Pressemitteilung
Advanta - mit GenRaps gegen Landwirte?
Buggingen. Für die Vernichtung von ahnungslos ausgesätem GenRaps
erhalten Landwirte vom Saatgutproduzenten Advanta keine Entschädigung. Saatgutimporte aus
Risikoländern wie Kanada will Advanta weiterhin nicht untersuchen. Advanta lehnt auch ab,
benachbarte Landwirte vor Kontaminationsschäden durch rechtzeitige Information über
geplante Freisetzungen und Abstimmung der Anbauflächen zu bewahren.
Diese Forderungen hatte die Bugginger Bürgerinitiative gegen den Anbau
genmanipulierter Pflanzen in Zusammenarbeit mit dem BUND an Advanta erhoben. Aber Advanta
ist offenkundig an fairer Nachbarschaft nicht interessiert. Dagegen wurde am Mittwoch bei
Advanta in Buggingen protestiert.
Advanta, weltweit Nr. 5 der Saatgutkonzerne (1997 437 Mio US-$ Umsatz),
hatte jüngst ohne vorsorgliche Untersuchungen auf Genmanipulationen Rapssaat aus Kanada
vermarktet. Angeblich "versehentlich". Doch Advanta wußte: in Kanada verseucht
großflächiger GenRapsanbau benachbarte Felder. Und Advanta untersucht bei der
Pflanzenzüchtung tagtäglich Pflanzen auf bestimmte Gene und Eigenschaften. Auf gleiche
Weise hätte Advanta auch die Genmanipulationen entdecken können, die in Europa keine
Zulassung hat. Das räumt Advanta sogar ein, verweigert aber freiwillige Untersuchungen.
Damit, so die Bürgerinitiative, könne von "Versehen" keine
Rede mehr sein. Advanta und andere Konzerne wollten mit verseuchtem Saatgut die Invasion
der Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmittel doch noch gegen wachsende Ablehnung von
Landwirten und Verbrauchern durchsetzen. Dafür werde, wie die Haltung von Advanta zeige,
die Schädigungen ahnungsloser Landwirte billigend in Kauf genommen.
Das ist für südbadische Landwirte schon bittere Realität. 1999 hatte
Pioneer verseuchtes Maissaatgut illegal vermarktet. Mitten im Maisvermehrungs- und
Körnermaisanbaugebiet Südbaden. 1998 war heimlich GenMais von Novartis angebaut worden,
der benachbarte Felder verseuchte. Davor hatte die BI bei ihrer dreijährigen Aktion gegen
GenMais bereits 1995-97 gewarnt. Betroffene Landwirte mußten für verseuchte Maisernten
von 98 Erlöseinbußen bis 25% hinnehmen. Seither fordern auch Bauernverband in Südbaden
(BLHV), die Raiffeisen-Zentralgenossenschaft und der Verband der agrargewerblichen
Wirtschaft die Landwirte auf, GenMais nicht anzubauen, auch wenn sie das Saatgut für
Versuchsanbau geschenkt bekommen.
Dennoch lehnt Advanta ab, benachbarte Landwirte über beabsichtigte
Freisetzungen zu informieren und die Anbauflächen mit ihnen abzustimmen, um Verseuchungen
ihrer Felder zu vermeiden.
Das zeige, so die Bürgerinitiative, die Aussichtslosigkeit der
Gentechnik-Politik in der BRD, die immer noch auf Freiwilligkeit und Eigenverantwortung
setze. Advanta sei dazu offenkundig nicht bereit. Während die französische Regierung
anordnete, den verseuchten Raps zu vernichten und Advanta zu Entschädigung bewegte,
verharmlose die Politik in der BRD und erspare Advanta Haftung mit dem Aufkauf des
verseuchten Raps aus Steuermitteln (NRW). Das ermuntere Saatgut- und Gentech-Konzerne, das
vorgeschlagene Nutzungs-Moratorium zu brechen, das die Deutsche Industrievereinigung
Biotechnologie (DIB) ohnehin ablehne. Z.B. mit verseuchtem Saatgut. |