbaugebiet Südbaden zusichern und

b) sie über beabsichtigte Freisetzungen und Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen rechtzeitig informieren und die Anbauflächen mit ihnen abstimmen, um Kontaminationen zu vermeiden.

 

Wir bitten Sie, bis zum 3.7.2000 15°° Uhr zu antworten.

Sollten wir bis dahin keine oder keine eindeutige Antwort zu unseren Forderungen (kursiv) erhalten, gehen wir davon aus, daß sie nicht bereit sind, sie zu erfüllen. Wir werden in jedem Falle am 5.7. die Öffentlichkeit über den Ausgang unserer Bemühungen informieren.

Mit freundlichen Grüßen
G. Hofmann - Frieder Müller - Rüdiger Stegemann
Bugginger Bürgerinitiative gegen den Anbau genmanipulierter Pflanzen
(PC-Fax ohne Unterschriften)

 

 

 

Kopie an Advanta Buggingen

Antwort vom 5.7.2000 18:53 Uhr

Die folgende Antwort erreichte uns erst nach Abschluß der Aktion bei Advanta Buggingen am 5.7.2000  um 18:53 Uhr. Sie bestätigt, daß Advanta "derzeit" (noch?) nicht bereit ist, in

1. freiwilligen vorsorglichen Untersuchungen von Saatgutimporten aus Risikoländern;
2. Entschädigungen für die Vernichtung von ahnungslos ausgesäten GenPflanzen;
3. Verzicht auf Freisetzung/Anbau von GenMais wenigstens in einem Maissaatgut-
   vermehrungsgebiet wie Südbaden;
4. Vermeidung von  Kontaminationsschäden durch Information von Nachbarn über
   beabsichtigte Freisetzungen von GenPflanzen und Abstimmmung der Anbauflächen

"den richtigen Weg für den Umgang mit neuen Technologien wie der Grünen Gentechnik" zu sehen.

Dennoch beschwert sich Advanta, daß wir genau das in Flugblättern und Presseerklärungen sagen, und bezeichnet das als falsche Unterstellungen.

Advanta wird zeigen müssen, was bei der angekündigten Prüfung unserer Forderungen herauskommt.

wpe11.jpg (233633 Byte)

Anfrage 10.07.2000: Termin für Ergebnis der Prüfung?

 

Erinnerung 07.08.2000

Bugginger Bürgerinitiative gegen den
Anbau genmanipulierter Pflanzen

LogoKlein.gif (2054 Byte)

 

Bürgerinitiative gegen den Anbau genmanipulierter Pflanzen
c/o Gernot Hofmann, Alemannenstraße 22, 79299 Wittnau

Advanta GmbH

Robert-Bosch-Str. 6

35305 Grünberg

01051 0 64 01 90 32 77

(Seiten 1)

Montag, 7. August 2000

Hyola 401, Ihr Fax vom 5.7.2000

 

Sehr geehrte Damen und Herren ,

ich komme zurück auf Ihr Fax vom 5.7.2000. Sie sagten uns darin zu, unsere Forderungen zu prüfen. Am 10.7. hatten wir gebeten uns mitzuteilen, wann wir mit dem Ergebnis der Prüfung rechnen können.

Da wir diese Mitteilung noch nicht erhalten haben, möchten wir Sie heute daran erinnern.

Mit freundlichen Grüßen

G. Hofmann
Bugginger Bürgerinitiative gegen den Anbau genmanipulierter Pflanzen
(PC-Fax ohne Unterschriften)

 

 

 

 

Antwort 15.8.2000

Antw3.gif (20622 Byte)

Kommentar

Hartnäckig werden Antworten auf die Forderungen verweigert und Dialogabbruch angekündigt. Die Firma beabsichtigt anscheinend nicht, sich selbst zu entscheiden, ihr unfaires Verhalten, das Schäden anderer billigend in Kauf nimmt, abzustellen. 

Die eigene Unfairness durch Verweigerung sowohl präventiver Untersuchungen als auch von  Information von Nachbarn bei eigenen Freisetzungen oder eigenem Anbau genmanipulierter Pflanzen wird verleugnet. Statt dessen schiebt Advanta Unfairness denen in die Schuhe, die diese Unfairness öffentlich machen. Das zeigt, daß schon relativ wenig Öffentlichkeit zu diesem (A-)sozialverhalten  "ins Schwarze trifft" und überraschend heftig schmerzt.

Verleugnet wird auch die gesamte ökologische Problematik gerade bei Raps.

Die Ablehnung der wohl mehr als berechtigten Forderungen zeigt. Advanta hat keinerlei Interesse an
> freiwilliger Eigenverantwortung
> fairer Nachbarschaft.

Ohne Rücksicht auf Nachbarn und Folgen konstruieren Gentechnik-Anwender wie Advanta vermeintlich rechtsfreie Räume (kein Grenzwert für Saatgut) für einen Überraschungsangriff und Einmarsch der Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmittel. Die  Ablehnung von freiwilliger Eigenverantwortung und Vorsicht überschreitet jedoch die Grenzen der Legalität. Denn einerseits ist die nun angebaute Genmanipulation am Raps in der BRD illegal, weil sie weder eine Sortenzulassung hat noch eine Grenzwertregelung existiert; und andererseits  gibt das Gentechnikgesetz nicht nur dem Schutz der Gesundheit von Menschen Vorrang, sondern auch dem Schutz der Gesundheit von Tieren und der Umwelt in ihrem Wirkungsgefüge.

Die Ablehnung von freiwilliger Eigenverantwortung und Vorsicht überschreitet aber nicht nur dei Grenzen der Legalität und Legitimität. Sie wird um so verwerflicher, je mehr sich nicht die Verharmlosungen derer bestätigen, die mit der Gentechnik das  Blaue vom Himmel versprechen, sondern die Warnungen besorgter Bürger - z.B. vor der Verseuchung benachbarter Felder, wie 1998 durch GenMais von Novartis und der artgrenenüberschreitenden Übertragung der Genmanipulation in das Erbgut anderer Lebewesen (Nichtzielorganismen), z.B. der Darmbakterien von Bienen (artgrenzenüberschreitender horizontaler Gentransfer). Davor hatte die Bürgerinitiative 1995-1997 van der Have, jetzt Advanta, massiv gewarnt.

Nach einer solchen Entwicklung Vorsicht, Eigenverantwortung und Rücksicht auf Nachbarn abzulehnen, grenzt entweder an Realitätsverlust oder Energien jenseits der Legalität. Aber das ist "mainstream" - nicht nur bei Advanta.

Die heimlicher Verbreitung  von Gensaaten gegen die Ablehnung von Landwirten und Verbrauchern sollte über die unheimlichen Gefahren von Genmanipulationen und die Debatte um Grenzwerte hinaus nachdenklich machen:

Die heimliche Verbreitung unheimlicher Gefahren mit GenSaaten ist ein Verhalten, das nicht nur ökologisch, sondern auch sozial nicht "nachhaltig"   ist.  Es ist offenkundig selbst Teil der sich heimlich ausbreitenden unheimlichen Gewalt - Teil eines Teufelskreises.